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Ehrenamtliche auf Streife

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In Uniform unterwegs: Die Bayerische Sicherheitswacht unterstützt die Polizei – bald auch im Landkreis Dachau?
In Uniform unterwegs: Die Bayerische Sicherheitswacht unterstützt die Polizei – bald auch im Landkreis Dachau? © mm

Dachaus Polizeichef Thomas Rauscher sähe die Sicherheitswacht auch gern im Landkreis Dachau installiert. Was er nicht will: Mini-Rambos und Denunzianten.

Karlsfeld/Landkreis – Der Dachauer Polizeichef Thomas Rauscher will auch im Landkreis Sicherheitswachten installieren. „Es gibt nur Vorteile, keine Risiken“, sagte Rauscher am Donnerstagabend in der Sitzung des Karlsfelder Gemeinderats. Karlsfeld soll nach Wunsch Rauschers die erste Gemeinde im Landkreis werden, in der eine Sicherheitswacht aufgestellt wird.

Seit 2003 gibt es in Bayern Sicherheitswachten. Aktuell sind im Freistaat rund 1200 Frauen und Männer dabei. Es handelt sich um ein Ehrenamt, vergleichbar mit der Feuerwehr.

Rauscher wurde am Donnerstag von Bernd Waitzmann begleitet. Der Landsberger Polizeichef sprach über seine Erfahrungen mit den Sicherheitswachten, die es in seinem Landkreis schon in mehreren Gemeinden gibt. In den Anfangsjahren habe es bei der Polizei deutliche Vorbehalte gegeben, räumte Waitzmann ein, „aber jetzt sind wir froh, dass es sie gibt“.

Die Sicherheitswacht soll die Polizei entlasten. Tagsüber sind die Mitglieder der Sicherheitswacht allein, abends zu zweit auf Streife. Sie zeigt Präsenz zum Beispiel in größeren Wohnsiedlungen, in Parks, Naherholungsgebieten und bei öffentlichen Veranstaltungen, schaut nach dem Rechten. Wenn der Nachbar die Musik zu laut aufdreht, ist dies weiterhin Sache der Polizei, die Sicherheitswacht ist nur im öffentlichen Raum tätig.

Sicherheitsgefühl erhöhen

Ein wichtiges Ziel sei es, das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu erhöhen, sagte Rauscher. Die Sicherheitswacht sucht das Gespräch mit Störenfrieden, solle mit „Fingerspitzengefühl vorgehen und zuhören“. Sie darf Personalien aufnehmen und Platzverweise erteilen. Sanktionieren darf sie nicht.

Ein Ersatz für die Polizei sei sie nicht, betonte Landsbergs Polizeichef Waitzmann: „Wenn es richtigen Ärger gibt, dann kommen weiterhin wir von der Polizei!“

Die Sicherheitswacht habe sich bewährt, versicherte Waitzmann. Und er kenne „keinen Fall, dass Mitarbeiter der Sicherheitswacht angegangen oder bedroht worden sind“. In der Stadt Landsberg besteht die Sicherheitswacht aktuell aus sieben Frauen und Männern, zehn sollen es bald werden.

Das offizielle Einverständnis der Gemeinde ist nicht erforderlich, die Polizei könnte die Sicherheitswacht auch ohne Einwilligung zusammenstellen. Aber Rauscher ist es wichtig, dass ein positives Signal aus dem Gemeinderat kommt. Hier hielten sich die Gemeinderäte noch zurück. Größtenteils stieß die Idee auf Zustimmung, dennoch soll das Thema im Januar nochmals auf die Tagesordnung.

Schon im kommenden Sommer möglich

Wenn möglich, soll die Sicherheitswacht schon im kommenden Sommer auf Karlsfelds Straßen unterwegs sein, so Rauscher. Andere Landkreisgemeinden sollen dann folgen. Gemeinden haben durch die Sicherheitswacht keine Kosten und keinen Verwaltungsaufwand. Rauscher betonte, dass der Aufbau von Sicherheitswachten „keine Einsparung“ bei der Polizei nach sich ziehe. Die Polizeiinspektion Dachau werde personell sogar weiter aufgestockt.

Mitglieder der Sicherheitswacht sollen zwischen 18 und 62 Jahre alt sein und eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung haben. Die Polizei kümmert sich um die Anwerbung, Auswahl und Ausbildung der Sicherheitswachtkandidaten. Waitzmann und Rauscher sind sich hier einig: Mini-Rambos und Kandidaten mit Blockwart-Mentalität werden nicht genommen.

tol

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