Coronavirus in Europa: Österreich stellt Zugverkehr nach Italien ein

Coronavirus in Europa: Österreich stellt Zugverkehr nach Italien ein
Hat ein Ko nzept für die Zukunft der Dachauer Gedenkstätte: Leiterin Dr. Gabriele Hammermann. Foto: dpa

Der Freistaat will die KZ-Gedenkstätte Dachau sanieren und erweitern

Eine „historische Chance“ für Dachau

  • schließen

Der Freistaat Bayern will die KZ-Gedenkstätte Dachau sanieren und erweitern. Deren Leiterin Dr. Gabriele Hammermann sieht darin eine „historische Chance“. OB Florian Hartmann, der im Chor mit zahlreichen anderen Lokalpolitikern diese Investitionen schon seit Jahren einfordert, ist froh, dass nun „endlich etwas vorangeht“.

Hat ein Ko nzept für die Zukunft der Dachauer Gedenkstätte: Leiterin Dr. Gabriele Hammermann. Foto: dpa

Dachau – Dr. Gabriele Hammermann war gestern rundum glücklich. Kein Wunder, war am Vormittag doch die „wunderbare Nachricht“ aus München eingetroffen, dass der bayerische Ministerrat das Dachauer Konzept zur Neugestaltung der Gedenkstätte nicht nur für theoretisch gut, sondern auch für praktisch umsetzbar hält. Sie habe „nicht zu hoffen gewagt“, dass ihre Konzeption „derart umfänglich auf Wohlwollen gestoßen ist“, so Hammermann.

Tatsächlich war eine Entscheidung aus München dringend nötig. Wie berichtet, hatten Lokalpolitiker wie der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath (CSU) und Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann noch im Dezember über die maroden Ausstellungsflächen und viele offene Zukunftsfragen für die Gedenkstätte geklagt (wir berichteten). Während Seidenath ein „deutliches Signal“ aus München gefordert hatte, wäre Hartmann schon mit „kleinen Maßnahmen“ zufrieden gewesen: Die Baracken etwa müssten im Winter bei Schnee regelmäßig geschlossen werden, da Einsturzgefahr bestehe.

Mit Kleinigkeiten aber will sich der Freistaat in Dachau nun nicht mehr aufhalten. Die Gedenkstätte soll zu einem „europäischen Mahn-, Gedenk- und Erinnerungsort“ aufgewertet werden, von dem die deutliche Botschaft ausgehe: „Nie wieder!“

Neben einer Sanierung der Baracken wird es Hammermann zufolge im Haupthaus überarbeitete Dauerausstellungen geben. Der frühere Kräutergarten wird offiziell in die Gedenkstätte miteinbezogen, wobei in die Gewächshäuser ebenfalls eine Ausstellung ziehen wird. Im Gartenbereich soll eine künstlerische Installation Platz finden. Wichtiger neuer Punkt in der Gedenkstätte wird auch der Fokus auf die sogenannten ersten Lagerjahre von 1933 bis 1937 sein: „Es soll deutlich werden, dass Dachau das Ur-Modell für die NS-Konzentrationslager war“, so Hammermann.

Außerdem wird sich die Gedenkstätte für die Zukunft, die „Zeit ohne Zeitzeugen“, wie die Gedenkstätten-Leiterin es nennt, aufstellen: mit zusätzlichen Seminarräumen, „in denen wir die Lehren aus dieser Zeit nun auf andere Art und Weise vermitteln“. Dass dies möglich sein wird, ist einem besonderen Zugeständnis des bayerischen Innenministeriums zu verdanken und freut Hammermann „besonders“. Denn: Die Seminarräume sollen auf dem angrenzenden Areal der Bereitschaftspolizei untergebracht werden. Bislang hatten sich die Polizei Verantwortlichen angesichts eigener Expansionspläne noch geweigert, Platz zu machen. Nun, so Hammermann, habe man eine Lösung gefunden: Der Freistaat werde sich um eine Flächen-„Kompensation“ für die Bepo kümmern.

Neben Seminarräumen wird das Bepo-Gelände aber auch noch in historischer Hinsicht der Gedenkstätte einverleibt: Die frühere SS-Lagerwache – noch aus der Zeit des ersten Lagers – wird für die Öffentlichkeit aufbereitet, ebenso die Prozessgebäude der Dachauer Prozesse.

Wie viel das alles kosten wird beziehungsweise wie viel dem Freistaat dies alles konkret wert ist, wurde gestern noch nicht bekannt. Eine „verlässliche Summe“ gebe es noch nicht, betonte Hammermann, deren gute Laune diese offene Frage ebenso wenig trüben konnte wie der noch ungeklärte Zeitrahmen. Fest steht, dass Hammermanns rund 150-seitiges Grobkonzept nun „schrittweise in ein Feinkonzept“ umgesetzt wird. Dies sei eine „historische Chance für Dachau“.

OB Hartamann war gestern auf Nachfrage „froh, dass es jetzt wirklich vorangeht“. Landtagsabgeordneter Seidenath hofft nun, dass die Ankündigungen des Ministerrats auch „mit Geld unterlegt werden“. Ob Seidenaths Idee, eine Dependance der Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität in Dachau anzusiedeln, um „die wissenschaftliche Seite“ der Dachauer Erinnerungsarbeit zu stärken, ebenfalls umgesetzt werden soll, ist noch offen. Mit dem Ministerrat im Rücken will Seidenath „dafür aber weiter streiten“. " BAYERN & REGION

Das ehemalige Konzentrationslager in Dachau erinnert noch heute an die schreckliche Zeit des NS-Regimes. Ein Star des FC Bayern München nutzte nun seine Reichweite auf Instagram und postete Fotos von seinem Besuch dort.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Irre Aktion in bayerischem Petershausen: Gemeinde wie ausgelöscht - „Folgen sind brandgefährlich“
Petershausen gibt es nicht mehr - zumindest wenn es nach den Ortsschildern geht: Unbekannte Täter haben alle acht Schilder in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag …
Irre Aktion in bayerischem Petershausen: Gemeinde wie ausgelöscht - „Folgen sind brandgefährlich“
Ein Umzug ohne Lücken
Viele tausend Zuschauer waren am Sonntag in Indersdorf bestens unterhalten von den gut 60 Wagen und Gruppen, die sich ihren Weg zum Marktplatz schlängelten.
Ein Umzug ohne Lücken
Unerklärliche Meldung über eingeklemmte Person
Nach zwei Auffahrunfällen auf der Autobahn 8 sind am Wochenende drei Personen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wie sich dort herausstellte, waren die Blessuren Gott …
Unerklärliche Meldung über eingeklemmte Person
Emotionaler Appell: FCB-Nationalspieler privat in KZ-Gedenkstätte Dachau
Ein FC Bayern-Spieler besuchte an seinem freien Tag das KZ in Dachau. Auf Instagram postete er ein Foto und richtete einen Appell an die User.
Emotionaler Appell: FCB-Nationalspieler privat in KZ-Gedenkstätte Dachau

Kommentare