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In einem Jahr geht’s am Wettersteinring bergauf: Dann eröffnen die Naturfreunde ihre Kletterhalle. Auch Bouldern kann man in der Anlage, zudem gibt es Kinder- und Inklusionsklettern. Auch Sonderveranstaltungen wie „Klettern mit Popmusik“ sollen Gäste in die Halle locken.

Weg für 4,3-Millionen-Projekt endlich frei

Berg frei am Wettersteinring!

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Die Naturfreunde haben es doch noch geschafft: Nach Jahren interner Querelen und offener Finanzierungsfragen ist ihr Prestigeprojekt, der Bau einer neuen Kletterhalle in Dachau, nun in trockenen Tüchern. Schon im Herbst 2020 soll in dem rund 4,3 Millionen Euro teuren Bau geklettert werden können.

Dachau – „Fast vier Jahre haben wir gebraucht, so weit zu kommen, wie wir nun sind“, betonte Robert Denk, der aus Petershausen stammende Kassier im bayerischen Naturfreunde-Landesverband, am Montagabend im Vereinshaus in Günding. Dorthin hatten die Naturfreunde Mitglieder, Freunde und Presse geladen, um endlich das zu verkünden, worauf Hobbysportler und Kletter-Fans aus dem ganzen Münchner Norden schon so lange warten.

Ab kommendem Frühjahr soll am Wettersteinring 14 in Dachau nämlich nun endlich gebaut werden. Für 4,3 Millionen Euro soll dabei eine Kletterhalle samt Nebengebäude entstehen, die allen sportlichen und ökologischen Ansprüchen gerecht wird. Auf 2000 Quadratmeter Kletterfläche sollen die Sportler kraxeln können, geplant sind 35 Boulderrouten und 90 Routen im Vorstieg. Über drei Etagen zieht sich allein der 450 Quadratmeter große Boulderbereich; im überdachten Außenbereich werden sich Sportler nach den Plänen des Architekten Maximilian Engelhart auf 600 Quadratmetern Kletterfläche austoben können. Für Kinderklettern beziehungsweise Inklusionssport sind weitere 150 Quadratmeter Kletterfläche vorgesehen.

Die Bauweise, versprach Architekt Engelhart, sei dabei zu 100 Prozent nachhaltig! Das Dach werde begrünt, das Gebäude mit Photovoltaik beziehungsweise einer thermischen Solaranlage ausgestattet, und die WC-Spülungen mit Regenwasser aus einer eigens angelegten Zisterne befüllt. Während die Halle selbst als sogenannter Skelettbau in Kombination mit Massivbau daher kommen wird, wird das Nebengebäude aus Ziegelsteinen errichtet. „Diese Stoffe“, so Engelhart, seien „leichter zu recyceln“.

Dass die Halle, die optimalerweise dann im kommenden Herbst öffnen soll, ein Erfolg wird, davon gehen die Verantwortlichen fest aus. Landesvorsitzender Christian Schwarzkopf rechnet bei Öffnungszeiten täglich von 8 bis 23 Uhr (outdoor bis 22 Uhr) mit mindestens 120 Besuchern pro Tag. „Die werden uns die Türen einrennen in Dachau, und wir freuen uns drauf“, so Schwarzkopf.

Was die Eintrittspreise betrifft, wollen sich die Naturfreunde an die Preisgestaltung der Kletterhallen in der Umgebung halten. „Wir werden nicht der billige Jakob sein“, betonte Robert Denk, der im Landesverband für die Finanzen zuständig ist. Im Unterschied zu anderen Kletterhallen wird es in Dachau jedoch „eine soziale Komponente“ geben. Neben Tages-, Jahres- und wahrscheinlich auch Monatskarten wird es Denk zufolge auch Ermäßigungen für Menschen mit geringem Einkommen geben. Das Ziel, so Denk, sei, „dass jeder sich das Klettern leisten kann“.

Ein weiteres, wenn auch unausgesprochenes Ziel, ist bei dem Projekt natürlich auch die Mitgliedergewinnung. Denn Naturfreunde kraxeln laut Denk trotz Mitgliedsbeitrag und Hallen-Karte immer noch günstiger als Nichtmitglieder, die nur für die Karte bezahlen müssen.

Oberbürgermeister Florian Hartmann bedankte sich bei den Naturfreunden für deren Engagement. Die Halle werde „ein Gewinn für Dachau“, war er sich sicher. Zugleich betonte er, dass die vergangenen „ein, zwei Jahre keine verlorene Zeit waren“. Nun sei wichtig, „dass das Projekt auf soliden Beinen steht“.

Denn das tut es mittlerweile, wenn man den Worten der Naturfreunde Glauben schenken mag. Die Finanzierung der Investitionskosten von 4,3 Millionen Euro ruht Denk zufolge auf zwei Säulen: Von Privathand wurden 1,3 Millionen Euro gesponsert, die in Kombination mit einem „gscheiten Businessplan“ die Stadtsparkasse München veranlasst hätten, weitere 3,150 Millionen Euro zu leihen. Denk war, auch in Richtung der anwesenden Bank-Vertreter, entsprechend optimistisch, „dass wir das gemeinsam zum Erfolg führen können“.

Mit baurechtlichen Fragen müssen sich die Naturfreunde nicht mehr befassen. Die Halle ist samt Außenanlagen bereits vor drei Jahren gebilligt worden. Sogar ein Spatenstich hatte schon stattgefunden...

Sponsoren willkommen!

Die neue Kletterhalle bietet sich auch als wunderbare Werbefläche an, betonte Robert Denk vom Landesverband der Naturfreunde am Montag bei der Präsentation der Pläne. Demnach können Firmen, Vereine, Gruppen oder Privatpersonen Bannerwerbung machen oder sogar einzelne Kletterrouten nach sich benennen lassen – gegen entsprechende Bezahlung, versteht sich. Fragen dazu beantworten die Naturfreunde unter E-Mail an robert.denk@naturfreunde-bayern.de.

Neben der Bauplanung sind die Verantwortlichen auch schon mit der Personalplanung beschäftigt. Gesucht werden Teilzeit- und 450-Euro-Kräfte für das Bistro und die Hausdienste. Dazu braucht es noch einen Geschäftsführer für die Anlage.

zip

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