Gewitterfront rollt auf Bayern zu: Höchste Warnstufe vor schwerem Unwetter in mehreren Landkreisen

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Mängel allerorten: ASV-Geschäftsführer Andreas Wilhelm vor den kaputten Jalousien der Scherer-Halle. Immerhin „ist es im Moment heiß. Dann regnet’s uns nicht rein.“ 

Stadtrat nach drei Jahren keinen Schritt weiter

Endlose Diskussion um neue Eishalle

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Bei der Diskussion über den Bau einer wie auch immer gearteten neuen Eislauffläche für Dachau zeigt sich immer deutlicher: Um Sport, geschweige denn die Interessen der Bürger, geht es bei dem Thema längst nicht mehr. Der ASV Dachau droht nun zum Spielball zerstrittener Lokalpolitiker zu werden.

Dachau – Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) hatte gleich zu Beginn der jüngsten Finanzausschusssitzung einen Vorschlag. „Warum“, fragte sie in die Runde, „rufen wir nicht eine Standortfindungskommission ins Leben?“ Diese solle mit Vertretern aller Fraktionen, der Verwaltung und der Vereine besetzt sein und das Thema „sachlich diskutieren“. Das Thema Kunsteisbahn sei aktuell „parteipolitisch dermaßen aufgeladen“, dass es dringend nötig sei, „Emotionen rauszunehmen“.

Allerdings wurde Geißlers Vorschlag nicht angenommen. Oder besser gesagt: Er wurde nicht nur nicht angenommen, er wurde nicht einmal diskutiert. Stattdessen beharrten alle Seiten auf ihren Standpunkten. Ob und wenn ja wann und wie Dachau eine neue Kunsteisbahn bekommt, ist seit Dienstag offener denn je. Genauso offen – und mit Folgen für noch wesentlich mehr Dachauer Sportler – ist damit die Zukunft der maroden Georg-Scherer-Halle auf dem ASV-Gelände. Deren Schicksal ist nämlich weiterhin an eine neue Kunsteisbahn gekoppelt. ASV-Geschäftsführer Andreas Wilhelm war nach der Sitzung entsprechend bedient: „Irgendwann fällt uns die Scherer-Halle auf den Kopf. Wollen wir wirklich warten, bis etwas passiert?“

Offensichtlich ja. Die Stadträte fassten nämlich eine Reihe von Beschlüssen, die – wenn man dem Bauamt glaubt – nicht funktionieren können.

Feuchte Wände und Decken sind weitere Probleme der Scherer-Halle. 

So bekräftigte das Gremium erneut den Beschluss, die Scherer-Halle auf der Fläche der aktuellen Eisfläche erst neu zu bauen, wenn es im südlichen Bereich des ASV-Geländes eine neue Eisfläche gibt. Um Platz für diese Eisfläche zu gewinnen, sollen 1200 Quadratmeter Erholungswald gerodet sowie vier Tennisplätze rückgebaut werden. Bannwald oder weitere Tennisplätze, so ein weiterer Beschluss, sollen für die neue Kunsteisbahn nicht geopfert werden. Auch den Geh- und Radweg sowie die Baumallee entlang der Gröbenrieder Straße wollen die Stadträte erhalten. Gleichzeitig aber soll der neuen Eisfläche, entsprechend weiterer Beschlüsse, „die Planung der Eissporthalle von Burgau zugrunde liegen“ und die künftige Eisfläche 30 mal 60 Meter umfassen. Die Tribüne soll maximal 400 Plätze bieten und die ganze Anlage behindertenfreundlich werden.

Wie das alles auf das schmale Grundstück passen soll und vor allem, wie man die Parkplatzfrage lösen will, darauf wussten die Befürworter dieser Beschlüsse – das waren vor allem die fünf Stadträte der CSU, die beiden Grünen sowie ein Vertreter der Freien Wähler – keine Antwort. Die genauere Planung „muss der Bauausschuss machen“, betonte Sportreferent Günter Dietz (CSU). Und mehr Parkplätze als beim ASV „gibt’s bei keinem Verein“! Für Thomas Kreß (Grüne) sind Parkplätze ohnehin verzichtbar, die Diskussion darüber sei „Verkehrsplanung von gestern und vorgestern“. OB Florian Hartmann sowie Sabine Geißler hielten jedoch dagegen, dass im Bereich rund um den ASV schon heute Chaos herrsche, zuletzt sei am vergangenen Wochenende zu besichtigen gewesen, „was los ist, wenn auf der Jugendsportanlage Wettkämpfe sind“.

Am Ende half es auch nicht, dass Bauamtsleiter Moritz Reinhold grafisch verdeutlichte, wie wenig die „wunderschöne“ (Dietz) Burgauer Halle auf das ASV-Gelände passt: Das Bauwerk ragt, egal wie man es dreht und wendet, entweder in die Gröbenrieder Straße, in den Bannwald oder die ASV-Tennisanlage. „Was nicht passt, wird passend gemacht“, kommentierte Sören Schneider (SPD) die Wünsche der CSU.

Dass nun aber erstmal gar nix gemacht wird, dafür sorgte schließlich ein Antrag von Thomas Kreß, der geprüft wissen will, inwieweit sich ein fester Hallenbau von einer einfachen überdachten Eisfläche in den Punkten Energieverbrauch, Kosten und Flächenverbrauch unterscheiden. Erst wenn er „Zahlen in der Hand“ habe, könne er entscheiden, wie eine künftige Eisfläche aussehen solle, so Kreß. Laut Bauamt dürfte die Untersuchung Monate dauern.

Dauer-Störung: Im Steuerungsbereich der knapp 50 Jahre alten Scherer-Halle leuchtet seit Monaten eine Störungslampe. Eine Sicherung war herausgesprungen.

Egal was am Ende gebaut wird: Für Jürgen Seidl (FDP) wird eine Eisfläche auf dem südlichen ASV-Gelände ein „deplatzierter Fremdkörper“ und „in keinster Weise passend“. OB Hartmann warnte daher, dass die Folgen dieser Entscheidung „in ein paar Jahren sichtbar“ werden. In der Scherer-Halle aber sieht man sie schon heute ...

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