Stolze Gewinner von jeweils 1500 Euro: die fünfköpfige Familie Wagenpfeil (links) mit dem zweiten Bürgermeister von Sulzemoos, Johannes Kneidl (obere Reihe, Zweiter von links), sowie die vierköpfige Familie Kolbinger (rechts) samt dem Erdweger Bürgermeister Christian Blatt (hinten, Dritter von rechts). Foto: hab

Energiepreis des Landkreises geht an zwei Familien

Nachahmenswertes Engagement

Der Energiepreis des Landkreises geht heuer an die Familien Wagenpfeil aus Sulzemoos sowie Kolbinger aus Welshofen.

Dachau – Jedes Jahr ist es eine schwere Entscheidung, einen Gewinner für den Energiepreis zu küren. Alle eingereichten Projekte sind laut Landratsamt „bewundernswert und laden zum Nachahmen ein. Sie zeigen auf, wie vielfältig die Ideen im Landkreis sind, um tatkräftig den Klimaschutz voranzubringen“.

Der Umweltausschuss des Landkreises hatte in seiner Sitzung am 8. November entschieden, den Energiepreis 2019 in Höhe von 3000 Euro in gleichen Teilen auf zwei Projekte aufzuteilen. Das Landratsamt gratuliert den diesjährigen Preisträgern: der Familie Wagenpfeil aus Sulzemoos, die eine „Hackschnitzelheizung mit Wärmenetz“ für drei Einfamilienhäuser errichtet hat, sowie Familie Kolbinger aus Welshofen, die ihr „Einfamilienhaus mit einem Energiemanagement“ ausgestattet hat, das die Nutzung von Photovoltaik und Batteriespeicher optimal kombiniert.

Diese beiden Projekte werden mit dem Energiepreis „besonders gewürdigt, da sie in hohem Maße die beiden Kriterien Einsparung CO2 und Vorbildfunktion erfüllen“, hieß es in der Laudatio.

Florian Kolbinger, gelernter Heizungs- und Lüftungsbauer aus Welshofen, berichtete den Gästen im großen Sitzungssaal des Landratsamtes, wie es zu seinem Engagement in Sachen Energiesparen kam. „Der wachsende Mehrverbrauch von Energie und Wasser“ nach der Geburt seiner beiden Kinder habe ihn angetrieben, seine Gebäudetechnik so zu erweitern, dass er sein Haus „fast energieneutral betreiben kann“. Fast bedeutet: „Mit meinen bisherigen Projekten habe ich eine jährliche Trinkwasserersparnis von zirka 40 Kubikmeter erreicht. Eine Jahresdurchschnittsautarkie im Bereich Heizung, Warmwasser und Strom von bis zu 80 Prozent ist mir ebenfalls möglich.“ Die „restlichen 20 Prozent“ möchte der nimmermüde Bastler nun mit seinem „nächsten Projekt ausgleichen“: eine Kleinwindkraftanlage mit 3,5 kW Nennleistung.

Michael Wagenpfeil hatte eine alte Ölheizung, die er entweder durch eine neue ersetzen oder eine nachhaltige wie günstige Alternative austauschen konnte. Wagenpfeil entschied sich für letzteres: Er baute für eine „Heizzentrale“, von der aus er mittels Hackschnitzeln drei Wohneinheiten belieferte. Dies, betonte er stolz, ergebe eine CO2-Ersparnis gegenüber der Heizöl-Heizung von 24 Tonnen pro Jahr. Im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen war der Heizungsumbau seiner Meinung nach auf alle Fälle „die richtige Entscheidung“.  dn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Boarding-House für Zusteller
Die Petershauser Gemeinderäte bschlossen letztmals in alter Besetzung Projekte. Es ging dabei um ein Boarding-House sowie das neue Feuerwehrhaus.
Boarding-House für Zusteller
Dachauer Tafel versorgt im Notbetrieb 150 Personen
Nachdem sich sehr viele freiwillige Helferinnen und Helfer gemeldet hatten und verschiedene Lieferanten Lebensmittel brachten, konnte die Dachauer Tafel am vergangenen …
Dachauer Tafel versorgt im Notbetrieb 150 Personen
Coronavirus im Landkreis Dachau: Odelzhausen bekommt Corona-Teststation
Das Coronavirus hat Bayern fest im Griff, auch den Landkreis Dachau. In diesem Liveticker erfahren Sie alle aktuellen Geschehnisse rund um Covid-19.
Coronavirus im Landkreis Dachau: Odelzhausen bekommt Corona-Teststation
Ruth Göttler kämpft für Radwegenetz und erneuerbare Energie
Eine neue Partei im Gemeinderat Bergkirchen und ein neues Gesicht: Ruth Göttler aus Günding hat zusammen mit Stefan Haas (Bergkirchen) auf Anhieb für Bündnis 90/Die …
Ruth Göttler kämpft für Radwegenetz und erneuerbare Energie

Kommentare