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Am runden Tisch im großen Sitzungssaal des Landratsamts saßen die Vertreter von Behörden und Verbänden. 

Managementplan des Flora-Fauna-Habitatgebiets vorgestellt

Naturschatz Ampertal

Entwurf für den Managementplan des Flora-Fauna-Habitatgebiets „Ampertal“ wurde bei Rundem Tisch im Landratsamt Dachau vorgestellt.

Dachau – „Das ist ein Stück unserer bayerischen Kulturlandschaft“ – bei der Vorstellung des Entwurfs für den Managementplan des Flora-Fauna-Habitatgebiets „Ampertal“ betonte Regierungsdirektor Thomas Eberherr die große Bedeutung des etwa 2100 Hektar großes Gebietes, über dessen Schutz im Landratsamt gesprochen wurde.    

Alle 27 europäischen Mitgliedsstaaten haben sich unter dem Oberbegriff „Natura 2000“ dazu verpflichtet, die natürlichen Lebensräume mit ihren Tieren und Pflanzen zu erhalten. Rund elf Prozent der gesamten Fläche Deutschlands ist für Natura 2000 gemeldet worden. Da in Bayern jeden Tag ein Fläche von etwa 17 Fußballfeldern verbaut wird, kommt dem Ampertal eine ganz besondere Bedeutung zu. Am runden Tisch im großen Sitzungssaal saßen nicht nur Vertreter der Regierung von Oberbayern, sondern auch Mitarbeiter von Wald- und Fortwirtschaftsbehörden und -verbänden, der Fischereifachberatung Oberbayern, dem Landratsamt Dachau als Untere Naturschutzbehörde, Mitglieder des Bauernverbandes, Grundeigentümer, Landwirte, Naturschutzvereine, Mitarbeiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie interessierte Bürger, die an dem Vormittag alle zu Wort kamen. Es wurde stets sachlich, kompetent und fair diskutiert, Moderator Thomas Eberherr war von der guten Atmosphäre in Dachau sehr angetan.

Gastgeberin Isabel Körner, die Landrat Stefan Löwl vertrat, sprach von einem „Spannungsverhältnis zwischen Nutzung, Erholung und Natur“ und dass dies die große Herausforderung bei der Erstellung des Management-Plans sei. Bei den anschließenden Präsentationen hatte man allerdings schnell das Gefühl, dass durch die Zusammenarbeit der Behörden und Verbände sowie den Landwirten alles andere als ein Spannungsverhältnis herrscht. Vielmehr zeigten sich alle gewillt, den Erhalt des rund 2100 Hektar großen Lebensraums entlang der Amper, der auch die Landkreise Freising und Fürstenfeldbruck einschließt, zu gewährleisten und wenn möglich sogar zu verbessern.

Mit der Erfassung des Ist-Zustandes von Flora und Fauna hatte die Regierung von Oberbayern das Planungsbüro PAN beauftragt. Daniel Fuchs vom PAN stellte fest, dass der Großteil des Offenland-Gebietes mit „gut“ zu bewerten ist. „Sie haben einen schönen Naturschatz im Ampertal“, lobte Fuchs. Der Großteil der Amper im Landkreis Dachau ist unverbaut, es wurden seltene Insekten- und Pflanzenarten gefunden, wie beispielsweise der „kriechende Sellerie“ oder die „Sumpf-Gladiole“. Mit einmaligen und dauerhaften Maßnahmen könne man den guten Zustand erhalten und verbessern. Dazu schlug er unter anderem schonende Teilentlandungen, Schilfbekämpfung, Entbuschung sowie die Erhaltung und Schaffung von Kieslaichplätzen oder eine späte Mahd vor. Das Mähgut wird im Landkreis überwiegend für kommunale Ausgleichsflächen genutzt.

Försterin Daniela Janker stllte in ihrem Gutachten fest, dass sich die Waldholzauenwälder mit Eschen, Erlen und Weiden im Landkreis in einem guten Zustand befinden. Jonas Hürtem vom Wasserwirtschaftsamt bescheinigte der Amper eine gute Wasserqualität. Auf Nachfrage musste er jedoch einräumen, dass es technisch noch nicht möglich sei, Spurenstoffe, wie Medikamente, bei der Klärung herauszufiltern. Leonhard Egg von der oberbayerischen Fischerei-Fachberatung machte eher die Anbindung an die Isar für die nicht optimale Wasserqualität verantwortlich.

Beim Thema Stickstoffemission, das BBV-Kreisobmann Anton Kreitmair ins Gespräch brachte, musste Thomas Eberherr einräumen, dass diese leider nicht im Management-Plan enthalten sei.

Ohne Änderungsvorschläge der in Dachau Anwesenden geht es nun mit zwei weiteren runden Tischen in Freising und Fürstenfeldbruck weiter. Danach werden die Ergebnisse aus diesen Gesprächsrunden ausgewertet und der fertige Plan dann im Internet veröffentlicht und „zum Leben erweckt“. Für Grundeigentümer ist der Management-Plan zwar nicht verbindlich, aber es gilt ein „Verschlechterungsverbot“: Der attestierte gute Zustand muss erhalten werden.

sim

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