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Die Allianz der Kreisrätinnen (von links) Sylvia Neumeier (SPD), Michaela Steiner (Freie Wähler), Stephanie Burgmaier (CSU), Armgard Körner (Grüne), Marianne Klaffki (SPD), Ursula Kohn (Grüne), Marese Hoffmann (Grüne), Anita Engelbrecht (SPD), Mechthild Hofner (ÖDP) und Martina Purkhardt (Freie Wähler).

Erste Kreistagsfraktionen werden von Mann und Frau geführt

Ab jetzt im Doppel

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Die ersten vier Kreistagsfraktionen werden ab sofort von Mann und Frau geführt.

Dachau – Der Kreistag hat vergangene Woche den Weg endgültig frei gemacht für die aus einer Frau und einem Mann bestehende, gleichberechtigte Doppelspitze beim Fraktionsvorsitz der einzelnen Parteien. Noch in der Sitzung wurden die ersten vier Pärchen bekannt.

Bei den Christsozialen heißt das künftige Alter Ego von Wolfgang Offenbeck wenig überraschend Stephanie Burgmaier. Die Sulzemooserin war eine treibende Kraft bei der Allianz von 16 Kreisrätinnen, die – unter anderem – die Doppelspitze gefordert hatte.

Andersherum ist die Lage bei den Grünen. Hier bekommt die Frau einen Mann zur Seite. Fraktionsvorsitzende und Allianz-Initiatorin Marese Hoffmann wird von Achim Liebl begleitet.

Bei der SPD ist ebenfalls schon ein Bündnis geschlossen worden. Harald Dirlenbach und Marianne Klaffki treten gemeinsam auf.

Selbst FW-Fraktionschef Michael Reindl, der zuvor im Kreisausschuss noch gegrummelt hatte, dass jede Partei die Frage nach dem Vorsitz individuell gestalten solle, lenkte ein, stimmte nun für den Antrag und bekam noch in der Sitzung eine weiblichen Stütze in Form von Michaela Steiner.

Der Doppelvorsitz ist eine Kann-Bestimmung. Ihn als verpflichtend in der Geschäftsordnung zu verankern, war rechtlich unmöglich, da dies die demokratischen Rechte einer Fraktion, die eigene Ordnung selbst zu regeln, übergehen würde. Die Aufwandsentschädigung in Höhe von monatlich 110 Euro für den Fraktionsvorsitz müssen sich die beiden künftigen Spitzenfrauen und -männer teilen. Schließlich gilt die Neuregelung zunächst nur für die laufende Wahlperiode. Im neuen Kreistag nach der Kommunalwahl im nächsten Jahr kommt das Thema nochmals aufs Tableau.

Marese Hoffmann merkte an, dass die jetzige Kann-Regelung „nicht das ist, was wir uns erhofft haben“. Es bestehe die „politische Verpflichtung“ so bald wie möglich das „Kann“ durch ein „Muss“ zu ersetzen. Ihre Fraktionschefin-Kollegin Burgmaier griff noch ein weiteres Begehr der Kreisrätinnen-Allianz auf. Dass endlich mehr Frauen Politik machen. Die Fraktionschefinnen dienten hier als sehr gute Motivationshilfe.

Frauen in der Chefrolle schön und gut, befand schließlich Sebastian Leiß (FW Dachau). Es mangele dem Kreistag an Diversität. „Es müssen mehr junge Leute rein“, so das mit 30 Jahren jüngste Kreistagsmitglied. Sonst werde der „Kreistag zum Greistag“. 

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