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Schnitten das Band durch: v.l. Stefan Löwl, Erwin Lenz und Michael Piazolo. Dahinter v.l. Oberbürgermeister Florian Hartmann, Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath und Bezirkstagspräsident Josef Mederer.

Erweiterungsgebäude des Ignaz-Taschner-Gymnasiums eingeweiht 

„Ein schöner Betonblock“

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Ein Sabotageakt im August vergangenen Jahres hatte den Bau des Erweiterungsgebäudes des Ignaz-Taschner-Gymnasiums enorm verzögert. Nun, knapp ein Jahr später, ist es endlich vollbracht – der Erweiterungsbau konnte eingeweiht werden.

Dachau –

Die dunklen Gewitterwolken hatten sich rechtzeitig verzogen: So konnte die Einweihungsfeier für den Erweiterungsbau des Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasiums (ITG) am Donnerstag wie geplant im Freien vor dem Neubau stattfinden, zu der sogar der bayerische Kultusminister Michael Piazolo als Festredner gekommen war. Unter den Gästen waren natürlich Schulleiter Erwin Lenz als künftiger Hausherr mit Repräsentanten der ITG-Schulfamilie, Landrat Stefan Löwl, dazu Vertreter der am Bau beteiligten Firmen sowie der Kommunalpolitik.

Die Übergabe eines neuen Gebäudes ist immer ein Grund zum Feiern. Doch bei dem Festakt der ITG-Erweiterung war eine besondere

Erleichterung und Begeisterung spürbar. Das komplexe und moderne Gebäude war im vorigen August nach zweijähriger Bauzeit beinahe fertig, da warf ein bis heute ungeklärter Sabotageakt die Arbeiten enorm zurück. Umso größer die Freude, dass es jetzt geschafft ist. „Endlich fertig“, sagte Schulleiter Erwin Lenz erleichtert. Landrat Löwl zeigte sich ebenfalls begeistert. „Ein toller, wichtiger Tag“, erklärte er.

Endlich fertig: der neue Erweiterungsbau des Ignaz-Taschner-Gymnasiums mit Basketballfeld auf dem Dach.

Mit dem Erweiterungsbau erhält das Ignaz-Taschner-Gymnasium dringend benötigte Fachräume für die naturwissenschaftlich-technischen-Fächer (MINT). Die Ausstattung ist auf höchstem Niveau, das Gebäude „eines der modernsten MINT-Schulgebäude in Bayern“, wie Löwl stolz betonte. Die künftigen Nutzer fänden dort „Lehr- und Lernbedingungen, die ihresgleichen suchen“. Von einer „hochmodernen Ausstattung“ sprach Schulleiter Lenz, der sich bedankte, dass die Schulfamilie in der Planungsphase intensiv eingebunden war. „Der Bauherr hat uns fast alle Wünsche erfüllt, das ist nicht selbstverständlich.“

Das Gebäude, für das der Landkreis 22 Millionen Euro ausgegeben und der Freistaat gut fünf Millionen Euro dazugeschossen hat, bietet neben 17 Fachräumen mit davor liegenden Lernflächen, eine Zweifach-Turnhalle und eine Tiefgarage mit 40 Parkplätzen. Beides wichtige Infrastrukturen, denn als „Innenstadtschule“ habe das Gymnasium bisher über keinen einzigen Stellplatz und keine eigene Sporthalle verfügt, sagte Lenz. Den modernen Bau nannte der Schulleiter im besten Sinn „einen schönen Betonblock“. Das Gebäude nun „mit Leben zu erfüllen“, sei Aufgabe der Schulfamilie.

Momentan werden die Kisten in den alten Fachräumen schon gepackt, die anschließend zu dringend benötigten Klassenzimmer umgebaut werden, erklärte Lenz im Gespräch mit der Heimatzeitung. Wichtige Voraussetzung für ein reibungsloses „Einleben“ von Lehrern und Schülern in den Neubau ist, dass ab September wie aktuell geplant wieder Präsenzunterricht stattfindet.

Genau das liegt Kultusminister Michael Piazolo am Herzen, wie er in seiner Festrede betonte. Weiter ging er auf die Rolle des Raums als Pädagogen ein. Die Umgebung sei mit entscheidend für die Lernatmosphäre. Der Erweiterungsbau biete derart „gute Räume“ und sei ein weiterer Beweis für das hohe Engagement des Landkreises, der bereits mit den Gütesiegeln „Bildungsregion“ und „Bildungsregion digital“ ausgezeichnet wurde.

Der Kultusminister hob in seiner Rede die Rolle der Schule als sozialen Interaktionsraum hervor. „Es geht um die Beziehung von Schülern und Lehrern.“ Genau deshalb sei Präsenzunterricht durch nichts zu ersetzen.

Doch das Ignaz-Taschner-Gymnasium, das betonte Piazolo ausdrücklich, leiste nicht nur in den MINT-Fächern, für die der Neubau maßgeblich geschaffen wurde, großartige Arbeit. Vielmehr vermittle das ITG als Schule gegen Rassismus wichtige Werte. Und engagiere sich für die Förderung von „künstlerischen Potenzialen auf höchstem Niveau“, sagte er. „Weit schallt der Ruf, was sie tun.“

Nach dem kirchlichen Segen, gespendet von Pfarrer Thomas Körner von der evangelischen Friedenskirche und Dekan Heinrich Denk vom Pfarrverband Heilig Kreuz und Sankt Peter, konnten die Gäste bei einem Rundgang einen Blick in die in grau-weiß gehaltenen, hellen Räume mit davorliegenden Freiflächen werfen, wo petrolfarbene Sitzwürfel für Akzente sorgen. Als „Gimmick“, also eine nette Zugabe, des Neubaus bezeichnete Löwl eine begehbare Dachfläche mit Basketballfeld. Der Landrat hatte extra einen Ball mitgebracht und lieferte sich gemeinsam mit Kultusminister Piazolo ein kleines Match um den ersten Korbwurf.

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