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Diese Tennisplätze auf dem ASV-Gelände sind bald Geschichte, an ihrer Stelle soll eine neue Eislaufbahn entstehen. Auch ein Teil des des Waldes im Hintergrund wird für die Eisfläche weichen müssen.

Tennisspieler des ASV Dachau fürchten um ihre Plätze

Es wird eng für die neue Eishalle

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Auch wenn die Temperaturen es derzeit nicht erahnen lassen: Verwaltung und Stadtrat machen sich gerade wieder intensiv Gedanken über die geplante neue Eishalle für Dachau. Ins Schwitzen kommt dabei aber vor allem die Tennisabteilung des ASV – denn die Tennisspieler fürchten um ihre Plätze.

 „Vier Plätze geben wir ab. Mehr geht nicht!“ Andreas Wilhelm, Geschäftsführer beim ASV Dachau, ist sehr deutlich, wenn es um die Zukunft der Tennisanlage seines Vereins an der Gröbenrieder Straße geht. Dass Wilhelm dies überhaupt so explizit betonen muss, liegt an der Tatsache, dass in der ASV-Tennisabteilung gerade die Angst umgeht: Die Angst, dass die für den Eisflächenbau bislang vorgesehene Fläche nicht reicht und deswegen – zusätzlich zu den ohnehin vier wegfallenden Tennisplätzen – noch weitere Plätze dem Eis-Projekt weichen müssen.

Wie berichtet, hatte eine Mehrheit des Stadtrats, angeführt von der CSU, durchgesetzt, dass die neue Eisfläche der Stadt im südlichen ASV-Gelände untergebracht werden soll. Pläne des ESV Dachau Woodpeckers, eine multifunktionale und behindertensportgerechte Eishalle an die Wallbergstraße zu bauen, hatten dagegen keine Zustimmung im Gremium gefunden.

Das Problem ist nur: Der aktuell gültige Beschluss sieht lediglich vor, die marode, 40 Jahre alte Freieisfläche durch eine moderne, überdachte Freieisbahn im südlichen Bereich des ASV-Geländes zu ersetzen. Für den Ersatzbau, auch das hält der Beschluss fest, sollen vier Tennisplätze sowie 2000 Quadratmeter Wald weichen. Von einer richtigen Eishalle, wie sie zuletzt auch die CSU-Fraktion forderte, ist in dem Beschluss nicht die Rede. Insofern fragen sich nicht nur die ASV-Tennisspieler: „Wie soll auf diesem schmalen Grundstück an der Gröbenrieder Straße eine Eishalle samt Parkplätzen und entsprechenden Zufahrten Platz finden? Da werden vier Tennispätze wohl nicht reichen.“

Markus Haberl, zuständiger Amtsleiter im Dachauer Rathaus, fasst das Standort-Problem für das ASV-Gelände so zusammen: „Je mehr gewollt wird, umso schwieriger wird die Umsetzung.“ Und: Wenn die Stadträte nun wirklich eine richtige Halle wünschen, „dann müssen wir neue Beschlüsse herbeiführen.“

Um die Willensbildung zu vereinfachen, unternehmen die Stadträte nun auf Vorschlag der ÜB-Fraktion am 12. Juli einen Ausflug nach Burgau: In der 40 Kilometer von Augsburg entfernten Gemeinde steht eine hochmoderne, rund 6 Millionen Euro teure Eishalle inklusive 800 Tribünenplätzen, einer beeindruckenden Holzdachkonstruktion und einer Eisfläche, die sowohl dem Leistungs- als auch dem Breitensport Platz bietet.

Sportreferent Günter Dietz (CSU) will an der Fahrt nach Burgau teilnehmen. Die Halle dort sieht er als Vorbild für die Große Kreisstadt: „So eine soll’s werden!“ Angesprochen auf das Platzproblem und die Befürchtungen der Tennisspieler, weitere Plätze opfern zu müssen, gibt er sich aber vage: „Der Standort ASV-Gelände bleibt!“ Alle weiteren Detailfragen würden nach der Fahrt nach Burgau geklärt.

Im Rathaus sieht man es allerdings nicht ganz so entspannt. Amtsleiter Haberl hat das Thema daher auch auf die Tagesordnung der Haupt- und Finanzausschusssitzung am Dienstag, 23. Juli, gesetzt. Denn: „Wir brauchen jetzt endlich die Rahmenbedingungen für den Bau der Kunsteisbahn. Die Stadträte müssen uns sagen, was sie wollen!“

Bauamtsleiter Moritz Reinhold will dabei unter anderem diese Fragen beantwortet wissen: Soll das Bauwerk überdacht werden? Wie viele Tribünenplätze sind gewünscht? Wie barrierefrei soll die Anlage werden? Wie soll das Parkplatzproblem gelöst werden? Und vor allem: Wären die Stadträte bereit, für den Hallenbau weitere Tennisplätze beziehungsweise sogar Bannwald zu opfern? „Es gibt einen Strauß an Möglichkeiten“, findet Reinhold.

895 Dachauer hatten bereits vor Wochen im Rahmen einer Onlinepetition des Jugendrats unter dem Motto „Stadtwald bleibt“ erklärt, dass für die Eishalle keine Bäume fallen sollen. Haberl will dieses Ergebnis in der Sitzung am 23. Juli ebenfalls vorstellen. „Nur zur Kenntnis“, wie er sagt.

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