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Traumberuf Polizistin: Caroline Westermair durchläuft derzeit eine Ausbildung bei der Dachauer Bepo.

Familientag bei der Bereitschaftspolizei in Dachau

Der Polizeinachwuchs zeigt sein Können

Rund 150 Nachwuchskräfte werden bei der bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau ausgebildet. Eine von ihnen ist Caroline Westermair aus Petershausen. Bei einem Familientag präsentierte sich  der Polizeinachwuchs der Öffentlichkeit.

Dachau – Die Uniform sitzt, die Haare sind nach hinten gebunden, die Schminke dezent: Auf ein seriöses Äußeres wird in der Polizeiausbildung Wert gelegt. Caroline Westermair ist eine von 152 Polizeianwärtern im 63. Ausbildungsseminar der Bereitschaftspolizei in Dachau. Zweieinhalb Jahre lang werden sie fit gemacht für den Polizeiberuf. Neben Schießübungen oder Selbstverteidigung gehört viel Rechtstheorie dazu. Gesetze und Vorschriften machen gut die Hälfte des Unterrichtsinhaltes aus. Denn die angehenden Polizisten müssen sich auskennen: Wann kann ich Personen festnehmen? In welchen Situationen darf ich die Schusswaffe verwenden? Hier ist Pauken angesagt, und das fällt nicht jedem leicht, sagt Seminarleiter Gerd Lallinger. Hinzu kommen hohe Anforderungen an die körperliche Fitness. Von ursprünglich 160 Polizeianwärtern sind nach neun Monaten bisher 152 übrig geblieben. Das kann aber auch ganz simple Gründe haben – ein Jungbauer übernimmt den Hof vom Vater, ein anderer heiratet. Nicht alle werfen hin, weil sie an den Anforderungen gescheitert sind. Wer bis zum Ende durchhält, der wird aber garantiert übernommen. Denn der Freistaat braucht dringend neue Polizisten.

Am Samstag haben sich die Nachwuchs-Polizisten ihren Familien und der Öffentlichkeit präsentiert. Jedes der Ausbildungsseminare – vier davon gibt es in Dachau – soll einmal einen solchen Tag gestalten. Die Besucher, meist Angehörige der Polizeischüler, konnten sich typische Situationen aus dem Polizeialltag anschauen: ein Verkehrsunfall, eine Verhaftung, Selbstverteidigung und Schießtraining standen auf dem Programm – natürlich alles nur simuliert.

Auch Caroline Westermair ist beim Familientag dabei. Unter den rund 150 Mitschülern sind gut 40 Frauen. Der Anteil weiblicher Nachwuchskräfte steigt, aber der Polizeiberuf ist nach wie vor überwiegend eine Männerdomäne. Probleme hat Caroline damit nicht. Der Umgang untereinander sei gut, und mit 26 Jahren sei sie schon etwas älter als die meisten Mitschüler. Denn die Petershausenerin hat nach der Schule erstmal Industriekauffrau gelernt. Eigentlich hatte sie sich damals schon für die Arbeit bei der Polizei begeistert, aber trotz Brille hat sie schlecht gesehen und konnte die körperlichen Anforderungen nicht erfüllen. Doch ihr Traumberuf hat sie nicht losgelassen. „Irgendwie fand ich die Polizisten immer interessant, zum Beispiel bei Fußballspielen, und ich hab’ gedacht, das wäre auch was für mich“, erzählt die 26-Jährige. Sie ließ sich die Augen lasern und trainierte hart für die Aufnahmeprüfung. Mehrere Monate musste sie sich auf die Tests vorbereiten.

Ihren Eltern erzählte Caroline Westermair erst mal nichts. „Wir haben erst nach der Aufnahmeprüfung erfahren, dass sie Polizistin werden will“, erzählt ihr Vater Edgar Westermair. Ein bisschen sei er manchmal in Sorge, dass der Tochter etwas passieren könnte. „Aber es hilft ja nichts“, meint er, denn andere Berufe seien auch nicht ungefährlich. Für die junge Polizeianwärterin geht es jetzt darum, gut durch die Ausbildung zu kommen. Man könne sich anfangs gar nicht so genau vorstellen, was einen dabei erwarte. Sport und Einsatztraining mag die junge Frau übrigens lieber als die trockene Theorie – aber es geht halt nicht ohne.

Oliver Gierens

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