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Einen bunten und friedlichen Umzug wünscht sich das Indersdorfer Faschingskomitee auch heuer. Unser Bild stammt vom Februar 2018.

Aggressives Verhalten?

Feldgedinger Gruppe darf nicht an Faschingsumzügen teilnehmen - Polizei erklärt, warum

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Die Feldgedinger Faschingsgruppe ist auch heuer von den Umzügen ausgeschlossen. Doch sie sollen eine Chance bekommen.

Feldgeding/Indersdorf – Die Feldgedinger Faschingsgruppe baut heuer keinen Wagen. Denn sie darf weder bei den Umzügen im Landkreis Dachau noch im benachbarten Olching mitfahren. Den Grund dafür, teilt die Dachauer Polizei mit: „Die Feldgedinger Gruppe ist bei mehreren Vorfällen in den Jahren 2017 und 2018 immer wieder polizeilich in Erscheinung getreten.“ Seit rund vier Jahren organisieren Maxi Märkl (22) und sein Spezl alles rund um den Feldgedinger Faschingswagen. Märkl wehrt sich gegen die Vorwürfe der Polizei: „Wir verstehen nicht, warum wir nicht mehr mitfahren dürfen.“

Faschingsgruppe aus Feldgeding stand bei Umzügen bereits unter Beobachtung

Bereits im vergangenen Jahr stand die Feldgedinger Faschingsgruppe bei den Umzügen in Vierkirchen und Indersdorf unter Beobachtung, davor wurden sie bereits abgemahnt, erzählt Polizeihauptkommissar Björn Scheid von der Polizeiinspektion Dachau: „Letztes Jahr haben sich einzelne von der Gruppe wieder aggressiv gezeigt.“ Was genau vorgefallen sei, dürfe er aus Datenschutz-Gründen nicht sagen. Wagen-Organisator Märkl erinnert sich lediglich an Vorfälle mit Rauchbomben, die bereits drei Jahre zurückliegen: „Da haben wir schon Rauchbomben gezündet, aber nie ins Publikum geworfen.“ Dazu sagt Scheid: Um die Rauchbomben geht es gar nicht, sondern um das aggressive Verhalten.“ Zum Beispiel beim Vierkirchner Umzug vor zwei Jahren, erzählt Maxi Märkl.

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Konkret wirft die Polizei den Feldgedingern Wagenteilnehmern vor, dass sie dort geschlägert haben – damals waren sie als Mexikaner verkleidet. Märkl: „Die Schlägerei kann nur nach dem Umzug gewesen sein“, denn während des Umzugs sei er ständig hinter dem Faschingswagen hergelaufen und habe alles beobachtet. Er argumentiert: „Ich kann doch nicht auch noch schauen, was unsere Mitfahrer nach dem Umzug machen.“

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Faschingsgruppe von Umzügen ausgeschlossen: Polizei gibt Empfehlungen

Für Polizeihauptkommissar Björn Scheid ist allerdings klar: „Für uns ist es unerheblich, ob eine Schlägerei vor oder nach dem Umzug stattfindet“, sagt er: „Auch wenn nur Einzelne dabei sind, muss die Gruppe die Konsequenzen ziehen, wenn sie als solche auftritt.“

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Ob eine Gruppe vom Faschingsumzug ausgeschlossen wird, muss der Veranstalter selbst entscheiden, sagt Scheid. Die Polizei gibt nur eine Empfehlung: „Wenn die Gruppe zum Beispiel wegen übermäßigem Alkoholkonsum auffällt, Rauschgiftmissbrauch oder aggressiven Verhaltens.“

Faschingskomitee Indersdorf kommt Empfehlung der Polizei nach

Das Indersdorfer Faschingskomitee ist der Empfehlung der Polizei gefolgt. Dafür gebe es nicht nur polizeiliche Gründe, sagt Willi Heilmann vom Komitee. In der Vergangenheit hätten die Feldgedinger auch gegen Auflagen des Komitees verstoßen. Danach sei es zum Beispiel verboten, Müll vom Wagen zu schmeißen, aufs Dach zu steigen oder den Wagen zu hoch zu bauen. Was die Feldgedinger verbrochen haben, darüber schweigt auch Heilmann, denn: „Wenn ich das sage, muss ich wieder mit ihnen diskutieren.“ Er will der Faschingsgruppe Bedenkzeit geben: „Heuer sollen sie an Fasching ein bisschen nachdenken, was falsch gelaufen ist, und ob sie alle Leute aus den letzten Jahren wieder mitnehmen.“

Nach der diesjährigen Faschingszeit wollen sich das Indersdorfer Komitee, Björn Scheid und Maxi Märkl nochmal zusammensetzen. Die Feldgedinger Faschingsgruppe wird heuer die Umzüge von außen anschauen oder auf Wagen von Nachbarorten mitfahren.

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