1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Dachau

Fast 1000 Neuinfektionen in einer Woche - Entwicklung der Corona-Pandemie im Landkreis Dachau

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Das Karlsfelder Impfzentrum wurde Ende September geschlossen und abgebaut. Zum Jahreswechsel öffnet es wieder, das Dachauer Impfzentrum im Januar.
Das Karlsfelder Impfzentrum wurde Ende September geschlossen und abgebaut. Zum Jahreswechsel öffnet es wieder, das Dachauer Impfzentrum im Januar. © Norbert Habschied

Das Landratsamt hat einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie im Landkreis Dachau gegeben. Die schlechte Nachricht: Die Inzidenz im Landkreis Dachau lag am Dienstag, 23. November, bei 581,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die gute: Die Impfbereitschaft nimmt zu.

Dachau - Ab einer Inzidenz von 1000 gilt eine lokale Hotspot-Reglung – Freizeit-, Sport- oder Kulturveranstaltungen, sowie Gastronomie, körpernahe Dienstleitungen und Beherbergungsstätten werden dann geschlossen. Aktuell liegen zehn Landkreise in Bayern über diesem Wert.

Infektionszahlen steigen

Auch im Landkreis Dachau steigen die Infektionszahlen aktuell weiter erheblich, wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte. In der Woche vom 15. bis 21. November wurden dem Gesundheitsamt Dachau insgesamt 972 Neuinfektionen gemeldet. Etwa 90 Prozent der infizierten Personen sind symptomatisch. Die Altersstruktur der Indexfälle lässt sich folgendermaßen aufschlüsseln:

7 Prozent 0 bis 6 Jahre

13 Prozent 7 bis 12 Jahre

7 Prozent 13 bis 18 Jahre

28 Prozent 19 bis 39 Jahre

32 Prozent 40 bis 59 Jahre

11 Prozent 60 bis 79 Jahre

2 Prozent 80 und älter

Heruntergerechnet auf die verschiedenen Altersgruppen haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren somit eine Inzidenz von 930, die Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen 666 und die über 60-Jährigen 321. Die Inzidenz bei ungeimpften Personen liegt bei 1087. Insgesamt handelt es sich weiterhin um ein diffuses Infektionsgeschehen ohne lokalen Hotspot. Bisher konnte bei rund 50 Prozent der Fälle aus der vergangenen Woche der Expositionsort bereits ermittelt werden.

Die Ansteckungen erfolgen weiterhin hauptsächlich im privaten Umfeld. Auch die an den Schulen festgestellten Infektionen beruhen zum überwiegenden Teil auf außerschulischen Infektionsorten. Aufgrund der generellen Verbreitung des Coronavirus wurden die Infektionen aber auch in den Schulen und Kindertageseinrichtungen mehr. Aktuell sind 146 Schüler in 73 Klassen in 33 Schulen betroffen – elf Klassen befinden sich komplett in Quarantäne. In den Kindertagesstätten sind 47 Gruppen in 39 Einrichtungen betroffen.

Zahl der Impfungen

Die Zahl der Erstimpfungen steigt im Landkreis auf aktuell 107 224 (Stand: 22. November). Insgesamt haben bereits 105 123 Bürger die zweite Impfdosis erhalten. Die Zweitimpfquote liegt aktuell bei 67,9 Prozent. Insgesamt wurden bis Montag bereits 11 911 Drittimpfungen im Landkreis durchgeführt.

Bei den zur Verfügung stehenden Impfstoffen gibt es laut Landratsamt aktuell keine Ressourcenengpässe. Der Impfstoff der Drittimpfung orientiere sich jedoch an den vorher geimpften Impfstoffen. Auch bei Vollschutz mit einem Vektorimpfstoff (Astrazeneca oder Johnson&Johnson) oder einer sogenannten Kreuzimpfung (Astrazeneca plus mRNA-Impfstoff) wird immer ein mRNA Impfstoff (Biontech oder Moderna) als Drittimpfung geimpft. Entsprechend den aktuellen Empfehlungen ergeben sich daher für die Drittimpfungen aktuell folgende Kombinationsmöglichkeiten:

■   Astrazeneca + Astrazeneca = Biontech oder Moderna

■   Astrazeneca + Biontech =
Biontech

■   Astrazeneca + Moderna =
Moderna

■  Biontech + Biontech =
beide mRNA-Impfstoffe möglich, Empfehlung Moderna, wenn beide verfügbar

■   Moderna + Moderna = beide mRNA-Impfstoffe möglich, Empfehlung Biontech, wenn beide verfügbar

■   Johnson & Johnson = Moderna; Biontech nur wenn Moderna nicht verfügbar.

Impfkapazitäten werden ausgebaut

Um die laut Landratsamt „hohe Impfnachfrage“ zeitnah bewältigen zu können, werden die Impfkapazitäten im Landkreis Dachau weiterhin gesteigert (siehe Kasten). Ab 7. Dezember nimmt das „Drive-Through-Impfzentrum“ am Karlsfelder See seine Arbeit auf. Dort werden Impftermine vorerst jedoch nur für vulnerable Personen ab 60 Jahren sowie für notwendige Zweitimpfungen angeboten. Die Terminvereinbarung wird ab voraussichtlich 1. Dezember möglich sein. Das stationäre Impfzentrum in Karlsfeld nimmt voraussichtlich zum Jahreswechsel seinen Betrieb wieder auf, das Impfzentrum in Dachau im Januar.

Ab dann rechnet das Landratsamt mit dem Start der Impfungen für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Hier wird es jedoch einen speziellen Impfstoff und zu Beginn auch spezielle Impfzeiten geben.

Klinik-Situation

Die Zahl der Corona-Patienten im Helios-Amper-Klinikum Dachau ist weiterhin hoch: Aktuell werden 26 Patienten im Alter von 25 bis 95 Jahren mit einer nachgewiesenen Covid-19-Infektion auf der Normalstation behandelt, wovon 14 keinen Impfschutz haben. Zwölf Corona-Patienten sind geimpft, die zweite Impfung liegt in den meisten Fällen bereits über sechs Monate zurück. Weitere acht Patienten im Alter von 31 bis 78 Jahren müssen aktuell intensivmedizinisch betreut werden. Drei davon haben einen Impfschutz, der jedoch in allen frei Fällen über sechs Monate alt ist.

„Unsere Belegungssituation steht in Relation zu dem zur Verfügung stehenden Personal“, so pandemiebeauftragter Arzt und leitender Oberarzt der Nothilfe, Alexander von Freyburg. „Natürlich haben auch wir vor dem Hintergrund der steigenden Inzidenzen Mitarbeitende, die sich in häuslicher Quarantäne befinden.“ Zusammen mit der Verschiebung von Personal aus dem OP auf die Intensivstation sorge das Klinikum dafür, dass die Kapazitäten für elektive Operationen und Untersuchungen deutlich abnehmen. „Damit sind wir gezwungen, die Ressourcen tagtäglich neu zu planen und auch geplante Eingriffe müssen kurzfristig abgesagt und verschoben werden“, so von Freyburg.

Videokonferenz mit Experten

Eine Live-Video-Konferenz zum Thema Corona im Landkreis Dachau findet am Mittwoch, 1. Dezember, um 19 Uhr statt. Landrat Stefan Löwl, Dr. Monika Baumgartner-Schneider, Leiterin des Gesundheitsamts Dachau, Versorgungsarzt Dr. Christian Günzel sowie Paul Polyfka, Geschäftsführer des BRK Dachau, beantworten Leser-Fragen. Wer bei der Konferenz über „Zoom“ dabei sein möchte, kann sich zuschalten über den Link https://us06web.zoom.us/j/ 86121986600, Meeting-ID: 861 2198 6600. Fragen per E-Mail an redaktion@dachauer-nachrichten.de.  

Freie Termine bei Sonderimpfaktion in Hebertshausen

Impftermine für Bürger aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus gibt es noch bei der Sonderimpfaktion der Gemeinde Hebertshausen am Freitag und Samstag, 26. und 27. November. Anmeldung telefonisch am heutigen Mittwoch von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr unter 0 81 31/29 28 61 11 (Erstimpfung), 0 81 31/29 28 62 20, 0176/99 09 34 95 und 0174/ 30 16 052 (Zweit- und Boosterimpfungen).

Das Landratsamt teilt mit, dass Bürger die Corona-Schutzimpfungen außer bei den niedergelassenen Ärzten bzw. Praxen auch bei den im Landkreis Dachau eingesetzten Impfteams erhalten können. Um Wartezeiten zu vermeiden, finden Impfungen nur nach Terminvereinbarung über www.impfzentren.bayern oder telefonisch unter 116117 statt.

Bürgertests sind wieder kostenlos und ohne Begründung bei Apotheken, Drogerien oder privaten Teststellen möglich. Das Landratsamt weist darauf hin, dass im Testzentrum in Markt Indersdorf kostenlose Testungen nur aufgrund medizinischer Indikation und mit Bescheinigung durchgeführt werden. Eine Übersicht über alle Teststellen ist unter www.landratsamt-dachau.de/coronatest zu finden. Neben größeren Arztpraxen bietet auch die private Teststelle im Bürgerhaus in Karlsfeld PCR-Testungen für private Anlässe an. Auch das BRK plant, seine Testangebote wieder zu reaktivieren.

Auch interessant

Kommentare