Vorbild München: So ähnlich könnte der „Sommer auf der Thomawiese“ aussehen: mit ein paar Fahrgeschäften, außerdem Biergarten und Volksmusik.
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Vorbild München: So ähnlich könnte der „Sommer auf der Thomawiese“ aussehen: mit ein paar Fahrgeschäften, außerdem Biergarten und Volksmusik.

Dachauer Volksfest wird nicht stattfinden

Feste gefeiert wird auch heuer nicht

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die beiden beliebtesten und bekanntesten Dachauer Großveranstaltungen, das Volksfest sowie „Jazz in allen Gassen“, werden auch in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer fallen. Stattdessen soll es immerhin einen „Sommer auf der Thomawiese“ sowie eine Reihe kleinerer Musikveranstaltungen geben.

Dachau – Dass im August 2000 Menschen in einem Bierzelt dicht gedrängt schunkeln und feiern dürfen, scheint derzeit ausgeschlossen. „Dass das nicht geht“, so Oberbürgermeister Florian Hartmann im Ferienausschuss, „dafür muss ich kein großer Hellseher sein.“ Er und die Kollegen in der Stadtverwaltung sind sich daher sicher, dass es das übliche Volksfest auch heuer nicht geben kann. „Wir“, so Hartmann, „glauben nicht mehr daran.“

Auch Volksfestreferent Robert Gasteiger (FW) hat sich vom diesjährigen Volksfest bereits gedanklich verabschiedet. Was ihn allerdings umtreibt ist die Frage, was man stattdessen anbieten könnte. Denn das letzte Jahr, darin waren sich die Stadträte einig, war dann – Volksfest-mäßig gesehen – doch etwas dürftig. Die Bevölkerung, so Gasteiger, sei aktuell „einfach schon so weit, dass sie sagt: ,Jetzt woi ma a moi wieder furtgehen!’“.

Daher hat das Kulturamt nun den Auftrag erhalten, unter dem Arbeitstitel „Sommer auf der Thomawiese“ ein kleineres Fest, vergleichbar mit dem „Sommer in der Stadt“ in München oder dem „Schanzer Herbstvergnügen“ in Ingolstadt, zu planen. Von 7. bis 16. August soll es bei diesem „Sommer auf der Thomawiese“ Biergartenbereiche, ein paar Fahrgeschäfte sowie Volksmusik geben. Explizit nicht möglich sind Bierzelte, harte alkoholische Getränke und Partymusik.

„Volksfest light“ ist ausgeschlossen

Ein „Volksfest Light“, also eine wie üblich ausgestattete Festwiese, zu der man aber nur mit Tickets Einlass erhält, sowie Bierzelte, in die statt 2000 Gäste nur 200 dürfen, die sich noch dazu an Einbahnstraßen- und Abstandsregeln sowie Maskenpflicht halten müssen. ist für die Dachauer Verantwortlichen ebenfalls ausgeschlossen: „Das mag man sich gar nicht vorstellen“, schaudert es Kulturamtsleiter Tobias Schneider. Abgesehen davon, dass derartige Konzepte jegliche Gemütlichkeit vermissen ließen, wären sie auch völlig unwirtschaftlich: „Einem finanziellen und organisatorischen Mehraufwand stehen geringere Einnahmen gegenüber.“

Schneider hat daher nun eine Mammut-Aufgabe vor sich: Er soll den Bürgern nach den tristen Lockdown-Monaten einen möglichst bunten Sommer bieten – inklusive Brauchtum, Musik und Kultur – und sie dennoch keiner gesundheitlichen Gefahr aussetzen. Zwar wisse aktuell „niemand, was dieses Jahr für uns noch bereit hält, aber ein paar schöne Sachen, auch für die Klassik-Freunde, sollten dann doch möglich sein“, verspricht er.

Auf der Thomawiese soll ein bisschen etwas stattfinden

Dabei nutzt er die städtischen Richtlinien für die Nutzung der Thomawiese voll aus. Erlaubt sind dort nämlich neben dem Volksfest grundsätzlich sechs weitere Veranstaltungen plus ein Festival. Der Musiksommer soll daher weitgehend auf der Thomawiese stattfinden, ebenso das Kult-Festival. Die Barock-Picknicke plant Schneider ebenfalls weiter, wenn auch in kleinerer Form. Autokonzerte soll es heuer jedoch nicht mehr geben. Die, so Schneider, seien zwar gut angekommen, „aber die Leute hungern nach Präsenzveranstaltungen“. Wie viele Menschen genau die Sommerkonzerte werden besuchen können, ist zwar erst in einigen Wochen absehbar, fest steht aber: „Wir bestuhlen und achten auf entsprechende Abstände. Und das alles natürlich in enger absprache mit dem Landratsamt!“

Dass neben dem Volksfest, dessen offizielle Absage bis spätestens Ende April erfolgen soll, auch „Jazz in allen Gassen“ erneut der Pandemie zum Opfer fällt, ist für Schneider ausgemacht: „Es gibt Veranstaltungen, für die kann ich einfach kein Corona-konformes Konzept machen.“ „Jazz in allen Gassen“, bei dem sich normalerweise weit über 10 000 Menschen in der Altstadt aufhalten, gehe daher wohl erst wieder, wenn es keine Beschränkungen der Besucherzahlen mehr gebe. Feste wie „Jazz in allen Gassen“ oder das Volksfest, so Schneider„die leben einfach von Nähe, von Miteinander“.

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