1 von 46
Fest in der Hand der Feuerwehr: Die Ludwig-Thoma-Wiese gehörte am Wochenende den Einsatzkräften der Rettungsorganisationen – und tausenden Besuchern.
2 von 46
3 von 46
4 von 46
5 von 46
6 von 46
7 von 46
8 von 46

150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Dachau

Ein Feuerwehr-Fest der Superlative

Kommandanten, Vorstand, Pressesprecher, Einsatzkräfte, Helfer, Mitglieder: Die Dachauer Feuerwehr ist glücklich. Das Jubiläumsfest war ein voller Erfolg: Die 20 000-Besucher-Marke ist locker geknackt, die Rückmeldungen der Gäste waren voller Anerkennung und Dank. 

Dachau – „Der riesige Aufwand hat sich mehr als gelohnt“, so zieht der Pressesprecher der Dachauer Feuerwehr, Wolfgang Reichelt, sein Fazit nach drei Tagen Programm auf der Thomawiese. Die 150-Jahr-Feier war ein voller Erfolg: 4000 Besucher beim Konzertabend mit LaBrassBanda, nochmal 12 000 Interessierte am Samstag beim Blaulichttag mit BRK, Wasserwacht und Feuerwehren – zählten die Organisatoren. Auch die mehreren tausend Besucher entlang der Straße und das volle Festzelt nach dem eineinhalbstündigen Umzug durch Dachaus Altstadt machten Reichelt glücklich. Die Wallfahrt der Feuerwehr im August habe wohl geholfen, so viel Glück hätten sie mit dem Wetter die vergangenen Tage gehabt. „Wir haben nur gute Rückmeldungen bekommen sowie viel Anerkennung und Dank für die Organisation des Festes“, so Reichelt.

Einige Dachauer Feuerwehrler hatten die Nacht nach dem LaBrassBanda-Konzert durchgemacht, erzählte Kommandant Thomas Hüller am Samstagvormittag. „Ich bin um sechs Uhr aufgestanden“, schließlich musste die Wehr das Festzelt wieder bestuhlen und die 15 Rettungsfahrzeuge und ihre Anhänger vom Feuerwehrhaus zur Thomawiese bringen.

Zum 150-jährigen Jubiläumsfest präsentierten sich am Samstag nicht nur die Dachauer Floriansjünger mit Mitmachaktionen und Schauübungen. Auf dem Gelände versammelten sich auch unzählige Feuerwehren aus dem Landkreis und darüber hinaus, Berg- und Wasserwacht, BRK, Polizei, THW. Ihre Mitglieder ließen die Besucher in deren Rettungsfahrzeuge blicken, erklärten, ließen sie probesitzen, die Berufsfeuerwehr Münchner brachte einen Wassercontainer mit, in dem Rettungstaucher Übungen zeigten.

Auf der Open-Air-Bühne moderiere Susanne Rohrer vom Bayerischen Rundfunk Talkrunden mit aktiven und ehemaligen Feuerwehrlern. Zunächst ratschte sie allerdings mit der Prominenz und fragte etwa OB Florian Hartmann, was ihm die Feuerwehr Dachau bedeutet. Seine Antwort: „Ich bin stolz auf die Feuerwehr“, und: „Für alles, was sie machen, sind sie Feuer und Flamme“, denn sie hätten nicht nur das dreitägige Jubiläumsfest auf die Beine gestellt, sondern organisieren auch das Maibaumaufstellen und den Feuerwehrball in Dachau. Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath lobte: „Die Feuerwehr sorgt dafür, dass wir nachts ruhig schlafen können.“

Eher wenig Ruhe hatte die Familie Hüller in den vergangenen Wochen, erzählt die Ehefrau des Kommandanten, Marion Hüller: „Ich freue mich, wenn das Fest zu Ende geht“, sagte sie und lachte, denn in der vergangenen Woche hat sie ihren Mann nur selten gesehen: „Die haben ja jeden Abend hier aufgebaut und dekoriert.“ Aber auch die Ehefrauen und Freundinnen der Feuerwehrler halfen mit: „Wir haben etwa 300 Kuchen gebacken und mussten eine Hygieneeinweisung machen, damit wir hier Kuchen verkaufen dürfen.“ Doch der Einsatz hat sich gelohnt, neben tausenden Besuchern kamen auch die befreundeten Feuerwehren aus dem österreichischen Lindabrunn oder Retzau in Sachsen-Anhalt auf die Thomawiese.

Doch trotz der ganzen Feierei vergaß die Dachauer Feuerwehr nicht ihre wichtigste Aufgabe: im Ernstfall ausrücken. Während des Festes waren deshalb einige Aktive in Bereitschaft, sagte Hüller: „Wir haben für den Notfall drei Fahrzeuge besetzt“. Am Samstag mussten diese zweimal ausrücken, von der Ludwig-Thoma-Wiese aus – was natürlich spektakulär aussah. Beim Festzug am Sonntag übernahm die Feuerwehr Hebertshausen die Bereitschaft.

Nach dem Umzug gab es noch Kinderprogramm sowie Blasmusik und Verpflegung im Festzelt. Reichelt zeigt sich mit seiner Mass Bier in der Hand, im Festzelt sitzend, rundum zufrieden. Mit einem Lächeln auf dem Lippen sagt er: „In 25 Jahren können wir das wieder machen.“ Und er verrät: „Wenn der letzte Besucher gegangen ist, werden wir weiterfeiern.“ Verdient haben sie es sich, die Dachauer Feuerwehrler.

Anna Schwarz

Miriam Kohr

Ein Vorfall in Dachau sorgt für Entsetzen: 300 Menschen treffen sich zu einem Martinsumzug mit Gesang und Laternen. Doch wegen einer gesperrten Straße wird die Feuerwehr wüst beschimpft.

Auch interessant

Mehr zum Thema