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Ein Heizstrahler wie dieser hat eine junge Frau vor zwei Jahren verletzt.

Prozess nach schwerem Unfall beim Dachauer Feuerwehrball

Feuerwehr verpasst Gerichtseinsatz

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die Schadensersatzkage gegen die Dachauer Feuerwehr ist am Donnerstag fortgesetzt worden. Zwei zeugen hatten sich gemeldet, die nun vor Gericht aussagten. Nur die Feuerwehr war nicht da.

Dachau/München – Zu diesem Einsatz kamen die Dachauer Floriansjünger am Donnerstag zu spät: Am Landgericht München II wurde die Schadensersatzklage gegen die Dachauer Feuerwehr fortgesetzt (wir berichteten).

Rechtsanwalt Peter Bürgel vertrat dabei erneut die Klägerin, die am 4. Februar 2018 im Rahmen des Feuerwehrballs von einem umstürzenden Heizpilz schwer verletzt worden war. Die ursprüngliche Schadensersatzforderung von 7000 Euro hat Bürgel mittlerweile auf 10 000 Euro erhöht.

Die Feuerwehr jedoch, die jedes Verschulden an dem Unfall bestreitet, war dagegen nicht vor Ort im Gerichtssaal. Ein „Missverständnis“ beziehungsweise ein „Ladungsfehler“ habe dazu geführt, dass Rechtsanwalt Michael Reindl die Sitzung verpasste, erklärt Feuerwehr-Vorsitzender Stefan Fichtl auf Nachfrage.

Allerdings änderte die Abwesenheit Reindls wenig am Geschehen. Zwei weitere Zeugen wurden gehört, die beide vor Richterin Dr. Agnes Winkler im wesentlichen das bestätigten, was auch schon die Zeugen am ersten Verhandlungstag ausgesagt hatten: dass eine schwer angetrunkene Frau den Heizstrahler zum Umfallen gebracht hatte. Rechtsanwalt Bürgel dagegen unterstrich durch gezieltes Nachfragen seine Argumentation: „War das Gelände abschüssig, auf dem der Heizstrahler stand?“ Die Antwort der Zeugen war eindeutig: „Ja, der stand auf einem leichten Gefälle.“

Richterin Winkler ließ gestern weiterhin nicht erkennen, welcher Seite sie mehr glauben wird: der Feuerwehr, die sich keines Versäumnisses bewusst ist, oder der 23-jährigen Klägerin, die betont, dass der Heizpilz im Rahmen dieser Großveranstaltung auf unebenem Kopfsteinpflaster niemals hätte stehen dürfen. Die Haftpflichtversicherung der Feuerwehr hatte schon im Vorfeld eine gütliche Einigung mit der Studentin abgelehnt.

Der Prozess dauert an.  

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