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Eine eingeschworene Gruppe: Die Dachaue r Skater, die sich im Skatepark treffen, sind zwischen zehn und 38 Jahre alt – und verstehen sich prächtig! 

Fotoausstellung der Dachauer Skater- und Bikerszene

Waghalsige Stunts an der Wand

Grabs in der Halfpipe, einige Flips im Pool, Grinds an den Rails – auf dem Skaterpark in Dachau ist einiges möglich. Er ist ein Paradies für Skater, aber auch für Biker. Wer mit diesen Fachbegriffen nichts anfangen kann, für den hatte die Dachauer Biker- und Skaterszene eine zweitägige Fotoausstellung in der Kleinen Altstadtgalerie zusammengestellt.

Von Miriam Kohr

Dachau – Zu sehen waren in der Ausstellung 24 Fotos, die nicht nur Tricks und das Können der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigen, sondern auch Eindrücke und spontane Momentaufnahmen.

Die meisten Fotografien entstanden beim Skatecontest Mitte Juli auf der Anlage an der Kufsteiner Straße. Dieser wurde von der Abteilung Jugend der Stadt Dachau organisiert, sie war es auch, die die Idee zur Ausstellung in der Galerie hatte – allen voran Streetworker Jürgen Reum, der freundschaftliche Kontakte zu den Galeriebesitzern pflegt. „Wir wollten das Können dieser Szene einmal woanders sichtbar machen, nicht nur am Park“, erklärt Reum die Idee. „Man sieht den Fotos an, dass Skaten und Biken ein anstrengender, harter und auch ernstzunehmender Sport ist“, setzt Reum fort. Immerhin soll Skaten bei den nächsten Olympischen Spielen zugelassen werden.

Auch wenn die meisten Besucher, Eltern, Verwandte und Freunde der Skater waren und sich „vermutlich wegen der Hitze“, wie Jürgen Reum vermutete, sonst keine Seele zur Ausstellung verirrte, möchte er die Fotos sowie ein 13-minütiges Video noch einmal woanders zeigen. Allein schon für die Jugendlichen sei es ein Erlebnis, die Fotos eben nicht nur am Handy anzusehen, sondern auch einmal groß gedruckt an der Wand zu bestaunen.

Reum ist froh, dass sich die Biker und Skater in Dachau untereinander so gut verstehen. In anderen Städten sei das oft nicht der Fall. „Ausschlaggebend ist dafür auch, dass der Skatepark in Dachau auch für Biker viele Möglichkeiten liefert“, erklärt der Streetworker mit dem guten Draht zu den Jugendlichen. Beim Ausbau vor fünf Jahren sei allen wichtig gewesen, dass die Rails – also die Metall-Geländer – fünf Zentimeter höher gebaut werden, als die Norm es verlangte. „Anders würden die Biker mit den Pedalen am Boden schleifen“, erklärt er. Dass der Umgang auf dem Skateplatz freundlich und locker zu sein scheint, konnte man auch den Fotos entnehmen. Viele lachende Gesichter, Skateboards liegen neben Mountainbikes und natürlich die halsbrecherischen Stunts beider Gruppen.

„Die Szene besteht heute aus Zehn- bis 38-Jährigen“, sagt Reum. Teilweise bringen eben die alteingesessenen Skater schon ihren Nachwuchs mit, der ebenfalls auf den Brettern rollt. Der Skatepark wird also auch in Zukunft gut gefüllt sein.

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