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Markus Erhorn,ab Mai Mitglied im Stadtrat.

Freie-Wähler-Dachau-Fraktion hat nur noch zwei Sitze im Stadtrat – Neu: Markus Erhorn

Newcomer mit jahrelanger Erfahrung

Dass er in die Lokalpolitik gehen will, war für Markus Erhorn immer schon klar. Bei Familienfesten, so erzählt ihm seine Verwandtschaft noch heute begeistert, habe er schon als Kindergartenkind angekündigt, einmal Bürgermeister von Dachau werden zu wollen.

Dachau – Dieser Traum ist nun am 15. März erst mal nicht in Erfüllung gegangen, aber, immerhin, Markus Erhorn schaffte es in den Stadtrat. Mit Robert Gasteiger wird er dort die Freien Wähler Dachau vertreten. Horst Ullmann (Bürger für Dachau) hat sich mit den beiden bereits zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammengeschlossen. Über sein persönliches Ergebnis bei der Oberbürgermeisterwahl „war ich natürlich enttäuscht“, gibt er dabei zu, aber seit „mein Einzug in den Dachauer Stadtrat sicher war, habe ich mich nur noch gefreut“.

Dass er bei seiner Stadtratsarbeit nicht mehr von seinem „politischen Vorbild und Mentor“ Edgar Forster unterstützt werden kann – Forster erhielt nicht mehr die nötige Stimmenzahl – sei „natürlich schade“. Erhorn hätte „gerne gemeinsam mit ihm in einer Fraktion gestaltet. Aber jetzt heißt es nach vorne schauen und mit dem Wahlergebnis zu arbeiten“.

Auf diese Arbeit freut der frisch verheiratete 31-Jährige sich schon seit er Jugendlicher ist. Er hatte nämlich das Buch „Stupid White Men“ von Michael Moore gelesen. Moore, so Erhorn, fordert den Leser darin auf, mutig für jedes demokratische Amt zu kandidieren, denn nur so könne man etwas verändern. „Darum habe ich kurz darauf, mit 14, auch für den Dachauer Jugendrat kandidiert.“ Dort war er schließlich sechs Jahre engagiert. Den Freien Wählern trat er 2006 bei und sieht sich dort poltisch „fest verwurzelt“.

Persönlich verwurzelt ist Erhorn in seiner Heimatstadt, „Dachau ist mein dahoam“, sagt er. Wie seine Großeltern und Eltern wurde er in der Großen Kreisstadt geboren, seit gut einem Jahr lebt er im Elternhaus seiner Frau im Holzgarten in Dachau-Süd. Die Geschichte Dachaus ist für Erhorn „wahnsinnig spannend“, überhaupt „bietet Dachau für alle etwas, es ist wahnsinnig lebenswert“.

Im Stadtrat möchte er sich „für solide Finanzen und eine ausreichende Unterstützung für die vielen Dachauer Vereine, die Dachau lebendig halten, einsetzen“. Gerade die Kultur- und Brauchtumsvereine lägen ihm bei seiner Arbeit besonders am Herzen.

Die Tatsache, dass im kommenden Stadtrat viele, vor allem kleinere Parteien und Gruppierungen vertreten sind, macht ihm keine Angst. Wer „ernsthaft für das Wohl Dachaus eintreten will“, könne sich seiner Zusammenarbeit sicher sein. Ob aber tatsächlich alle Fraktionen dieses Ziel verfolgen und vor allem „wie offen die anderen Parteien für eine sachorientierte Zusammenarbeit sind, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen“, glaubt der 31-Jährige.

Zeit und Möglichkeit, seine neue Stadtratskollegen vor der konstituierenden Sitzung am 5. Mai zu treffen beziehungsweise kennenzulernen, gab es Corona-bedingt nicht. Vorstellen wird sich Markus Erhorn aber eh nicht müssen: Dank seines jahrelangen Engagements in seiner Heimatstadt ist er in Dachau längst bekannt wie ein bunter Hund. 

Stefanie Zipfer

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