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Ein Teil der Feuerwehr-Familie: Korbinian Simperl, Johannes Glück, Alto Glück, Mathias Glück (hinten, von links), Meinrad Glück, Eduard Simperl und Guido Glück (vorne, von links). 

Serie zum 150-jährigen Bestehen der Dachauer Feuerwehr

Eine ganze Familie ist seit Generationen bei der Feuerwehr Dachau aktiv

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Eigentlich bräuchte man fast einen Stammbaum: Denn wenn sich eine ganze Familie seit Generationen bei der Feuerwehr engagiert, ist es nicht leicht, den Überblick zu bewahren. 

Dachau – Die Familien Auer, Glück, Deffner und Simperl: Sie sind alle miteinander verwandt – und waren oder sind bei der Feuerwehr Dachau aktiv. Seit Generationen. In unserer Serien zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Dachau stellen wir Mitglieder der FFW und ihre Geschichten vor.

Angefangen hat alles mit August Auer: Er war während des Zweiten Weltkrieges Kommandant der Dachauer Feuerwehr. „Am Ende des Krieges ist er immer nach München zum Löschen gefahren“, erzählt Eduard Simperl (65), ein Enkel von August Auer. Eduard Simperls Vater war ebenfalls bei der Feuerwehr – klar, dass der Sohn da als Jugendlicher auch Feuerwehrmann wurde. „Ich kannte viele Leute, es war selbstverständlich, zur Feuerwehr zu gehen“, sagt er.

Eduard Simperl war der Erste seiner Generation – und viele weitere junge Familienmitglieder folgten. Von August Auers Enkeln traten neben ihm auch Christian Simperl, August und Stefan Auer, Konrad und Kilian Deffner sowie die vier Brüder Guido, Meinrad, Johannes und Alto Glück der Feuerwehr bei.

Dafür sorgte unter anderem der damalige Kommandant Fritz Müller, der aktiv auf Nachwuchssuche war: „Er hat die Leute einfach angesprochen und gesagt ‚Du, Deinen Buam möchte ich jetzt schon mal sehen‘“, erinnert sich Eduard Simperl. Die Taktik ist aufgegangen: „Einer nach dem anderen ist dazu gestoßen“, sagt Guido Glück (57). „Wir waren zuerst fast alle Ministranten“, fügt Johannes Glück (53) dazu. „Und danach ging es eben weiter zur Feuerwehr.“

Zuerst waren die Burschen nur bei den Übungen dabei, mit 18 durften sie dann endlich ausrücken. „Mit der Vespa und im Trainingsanzug ging es zu den Einsätzen“, erinnert sich Meinrad Glück (56). Alle arbeiteten in Dachau, das hatte den Vorteil, dass sie auch tagsüber bei Notfällen schnell vor Ort waren. Genauso wichtig wie der aktive Dienst war aber schon immer auch die Geselligkeit: „Das Zusammengehörigkeitsgefühl war prägend“, berichtet Guido Glück. Ausflüge, Feste, Faschingsumzüge und natürlich der legendäre Feuerwehrball – bei der Feuerwehr war und ist immer was los. Oft waren auch die Kinder der Mitglieder bei den Veranstaltungen dabei – die nächste Generation an Feuerwehrmännern wuchs so heran.

Heute sind Konstantin Glück (30, Sohn von Meinrad Glück), Mathias Glück (34, Sohn von Guido Glück), Korbinian Simperl (30, Sohn von Eduard Simperl) mit genauso viel Begeisterung dabei wie einst ihre Väter. „Bei mir ist der ganze Freundeskreis mit 14 zur Feuerwehr gegangen“, sagt Mathias Glück.

Ähnlich war es vor 16 Jahen bei Korbinian Simperl: „Fast die ganze Klasse aus der Ludwig-Thoma-Schule hat mitgemacht“, erzählt er. „Ich bin der Letzte, der noch aktiv dabei ist.“ Immerhin ist die Feuerwehr ein Ehrenamt, das viel Zeit kostet und bei schlimmen Einsätzen oft psychisch sehr belastend ist. Aber: „Es ist auch eine große Gaudi“; betont Konstantin Glück. „Man erlebt so viel zusammen.“

Die Väter haben inzwischen nach Jahrzehnten zwar den aktiven Dienst aufgegeben. Viele Ehrenämter haben sie an die Jugend in der Familie weiter gegeben. Eduard Simperl war früher Maschinenausbilder und Gruppenführer, Alto Glück war ebenfalls Maschinist. Heute ist Korbinian Simperl Maschinist. Das Amt des Vertrauensmanns hatte früher Johannes Glück inne – und jetzt Mathias Glück. Guido Glück war einst auch zweiter Kassier im Verein. Noch heute sind alle da, wenn bei der Dachauer Feuerwehr irgendwo Hilfe benötigt wird – das ist in diesen Familien Ehrensache.

150-Jahr-Feier

Das Jubiläum der Feuerwehr wird von Freitag bis Sonntag, 13. bis 15. September, mit einem Konzert von LaBrassBanda (ausverkauft), mit einem Aktionstag und Partyabend sowie mit einem Festgottesdienst gefeiert.

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