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Zeigten ihre Werke in Dachau: das polnische Künstlerehepaar Elzbieta Kuraj und Janusz Karbowniczek.

Deutsch-Polnische Kulturtage: Ausstellung

Großartige Intensität und Ausdrucksweise

Elzbieta Kuraj und Janusz Karbowniczek stellten ihre Werke  im Dachauer Landratsamt aus, im Rahmen der Deutsch-Polnischen Kulturtage.

Dachau „Harmonie/Dissonanz“ ist der Titel der Gemäldeausstellung des bekannten Künstlerehepaars Elzbieta Kuraj und Janusz Karbowniczek, die im Rahmen der zweiten Deutsch-Polnischen Kulturtage in Kooperation mit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim/Auschwitz im Landratsamt Dachau gezeigt wurde. Die Besucher erwartete eine musikalische Führung durch das Leben mit seinen gesellschaftlichen und politischen Zuständen.

„Was mit Worten nicht möglich ist, bringt die Kunst mit Sensibilität und Kreativität zum Ausdruck“, so die einleitenden Worte von Leszek Schuster, Leiter der Jugendbegegnungsstätte in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Die Ausstellung mache deutlich, dass sowohl Harmonie als auch Dissonanz Teile des Menschseins und der Kultur seien und nur in der Anerkennung beider Pole die Chance für Verständigung liege.

Elzbieta Kuraj und Janusz Karbowniczek wirken seit Jahren gemeinsam – als Paar und als Maler. Gemeinsam und doch getrennt. „Es ist immer ein Phänomen, wenn man sieht, was künstlerisch verbindet und was trennt, wenn es zu einer künstlerischen Entscheidung kommt“, so Kuraj. Ihre farbkräftigen Bilder zeugen von großartiger Intensität und Ausdrucksweise.

Nicht untermalt von Musik, sondern musikalisch erzählt von der Gruppe M.O.L.O., erhielten die Werke eine einzigartige geschichtliche Tiefe. Unbefangen und zärtlich, manchmal auch sehr melancholisch interpretierten die Musiker die Werke des Künstlerehepaars. Ein Genuss für Geist und Ohr, bei dem die Anwesenden förmlich jedes einzelne Bild „erlebten“ und „spürten“.

„Harmonie“ beziehe sich auf die Schönheit der beiden Städte Dachau und Auschwitz. „Wir Künstler helfen, die andere Seite der Welt zu gestalten“, erklärte Kuraj. „Ich bin optimistisch gestimmt für die Zukunft Europas“, resümierte sie.

„Es war zunächst eine große Überwindung für uns – aber positiv“, pflichtete Karbowniczek seiner Ehefrau bei. Umso mehr freute sich das Künstlerehepaar, als Schuster mit der Idee einer musikalischen Führung auf sie zukam und den Kontakt zu den Musikern herstellte. „Meine Bilder entstehen auch in Begleitung von Musik“, schmunzelte die Künstlerin.

Auch Landrat Stefan Löwl stellte verblüfft fest, dass die Werke auf ihn unter musikalischer Führung eine andere Wirkung hatten. „Ich konnte die Bilder bereits einen Tag vor der Ausstellung sehen“, erzählte er. „Ich hatte jetzt mit Musik bei einigen Gemälden ein völlig anderes, viel tieferes Empfinden.“

spi

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