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Mit Flaschgeld war ein 19-Jähriger unterwegs.

19-Jähriger will mit „Blüte“ zahlen

Falscher Fünfziger für eine Quarktasche

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Dachau fordert einen gefälschten 50-Euro-Schein von Verkäuferin zurück.

München/Dachau – Manchmal wuppt es einfach nicht so im Leben. Weil der Antrieb fehlt, man die falschen Freunde hat und das süße Nichtstun viel erstrebenswerter erscheint als die Ausbildung. Nur unter diesen Vorzeichen ist wohl das Vorgehen eines jungen Mannes (19) aus dem östlichen Landkreis Dachau zu verstehen, der in einer Bäckerei in Gersthofen versucht hatte, mit einem gefälschten 50-Euro-Schein ein Gebäckstück zu kaufen.

Am Montag wurde ihm dafür der Prozess gemacht. Wie er an den Geldschein gelangt war, ließ er im Berufungs-Verfahren vor dem Landgericht München II offen; angeblich hatte er nicht bemerkt, dass es sich um eine Fälschung handelte.

Als die Verkäuferin den Schwindel bemerkt und ihm nachgelaufen war, hatte er ihr das herausgegebene Restgeld zwar ohne Diskussion zurückgegeben und versprochen, die Ware mit echtem Geld zu zahlen. Zurück in der Bäckerei, verlangte er jedoch seinen falschen Fünfziger zurück – wohl in der Hoffnung, dass er damit zwar in diesem Geschäft nicht, aber dafür in einem anderen erfolgreich sein würde. Das Problem: Der Bäckereiinhaber wollte das Falschgeld nicht mehr hergeben, im Gegenteil: Er rief die Polizei. Und der 19-Jährige ergriff die Flucht.

Kein Wunder, erklärte er nun vor Gericht, schließlich habe er schon Erfahrungen mit der Justiz machen müssen. Zwei richterliche Weisungen wegen Diebstahls und Drogenhandels sowie eine gefährliche Körperverletzung zierten seinen Auszug im Bundeszentralregister (BZR). Nur mit Horror erinnerte sich der junge Mann an den einwöchigen Jugendarrest, den er für die Körperverletzung kassiert hatte. „Ich will nie wieder eingesperrt sein“, sagte er.

Dennoch hatte ihn die schreckliche Erfahrung hinter Gittern nicht davon abgehalten, Falschgeld in Umlauf zu bringen und gemeinsam einen weiteren Raubüberfall zu begehen. Mit mehreren Kumpanen soll der Angeklagten im November 2018 einen Mann ausgeraubt haben, der sich vom S-Bahnhof in Dachau auf dem Heimweg befand.

Im Falschgeldfall versuchte das Gericht, den jungen Mann zur Rücknahme seiner Behauptung zu animieren, unwissentlich an den Geldschein gelangt zu sein. Selbst die Verkäuferin hatte bei ihm eine gewisse Nervosität festgestellt und sich über die Lederhandschuhe gewundert, die der junge Mann trug. Das hielt sie für „sehr unüblich“. Vor Gericht argumentierte der 19-Jährige dahingehend, dass er wegen des Rauchens die Autofenster stets geöffnet habe und ihm ansonsten die Hände zu kalt würden.

Das Gericht nahm ihm diese Behauptung nicht ab und beließ es bei der sechsmonatigen Bewährungsstrafe aus erster Instanz. Der Angeklagte habe sich mit den Ursachen seiner Taten ebenso wenig auseinandergesetzt, wie er sich von seinem Problem-Freundeskreis nicht wirklich distanziert hätte, sagte die Richterin. 

Mit Falschgeld wollte ein 24-Jähriger aus dem Landkreis München ein Schäferstündchen in einem Bordell finanzieren.

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