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Die Internetplattforum „Get your guide“ änderte die Bewerbung von Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau.

Seite von “Get your guide“

„Unglückliche Wortwahl“: So reagiert Anbieter von Führungen durch KZ-Gedenkstätte Dachau

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Das ging flott: Nach dem Bericht in den Dachauer Nachrichten über die unangemessene Bewerbung einer Führung durch die KZ-Gedenkstätte hat die Internetplattform „Get your guide“  ihre Wortwahl behoben.

Dachau – Die Internet-Ausflugsplattform „Get your guide“, die mit einer Tour zum „Konzentrationslager Dachau“ geworben und den Kunden „schreckliche Geschichten der Endlösung“ versprochen hatte, hat auf den gestrigen Artikel der Dachauer Nachrichten reagiert und den Beschreibungstext geändert.

„Wir möchten uns für die unangemessene Wortwahl entschuldigen“, betont „Get your guide“-Pressesprecher Will Gluckin in einer Stellungnahme. Als „globaler Marktplatz“ sei das Unternehmen sich seiner „Verantwortung bewusst, sämtliche Produkte auf der Website inhaltlich korrekt und sprachlich angemessen darzustellen“.

Sprecher des Unternehmens: „unglückliche Wortwahl“ behoben

Dies gelte insbesondere für thematisch sensible Angebote. Zwar würden alle Angebotstexte „vor der Veröffentlichung einer sorgfältigen Qualitätskontrolle durch unser Content-Team unterzogen“ sowie „an neueste Qualitätsstandards angepasst“. Dennoch, so Gluckin, könnten bei über 30 000 Produkten, die in 22 Sprachen angeboten würden, „Fehler leider nicht ausgeschlossen werden“. Diesen „bestimmten Fehler“, also die völlig unpassende Bewerbung der Tour in die KZ-Gedenkstätte Dachau, in der zudem die Stadt als „Zentrum des Bösen“ beschrieben wurde, „bedauern wir zutiefst“, so der Sprecher. Infolgedessen sei diese „unglückliche Wortwahl“ auch unverzüglich behoben und eine Qualitätskontrolle „für ähnliche Angebote“ eingeführt worden.

Tatsächlich findet sich mittlerweile auf der „Get your guide“-Internetseite kein Wort mehr von der „Endlösung“. Stattdessen heißt es nun ganz sachlich, dass Besucher mithilfe der Tour nun „mehr über die Geschichte des Holocaust erfahren“. Zudem wird nun darauf hingewiesen, dass „das Gelände seit 1965 als Gedenkstätte und ein Ort der Aufklärung genutzt“ wird.

Gedenkstätte froh über Änderung, etwas anderes stößt Leiterin weiterhin auf

Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der Dachauer KZ-Gedenkstätte, ist auf Nachfrage nun „ausgesprochen froh“, dass die Angelegenheit „diesen Weg gefunden hat“. Die Wortwahl von „Get your guide“ sei „absolut inadäquat“ gewesen. Was ihr jedoch weiterhin sauer aufstößt: dass das Unternehmen weiterhin „Sonderangebote“ für seine Touren zu früheren Konzentrationslagern anbietet. Die geführte Tagestour nach Auschwitz-Birkenau etwa kostet derzeit, wie berichtet, statt üblichen 37,98 Euro nur 30,38 Euro. Dies, so Hammermann, sei für Gedenkorte völlig unpassend.

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