Neuer Wirtschaftsbeirat steht Stadtrat und Verwaltung zur Seite

Dachau bekommt einen Wirtschaftsbeirat

Ein Wirtschaftsbeirat wird künftig Stadtrat und Verwaltung in allen Fragen zu Dachau als Wirtschaftsstandort unterstützen.

Dachau – Die Installation so eines ehrenamtlich tätigen Gremiums, das vielfältig mit Vertretern unterschiedlicher Branchen besetzt sein soll, hatte die CSU in einem Antrag gefordert.

Der Haupt- und Finanzausschuss befürwortete jetzt in seiner ersten Sitzung der neuen Legislaturperiode mit großer Mehrheit diesen Vorschlag. Gegenstimmen kamen von Ingrid Sedlbauer (ÜB) und Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau).

Wichtige Entscheidungen gebe es zu treffen in Sachen Unternehmensansiedlung, Gewerbeflächenentwicklung, Standortsicherung der örtlichen Wirtschaft und Verkehr, betonte CSU-Fraktionsvorsitzender Florian Schiller. „Da kann ein Feedback aus der Unternehmerschaft hilfreich sein.“ Die Vielfalt der Dachauer Wirtschaft soll sich nach den Vorstellungen der Stadträte im Gremium widerspiegeln, vom kleinen Einzelhandel bis zum Mittelstand. „Ziel ist, die Qualität unserer Entscheidungen zu verbessern“, betonte Schiller.

Für „durchaus interessant“ hält Oberbürgermeister Florian Hartmann den CSU-Vorschlag. Ein Wirtschaftsbeirat, so Andreas Gahr (SPD), Stadtratsreferent für Wirtschaft und Arbeitsplatzförderung, biete eine geeignete Plattform zur besseren Vernetzung von Betrieben und Verwaltung. Über das Gremium könnten Betriebe ihre Sorgen und Nöte auf kurzem Weg direkt in den Stadtrat bringen, sagte Jürgen Henritzi (AfD).   

Für die Einschätzung, wie die Besetzung eines derartigen Gremiums konkret aussehen kann, hatte die CSU Beispiele vorgelegt. Die Mehrheit im Rat befürwortete, sich am Vorbild der Nachbarstadt Fürstenfeldbruck zu orientieren.

Den Grünen gefalle natürlich dort die Vorgabe, dass die Wechselwirkung von Ökonomie und Ökologie im Auge zu behalten sei, sagte Luise Krispenz (Grüne). Für wichtig halten die Grünen auch, dass im künftigen Dachauer Wirtschaftsbeirat unterschiedliche Strukturen vom Handwerk bis zum produzierenden Gewerbe vertreten sind.  

Kritik kam von Ingrid Sedlbauer (ÜB): „Unser Hauptaugenmerk muss darauf liegen, die städtische Wirtschaftsförderung wieder auf Kurs zu bringen, danach können wir einen Beirat zur Seite stellen.“ Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) hält so ein Beratungsgremium schlicht für unnötig, schließlich würden die Interessen der Wirtschaft bereits vielfach vertreten, von der Handwerkskammer über Werbegemeinschaften bis zu städtischer Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsreferenten. „Das Thema ist total abgefrühstückt.“

Mit einer klaren Mehrheit entschieden die Stadträte, einen Wirtschaftsbeirat zu installieren. Zur Ausarbeitung einer Satzung soll sich die Verwaltung an Fürstenfeldbruck orientieren.

ps

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