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Jedes Werk hat eine eigene Persönlichkeit: Die Münchner Künstlerin Petra Amerell stellt in der KVD-Galerie aus.

Ausstellung in der KVD-Galerie

Bilder, in die der Betrachter versinken kann

Großformatige, farbig intensive Gemälde hängen aktuell in der KVD-Galerie. Die Gastausstellerin Petra Amerell hat im Auswahlverfahren der Künstlervereinigung Dachau überzeugt. 

VON MIRIAM KOHR

Dachau – Zwei Meter auf 1,60 Meter messen die meisten Leinwände. Die verschiedensten, von der Künstlerin selbst angemischten Farben wurden Schicht um Schicht, Fläche um Fläche mit unterschiedlichen Werkzeugen wie Spachtel oder Pinsel auf der Leinwand aufgetragen. „Doch es ist keine wilde Buntheit. Es sind Farbfelder, die in den Dialog treten. Ringe, Wirbel, Tupfen und Striche sind bewusst gesetzt und bilden ein Fest für die Sinne“, so beschreibt es die Rednerin bei der Vernissage, Erika Wäcker-Babnik.

Zur abstrakten Farbmalerei kam Amerell nach dem Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste. Malte die Künstlerin zunächst noch gegenständlich, hat sie sich seither vom Gegenstand gelöst und malt „ganz aus sich heraus“. Bei dem ein oder anderen Gemälde können Assoziationen zur gegenständlichen Malerei auftreten. So erinnert ein hochformatiges Bild in Blau- und Grüntönen an eine Unterwasserwelt, eine kleinere Arbeit in blau mit pinken Tupfen an Seerosen. Doch zumeist verführt Amerells Kunst dazu, sich auf den schwelgerischen Farbrausch einzulassen.

„Am Anfang hab ich meistens Lust auf eine bestimmte Farbstimmung, vielleicht etwas ganz Helles oder etwas Kontrastreiches“, erzählt Petra Amerell, wie es mit einem Werk anfängt. „Eine weiße Leinwand ist die reinste Freude, es macht richtig Spaß, denn du hast noch keine Verantwortung“, sagt sie. Diese käme erst später, im Laufe des Prozesses. Denn dann gilt es Entscheidungen zu treffen.

Beim Auftragen der Farbe entstehen neue Strukturen, Linien und Überlagerungen. „Es ist ein Spiel zwischen einer bestimmten Richtung, die das Bild einschlagen soll, und Experimentieren sowie Dinge passieren lassen“, beschreibt sie ihren Mal-Prozess. Fertig ist ein Bild dann für sie, wenn sie das Gefühl hat, „das Werk hat eine eigene Persönlichkeit, Farben und Formen sind im Gespräch miteinander, es ist jetzt etwas Ganzes“.

Während des Malens ist Amerells Körper dabei voll im Einsatz: Leiter hoch und runter gehen, Bild umhängen, mal drehen, wieder zurücktreten und nur blicken. „Da hilft es sicher, dass sie über 20 Jahre getanzt hat“, verrät Wäcker-Babnik.

Die Ausstellung „kaleidoscope“ von Petra Amerell in der KVD-Galerie ist bis zum 10. November geöffnet. Die Öffnungszeiten lauten donnerstags bis samstags von 16 bis 19 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr.

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