Den Preis für „andere Mobilität“ erhielt heuer das Energieforum Petershausen für sein kostenloses Lastenfahrrad. Bild: Laudator Alexander Heisler sowie Herwig Feichtinger und Dietrich Lange (von links). Foto: rds

Neujahrsempfang

Grüne gehen mit Rückenwind ins neue Jahr

Der Grünen-Kreisverband hat sich beim Zieglerbräu zum Neujahrsempfang getroffen. Das Energieforum Petershausen wurde dabei mit dem diesjährigen AMO-Preis ausgezeichnet. Und für den CSU-Landrat gab es ein dickes Lob.

Dachau – Mit 100 Euro ist der AMO-Preis der Kreis-Grünen – AMO steht dabei für „anders mobil“ – dotiert. Und über dieses Geld freuen dürfen sich nun die Mitglieder des Energieforums Petershausen, die seit 1. November allen Bürgern der Gemeinde ein Lastenfahrrad zur Verfügung stellen. Das umgebaute, gebrauchte Fahrrad verfügt über einen großen Kasten samt Deckel und nach vorne aufklappbarer Wand, die gleichzeitig als Rampe dient. 180 Kilogramm lassen sich damit transportieren. Sperrige Lasten wie hohe Bücherregale, Waschmaschinen, hohe Kühlschränke, große Musikinstrumente oder Bäumchen in Pflanztrögen und anderes mehr können dabei sogar größer sein als man sie normalerweise in einem Pkw transportieren kann, wie Alexander Heisler vom Grünen-Ortsverband Petershausen sagte. Das Preisgeld, erklärten die Energieforum-Mitglieder Herwig Feichtiger und Dietrich Lange, „wird wohl mit in einen Elektromotor fließen, um demnächst das Treten beim Lastenfahrrad zu erleichtern“.

In ihrem Jahresrückblick auf 2018 hob Kreisverbands-Schatzmeisterin Sarah Jacob hervor, „dass eine Partei, die früher vielleicht 20 Leute zu Veranstaltungen auf die Beine brachte, das Volksfestzelt in Dachau zum Abend mit dem Bundessprecher der Grünen Robert Habeck mit über 2000 Leuten füllen konnte“. Der Rückenwind für die Grünen habe sich auch darin gezeigt, dass der Mitgliederstand von 66 am 1. Januar 2018 binnen Jahresfrist um 33 Prozent auf 88 gestiegen sei.

Alle folgenden Grünen-Redner betonten, wie wichtig es sei, Demokratie, Rechtsstaat, Freiheit und Europa gegen die Populisten von rechts zu verteidigen. Grünen-Kreissprecher Michael Fritsch wies darauf hin, die Populisten fänden mit ihren vereinfachenden Parolen besonders bei jenen Bürgern ein offenes Ohr, die sich selbst abgehängt fühlten. Hier mit Fakten dagegenzuhalten, erfordere jedoch mehr als platte Schlagworte. Immer schon hätten manche Leute mit dem Schüren von Angst die Menschen eingeschüchtert, meinte Bundestagsabgeordnete Walter-Rosenheimer, „Angst an den Rändern von einer scheibenartigen Erde zu fallen, Angst vor der Mitsprache der Frauen, Angst vor anderen“. Da habe gerade die Europäische Union (EU) viel gebracht, wie offene Grenzen, Arbeitnehmer-Freizügigkeit oder sozialen Schutz für Arbeitnehmer im Ausland. Hier gelte es, den Populisten entgegenzutreten, die wieder Zäune und illiberale Demokratien wie in Ungarn und Polen errichten und die Frauen zurück an den Herd zwingen wollten. „Wir müssen entscheiden, ob wir weiter in einer freiheitlichen Demokratie leben wollen und ungute Entwicklungen friedlich in Verhandlungen überwinden.“ Ins gleiche Horn stieß Europa-Wahl-Spitzenkandidatin Henrike Hahn: „Wir müssen Europa stärker machen, denn die Errungenschaften der EU sind nicht mehr so selbstverständlich wie noch vor zehn Jahren.“

Der bei der jüngsten Wahl in den Bezirkstag gewählte Anton Speierl räumte ein, sich noch einzuarbeiten. Sein Ziel sei es, die psychiatrische Versorgung im Landkreis weiter zu verbessern, Imkerei und Fischerei zu stärken und die Anzahl der Photovoltaik-Anlagen weiter zu vermehren. Die Stadtratspolitik beleuchtete Stadtrat Thomas Kreß: „Dachau wird weiterwachsen, da können wir machen, was wir wollen.“ Aber dann sei bezahlbarer Wohnraum und das Vermeiden von Verkehr eminent wichtig. Sollte US-Präsident Donald Trump den Vertrag zur Begrenzung der nuklearen Mittelstreckenraketen wirklich kündigen, müsste auch die Friedensbewegung in Dachau wiederbelebt werden.

Für die in Israel weilende Grünen-Kreistags-Sprecherin Marese Hoffmann berichtete Johann Liebl aus dem Kreisgremium. Er lobte die konstruktive und sehr kollegiale Zusammenarbeit mit allen Fraktionen und Landrat Stefan Löwl (CSU). Da schaltete sich auch Beate Walter-Rosenheimer ein: „Stefan Löwl ist da eine Super-Ausnahme!“ Beim Neubau des Landratsamtes, so Liebl weiter, komme es auf die ökologische Gesamtbilanz an. Er hob auch die 35 teilnehmenden Geschäfte mit wiederverwendbaren Bechern an der Coffee-to-Go-Initiative und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem polnischen Landkreis Oswiecim hervor.

Reinhard-Dietmar Sponder

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