Machen sich für Europa stark: Tizian Foidl, Antonio Kluge, Lukas Stolze (unten, von links); sowie Amin Faouzi, Zgjim Alija und Joshua Babernits (oben, von links). 
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Machen sich für Europa stark: Tizian Foidl, Antonio Kluge, Lukas Stolze (unten, von links); sowie Amin Faouzi, Zgjim Alija und Joshua Babernits (oben, von links). 

Als erste deutsche Schule

Hoher Preis: EU zeichnet Ignaz-Taschner-Gymnasium aus

  • vonLeyla Yildiz
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Das Ignaz-Taschner-Gymnasium hat für seinen hochwertigen Unterricht über die Europäische Union als erste deutsche Schule den Jan Amos Comenius Preis der EU-Kommission erhalten. 

  • Das Ignaz-Taschner-Gymnasium Dachau hat einen Preis bekommen. 
  • Die Schule erhielt die Auszeichnung für ihren hochwertigen Unterricht über die Europäische Union
  • Den Preis bekamen die Schüler und Lehrerin Angelika Neumayer von der EU. 

Dachau – Freiheit, Sicherheit, Vielfalt, Zusammenhalt, Friede: Das sind die Begriffe, die Tizian Foidl, Amin Faouzi, Zgjim Alija, Antonio Kluge, Joshua Babernits und Lukas Stolze mit Europa verbinden. Die 16- bis 18-Jährigen sind Schüler am Ignaz-Taschner-Gymnasium und dort Teil einer 30-köpfigen Gruppe, die sich für die Europäische Union an der Schule stark macht.

Zusammen mit den Lehrern Angelika Neumayer und Markus Keck integrieren sie den europäischen Gedanken im Schulalltag. Das bezieht sich nicht nur auf den Unterricht – auch im Schulhaus ist durch Plakate und Infoecken erkennbar: Hier wird Europa gelebt. Für dieses Engagement hat die Gruppe nun den Jan Amos Comenius Preis der EU-Kommission erhalten – der immerhin mit 8000 Euro Preisgeld verbunden ist.

Schule bekommt Preis für ihren hochwertigen Unterricht über die Europäische Union

Genauer gesagt für das „high qualitiy teaching about the European Union“ – zu deutsch: Qualitativ hochwertiges Unterrichten über die EU. Zum Preis gratulierte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo: „Die Schulfamilie des Ignaz-Taschner-Gymnasiums lebt den europäischen Gedanken in herausragender Art und Weise vor. Mit ihrem Slogan ,The future is Europe‘ zeigen sie, dass Europa ein Wert ist, für den es einzustehen gilt“, teilt er in einer Pressemitteilung mit.

Europa ist in vielen Formen an der Schule präsent. Jedes Jahr findet beispielsweise ein Europatag statt. „Da erklären wir unseren Mitschülern, wie das Europarlament funktioniert“, sagt Antonio Kluge. Doch das ist noch nicht alles. Ab der Oberstufe bekommen die Schüler ein halbes Jahr lang Unterricht über Europa, egal ob historisch oder aktuell. „Europa zieht sich durch alle Fachschaften durch“, sagt Tizian Foidl. „Beispielsweise hatten wir in einer Matheklasur eine Kurvendiskussion, in der wir den CO2-Anstieg der Atmosphäre darstellen sollten.“

Grundwissen über die Europäische Union: „Ohne Wissen kann man nicht diskutieren“

Angelika Neumayer ist es wichtig, dass die Schüler jeder Jahrgangsstufe erst einmal das Grundwissen über die Europäische Union erhalten. „Denn ohne Wissen, kann man nicht diskutieren“, sagt sie.

Neumayer engagiert sich schon seit 2001 dafür, den Schülern Europa näher zu bringen. Die Mühen haben sich ausgezahlt. Vergangenes Jahr erhielt das Ignaz-Taschner-Gymnasium den Titel „Botschafterschule des Europäischen Parlaments“. Das macht die Gruppe und Angelika Neumayer natürlich stolz. „Alle diese Schüler tragen den europäischen Gedanken weiter“, sagt Neumayer.

„Durch Unwissenheit klammert man sich eher an radikale Ansichten“

Europa müsse sich in den Köpfen der Menschen festsetzen, so die Meinung der Schüler. „Wir müssen das Bewusstsein herstellen“, sagt Amin Faouzi. „Durch Unwissenheit ist man unsicher und ängstlich und klammert sich dann eher an radikale Ansichten, in denen man dann Sicherheit sucht.“

Das ITG ist eine Schule ohne Rassismus, und das leben die sechs Schüler. „Wir stellen uns gegen Rassismus“, sagt Tizian Foidl. „Europa ist vor siebzig Jahren ja nicht vom Himmel gefallen. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die sich schon was dabei gedacht, um einen dritten Weltkrieg und den Nationalsozialismus zu verhindern.“  

Botschaft an Europa-Gegner: „Allein kommt man nicht weit“

Im Februar dieses Jahres durften die Schüler zu einem Jugendseminar nach Brüssel fahren. Dort besuchten sie unter anderem die Europäische Kommission und den Wirtschafts- und Sozialausschuss. Anschließend hatten sie ein Treffen mit der bayerischen Landesvertretung in Brüssel.

„Wir konnten mit mehreren Parlamentariern auf Augenhöhe diskutieren“, sagt Foidl. „Das Schöne ist, dass wir nachhaken durften und unsere Meinung sagen konnten“, ergänzt Kluge. Er und seine fünf Mitstreiter können allen Europa-Gegner nur eines auf den Weg mitgeben: „Allein kommt man nicht weit.“

ly

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