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Zwischen B 304 und der B 471 soll das Hotel mit 199 Zimmern errichtet werden.

Bauausschuss bewilligt Pläne für Grundstück an der Karwendelstraße in Dachau

Ein Hotel für den Sonnenwinkel

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Es sollte ein Prestigeobjekt werden, internationale Studenten nach Dachau locken und die Karriere von Hans Hartl krönen. Nun, nach Jahren endloser Diskussion, steht fest: Auf dem Grundstück an der Karwendelstraße 14 wird ein schnödes Hotel mit 199 Zimmern gebaut.

Dachau – „Schön wird’s nicht“, seufzte Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) am Dienstag im Bauausschuss angesichts der Pläne für das fast 6000 Quadratmeter große Grundstück an der Karwendelstraße 14. Aber, so Koch, „dass es irgendwann bebaut wird, war abzusehen“. Insofern seien die nun vorgelegten Pläne zwar „wuchtig“, und der neue Baukörper dürfte mit Sicherheit ein gewisses Verkehrsaufkommen bringen. Aber immerhin, so Koch, dürfte es nun nicht so schlimm werden, wie es eine Zeit lang zu erwarten stand.

Tatsächlich hatte es um das Projekt „viel Hin und Her“ gegeben, wie Volker C. Koch es formulierte. Zunächst hatte der Grundstücksbesitzer, der frühere SPD-Landtagsabgeordnete und Bauunternehmer Hans Hartl, die Fläche am sogenannten Sonnenwinkel für ein internationales Studentenwohnheim mit knapp 200 Apartments sowie ein kleines Hotel mit rund 50 Betten nutzen wollen. Das Projekt hätte sein „Vermächtnis“ und „krönender Abschluss“ werden sollen, wie er selbst vor fünf Jahren in einem Interview mit der Heimatzeitung sagte.

Doch Baurecht bestand zunächst nur für ein 300-Betten-Hotel, der entsprechende Bebauungsplan dazu stammte aus dem Jahr 1987. Hartl war so optimistisch, sein Wohnheim bauen zu dürfen, dass sogar schon ein Bretterzaun mit Werbefahnen um das Grundstück herum aufgestellt worden waren.

Dann aber wurde es still um Hartls schillernden Plan, Zaun und Fahnen verschwanden wieder. Oberbürgermeister Florian Hartmann, damals noch nicht im Amt, glaubt, dass es „wohl Probleme mit der Genehmigung“ gab. Die Stadt Dachau habe daraufhin, abgesehen von einzelnen Anfragen für verschiedenste Nutzungen, „lange nix mehr gehört“.

Bis Dezember 2019. Dann erreichte die Stadt ein Bauantrag für ein Hotel. Die „nutzbare Zimmerzahl“ beträgt demnach 199 Zimmer, es soll zudem eine Tiefgarage geben. Da das Gebäude quasi den Abschluss der Münchner Straße und den Übergang zur B471 bildet, ist auch eine Lärmschutzwand vorgesehen. Dem Vernehmen nach will der Bauherr 40 Millionen Euro in das Hotel investieren.

Einen Zeitplan, wann die Bauarbeiten beginnen, kennt man im Dachauer Rathaus aber noch nicht. Angesichts der Vorgeschichte des Grundstücks will sich der OB ohnehin noch nicht auf eine tatsächliche Finalisierung des Projekts festlegen. „Wir haben da schon so viele Dinge genehmigt“, so Oberbürgermeister Hartmann, dass er nun „keine Ahnung“ habe, „ob das jetzt was wird“.

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