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Notwendig, aber nervig: Die B 304 ist zwischen A 99 und Rangierbahnhof bis Ende August nur einspurig befahrbar. Grund sind Asphaltierungsarbeiten. Dem Stau ausweichen kann man laut Dachauer Polizei über Feldmoching oder die Eversbusch- beziehungsweise die Otto-Warburg-Straße. 

Kilometerlange Staus auf der B304 wegen Bauarbeiten 

Chaos-Tage für Pendler

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Die Stadt München führt bis Ende August auf einem kurzen Abschnitt der B 304 eine Fahrbahnsanierung durch. Die vergleichsweise kleine Maßnahme hat jedoch für Tausende Pendler aus Stadt und Landkreis Dachau große Auswirkungen. Bei der Dachauer Polizei wusste man von den Bauarbeiten nichts.

Dachau/München – Wer gestern aus München nach Dachau wollte oder – viel schlimmer – andersrum aus Richtung Dachau in die Landeshauptstadt, brauchte viel Geduld. Vor allem die Pendler nach München erwischte es gestern so richtig: Ab 6 Uhr ging durch Karlsfeld praktisch nichts mehr, zwischenzeitlich staute sich der Verkehr sogar zurück bis nach Dachau. In der Gegenrichtung war die Max-Born-Straße in Moosach auch um 12 Uhr mittags noch dicht.

Grund: Die Landeshauptstadt führt auf der B 304 zwischen Rangierbahnhof und den Anschlussstellen der A 99 eine Fahrbahnsanierung durch. Dafür ist jeweils eine der beiden Fahrspuren gesperrt. Wie lange die Bauarbeiten dauern, ist den Infotafeln vor der Baustelle nicht zu entnehmen. Auch die Dachauer Polizei wurde von der Maßnahme überrascht: „Bei größeren Sachen im Grenzgebiet zwischen Stadt München und Landkreis Dachau arbeiten wir natürlich zusammen. Aber das haben sie anscheinend als nicht so wichtig angesehen“, sagt Richard Wacht von der Polizeiinspektion Dachau. „Aber klar“, fügt er an, „das wäre natürlich auch für uns interessant gewesen.“ Seine Kollegen von der Polizei in Moosach wussten zwar Bescheid, gehörten aber selbst zu den Betroffenen. „Ja, da war Chaos. Unsere Beamten standen auch“, so ein Sprecher – der sich ansonsten über die Organisation der Baustelle gestern nicht öffentlich äußern wollte.

Bei der Stadt München gibt es für die Maßnahme verschiedene Zuständigkeiten. In der Hauptabteilung III/3 für temporäre Verkehrsanordnungen im Kreisverwaltungsreferat betont man, die Münchner Polizei informiert zu haben; „was die dann damit machen, können wir nicht nachprüfen“. Warum die Baustelle um 4 Uhr morgens und nicht erst um 10 Uhr, nach dem Berufsverkehr, in Betrieb genommen wurde, konnte der Sachbearbeiter auf Nachfrage ebenfalls nicht beantworten. Überhaupt sei in der Hauptsache das Baureferat der Landeshauptstadt für die Arbeiten zuständig.

Dort erklärt man schriftlich, dass die Baustelle auf dem zirka 1,2 Kilometer langen Straßenabschnitt noch „bis Ende August“ bestehen bleiben werde. Eine Fahrspur je Fahrtrichtung auf dieser „stark frequentierten Ein- und Ausfallstraße“ bleibe aber während der gesamten Dauer der Maßnahme befahrbar. Vom 12. bis 16. August wird laut dem „Presse-Team“ des Baureferats zusätzlich auf dem Abschnitt der B 304 zwischen Auf den Schrederwiesen und der Otto-Warburg-Straße jeweils zwischen 12 und 6 Uhr stadteinwärts eine Fahrspur gesperrt.

Die Reaktionen der Pendler auf die Maßnahme rangierten in den sozialen Netzwerken von Wut über Resignation bis Galgenhumor. „Ich hab heute 50 Minuten für die Strecke Ampel beim Auto Rapp bis Ortseingang Karlsfeld gebraucht. Bin dann umgedreht und arbeite von daheim“, schrieb etwa ein Autofahrer auf Facebook. Eine Andere klagte, sie habe in Karlsfeld „um 6.30 Uhr 45 Minuten vom Möbel Fischer bis MTU“ gebraucht. Ein Dritter berichtete von seinem Kollegen aus Holland, der gestern zum ersten Mal von Dachau nach München habe pendeln müssen. Der Holländer habe fassungslos gefragt, warum es denn keine Tram zwischen Dachau und Karlsfeld bis zur Autobahn gebe?

Dass die Asphaltierungsmaßnahme nötig ist, darin waren sich in den einschlägigen Pendler-Internetforen alle leidgeprüften Autofahrer einig. Und auch darin, dass die S-Bahn für viele ebenfalls (noch) keine echte Alternative darstellt: Würden nämlich alle Pendler, die aktuell noch mit dem Auto in die Stadt fahren, die Bahn nutzen, würde aus den Zugfahrern „Pressfleisch“, wie ein Nutzer kommentierte. Im Moment könnten MVV und MVG „die Menschenmassen nämlich gar nicht auffangen“.

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