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Messe-Veranstalter Josef Schmid.

Aus Regionalmesse wird Familienmesse

Die Diva ist Geschichte: Neue Messe in Karlsfeld

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Die Diva ist Geschichte: Der Vertrag mit Messeveranstalter Josef Schmid war gekündigt worden. Der rüstet sich nun für ein Comeback: Im Oktober veranstaltet er die „Familienmesse Karlsfeld“.

Dachau/Karlsfeld – In Dachau herrscht noch immer Ratlosigkeit: Wie es denn nun mit der Diva weitergehe und wann endlich ein neues Messekonzept vorgelegt werde, wollte Stadtrat Florian Schiller (CSU) zuletzt im Haupt- und Finanzausschuss vom städtischen Wirtschaftsförderer Stefan Wolf wissen. Der erklärte, dass er noch an einem Konzept arbeite, aber schon jetzt „100-prozentig klar“ sei: So, wie es sich der Stadtrat zuletzt gewünscht hatte, nämlich die Diva als reine Regionalmesse mit ausschließlich örtlichen Ausstellern, „wird es nicht funktionieren“ beziehungsweise „können wir damit sicher nicht die Thomawiese befüllen“. Der Stadtrat müsse sich daher überlegen: „Wo wollen wir hin?“

Während die Stadträte auf diese Frage keine Antwort wussten, sind die Gewerbetreibenden der Region weiter. Nach der Kündigung des langjährigen Diva-Ausrichters Josef Schmid (wir berichteten) hatte sich eine Gruppe Selbstständiger, angeführt von der Karlsfelder Kosmetikerin Erika Schatz, im Herbst auf die Suche nach einer Messe-Location gemacht. In Karlsfeld wurden sie nun fündig – und überzeugten den geschassten Schmid, doch wieder einzusteigen. Das Ergebnis: Von 24. bis 27. Oktober wird am Karlsfelder See die „Familienmesse Karlsfeld“ stattfinden. Das Landratsamt als zuständige Genehmigungsbehörde wird die Diva-Nachfolgerin erlauben: „Es gibt nichts, was dagegen spricht“, betont Peter Selmeier auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Auch Schmid ist optimistisch, dass die Neuauflage der Diva „eine gute Sache für den Landkreis wird“. In Karlsfeld gebe es „gute Zutaten für eine erfolgreiche Messe“: So sei die Organisation der Familienmesse „komplett entpolitisiert“; anders als in Dachau hätten Lokalpolitiker dort also kein Mitspracherecht. Zweitens gebe es ausreichend Parkplätze sowie durch die räumliche Nähe zur Landeshauptstadt auch die Chance, „stärker nach München reinzugehen“. Im jährlichen Wechsel mit der „FFB-Schau Olching“ glaubt Schmid daher fest daran, „dass wir da was Gutes hinkriegen“.

Davon ist man auch bei der Gemeinde Karlsfeld überzeugt. Wirtschaftsförderer Peter Freis betont, der Familienmesse am See „natürlich positiv gegenüberzustehen“. Für Karlsfeld sei dies „ein tolles, neues Event“, das auch der örtliche Gewerbeverein unterstütze.

Erika Schatz freut sich daher schon jetzt auf die Familienmesse. Die Diva, betont die Inhaberin des „Channoine Cosmetic“-Studios, sei jahrelang schlechter geredet worden als sie eigentlich war: „Mir hat sie immer geholfen. Über die Diva habe ich mir einen großen Kundenstamm aufgebaut!“ Die Ankündigung der Stadt, die Diva in ihrer gewohnten Form nicht mehr veranstalten zu wollen, habe sie daher „entsetzt“.

Und als sie dann auf der jüngsten „FFB-Schau“ in Olching auch noch „von so vielen Leuten“ angesprochen wurde, dass es doch nicht sein könne, dass Dachau so eine tolle Messe aufgebe, da habe sie sich gedacht: „Wir müssen was machen!“ Die Diva sei schließlich für viele Selbstständige „die größte Stütze“.  

Veranstalter Schmid ist „begeistert von dem unglaublichen Zug“, den Schatz und Co. an den Tag gelegt hätten, um ihn und die Messe zurückzuholen. Denn, darauf legt er Wert, für ihn selbst sei das Thema Dachau nach der unschönen Kündigung im Sommer „erledigt“ gewesen.

Details zur Diva-Nachfolgemesse möchte er nun am 5. Februar im Rahmen eines Business-Frühstücks bekannt geben. Klar ist: An der Familienmesse sollen rund 150 Aussteller teilnehmen, die „das halten, was der Name verspricht“. Gerade Letzteres sei in Dachau zuletzt nicht der Fall gewesen: Die „von oben“ vorgegebenen Sonderthemen der Diva, glaubt Schmid, hätten „unabsichtlicherweise“ Erwartungen geweckt, die eine Verbrauchermesse schlicht nicht habe erfüllen können.

Dass gerade die Verzahnung von Messe und Politik problematisch sein kann, hatte im vergangenen Jahr bereits Messebeiratsvorsitzender Christian Tannek moniert: Das Grundproblem der Diva sei nämlich gewesen, so Tannek damals gegenüber der Heimatzeitung, „dass Stadträte eine Veranstaltung beurteilen, auf der sie selber nicht einmal waren“.

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