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Weitum bekannt und beliebt: das Feuerwerk während des Dachauer Volksfests.

Ausschuss lehnt Lasershow zum Volksfest ab

Das Volksfest behält sein Feuerwerk

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Traditionalisten können aufatmen. Das beliebte Volksfestfeuerwerk in Dachau wird auch weiterhin stattfinden.

Dachau – Stadtrat Wolfgang Molls (WIR) Vorschlag auf Ersatz des Großfeuerwerks durch eine Lasershow wurde am Mittwoch im Hauptausschuss mit großer Mehrheit abgelehnt. Doch ganz vom Tisch ist das Laser-Thema noch nicht.

Erst wurden die Ponys abgeschafft, dann durften die Ampertaler ihre Bestecke nicht mehr tragen und in diesem Jahr geriet der städtische Glückshafen kurzzeitig sogar in Verdacht, Kinder zu Glücksspielsüchtigen werden zu lassen. Wo soll das noch hinführen?

Volksfeuerwerk Dachau: Deshalb soll es bleiben

Für die Mehrheit der Stadträte im Haupt- und Finanzausschuss gestern war die Antwort klar: „zu einem schrittweisen Verlust unserer Traditionen!“ Der Vorschlag Wolfgang Molls (WIR), das Dachauer Volksfestfeuerwerk durch eine moderne Laser-Show zu ersetzen, wurde daher von fast allen Fraktionen zum Anlass genommen, ihre Verbundenheit mit dieser Traditionsveranstaltung zu bekunden. „Lasst’s das Fest wie es ist, schöner wird’s nicht“, meinte etwa Günter Dietz (CSU). Volksfestreferent Robert Gasteiger (FW) verwies auf die Historie dieses „Highlights, wie man auf neu-boarisch sagt“: Schon 1930 sei die Veranstaltung erwähnt worden, die Leute würden sich alle Jahre darauf freuen! Und Edgar Forster (FW) konterte das Argument, dass die Lasershow durch die Vermeidung von Feinstaub wesentlich ökologischer sei, mit dem Argument, dass man mit einer Lasershow „nicht die großen Umweltprobleme dieser Welt lösen wird“.

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Luise Krispenz (Grüne) unterstützte den Antrag Molls dagegen: Manchmal lohne es sich, „offen zu sein“. Und wenn die Stadtpolitik nur Schritte unternehme, die große Probleme lösen würden, „dann werden wir nix bewirken. Und dafür stehen die Grünen nicht“!

Sabine Geißler (Bündnis) gab Moll und Krispenz zwar recht, dass man beim Thema Großfeuerwerk natürlich über Tierschutz, Feinstaub und Unfallschutz diskutieren könne. Allerdings dauere das Feuerwerk im August nur 20 Minuten – im Gegenzug zur Silvesternacht, „wo stundenlang geballert wird“. Geißler schlug daher vor, die Lasershow doch in der Silvesternacht als zentrale Show zu veranstalten.

Jürgen Seidl (FDP) – wie auch der Rest des Gremiums – gab Geißler zwar recht, dass die privaten Silvesterfeuerwerke im Gegensatz zum Volksfeuerwerk das wesentlich größere Übel seien, aber: „Jeder Bürger hat das Recht, seine Raketen zu verballern.“

Florian Schiller (CSU) konnte sich ebenfalls für eine von der Stadt organisierte Lasershow an Silvester erwärmen, auch wenn dessen „Klima-Wirkung nicht groß“ sei. Finanziert werden könnte das Laser-Event ja durch sogenanntes Crowdfunding: „Wer weniger Geballer will, spendet einen kleinen Betrag an die Stadt. Und von dem Geld macht man dann die Lasershow.“

Im Stadtbauhof wäre man dankbar um jede Rakete, die an Silvester nicht in den Dachauer Nachthimmel geballert wird. Denn: Am 1. Januar mussten die Bauhof-Mitarbeiter rund zwei Tonnen Müll von den Straßen der Großen Kreisstadt kehren.

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