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Raumnot an der Grundschule Augustenfeld: Wohin mi t der Mittagsbetreuung während des Umbaus? 

Problem während des geplanten Umbaus im kommenden Schuljahr

Wohin mit der Mittagsbetreuung an der Grundschule Augustenfeld?

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Die Dachauer Schulen platzen aus allen Nähten. Für die Grundschule Augustenfeld könnte diese Raumnot im kommenden Schuljahr sogar dazu führen, dass die Mittagsbetreuung ausfallen muss.

Dachau – Helga Fischer, Leiterin der Grundschule Augustenfeld, ist eine Meisterin, wenn es um das Jonglieren mit knappen Räumen geht: Religionsunterricht für eine Klasse muss beispielsweise in drei verschiedenen Räumen stattfinden – römisch-katholisch, evangelisch und Ethik – und aus diesem Grund ohnehin schon am Nachmittag stattfinden; weil immer mehr Erziehungsberechtigte „uns schon jetzt die Schule einrennen“, um Elterngespräche mit den Lehrern zu führen, seien weitere Räume regelmäßig am Nachmittag belegt, so Schiller. Und dann wären an der Schule ja noch immer mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die man Schiller zufolge nach Möglichkeit ja auch nicht „auf dem Fluren“ betreuen sollte.

Aus all diesen Gründen kam Schulleiterin Helga Schiller auch zu einer klaren – negativen – Antwort, als ihr die Stadt überraschend die Frage stellte, ob sie im Schulhaus denn nicht noch Räume übrig habe für die Mittagsbetreuung der Grundschüler?

Dass es überhaupt zu dieser Frage kommen musste, liegt laut Markus Haberl, Leiter am Amt für Schule, Kinderbetreuung, Jugend, Soziales und Sport bei der Stadt, an der Tatsache, dass sich „mit dem Planungsfortschritt der Umbaumaßnahmen“ der Grundschule Augustenfeld plötzlich das Problem aufgetan habe, dass die Räume der Hausmeisterwohnung bereits ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr zur Verfügung stehen – just in diesem Räumen aber führt die Awo eine Mittagsbetreuung für 25 Kinder durch. Anfragen bei der Montessori-, bei Real- und Berufsschule sowie der Kirchengemeinde St. Peter, ob dort denn nicht übergangsweise Räumlichkeiten für die Augustenfelder Kinder vorhanden wären, seien Haberl zufolge sämtlich abschlägig beschieden worden: „Kein ausreichendes Raumangebot“ habe unisono die Begründung gelautet. Die Konsequenz daraus, so Haberl, könne nur sein: Die Mittagsbetreuung während der Umbauzeit, die bis voraussichtlich Februar 2021 dauern werden, entfällt. Oder die Kinder müssen währenddessen „verschiedene Räume des Schulhauses“ nutzen.

Stadträtin Elisabeth Zimmermann (CSU) betonte gestern im Familien- und Sozialausschuss, dass die Beibehaltung des Angebots „oberste Priorität“ habe. Die Kinder aber „von Klasse zu Klasse zu schieben“ halte sie für pädagogisch wenig sinnvoll.

Ähnlich argumentierte Wiebke Kapaun, Kreisgeschäftsführerin der Awo, die eine „Wald-Mittagsbetreuungslösung“ vorschlug: Wie in einem Waldkindergarten würden die Schüler hierfür in mehreren Bauwagen untergebracht. Am liebsten aber sei ihr, die bereits bestehende Containeranlage am Awo-Krippenhaus aufzustocken. Da dies technisch und zeitlich laut Oberbürgermeister Florian Hartmann bis Anfang September aber sicher nicht umsetzbar sei, schlug Schulleiterin Schiller einen weiteren Kompromiss vor: Die Kinder könnten doch in einem mobilen Pavillon auf dem Lehrerparkplatz – ohne sanitäre Anlagen – betreut werden?

Am Ende entschied der Ausschuss einstimmig, die Mittagsbetreuung im kommenden Schuljahr auf jeden Fall weiter anzubieten. Laut Anke Drexler (SPD) sei dafür nun aber die „Flexibilität“ von Awo, Kindern und Schule gefordert, eine „gemeinsame Lösung“ zu finden.

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