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Alle Hände strecken sich in den Himme l , wenn die Guatl-Kanone auf dem Kindertag angefeuert wird. 

Kindertag auf dem Dachauer Volksfest

Kanonenweise Guatl, Fahrchips und Stofftiere

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Robbin Schacht hat sie auf dem Dachauer Volksfest wieder abgefeuert: Die Fahrchips, Kuscheltiere und Bonbons. Auf dem Kindertag scharten sich die Kinder am Glückshafen um ihn und seine Kanone.

Dachau – Fünf Mal puffte es heuer aus der einstigen Guatl-Kanone und die Fahrchips schossen in die Luft. „Es ist vielleicht heuer das letzte Mal, dass ich das mache“, erzählte der Schausteller, der das Eimerwerfen auf dem Volksfest moderiert: „Ich weiß noch nicht, ob ich nächstes Jahr wieder komme.“

Seit über 40 Jahren feuert er die Fahrchip-Kanone auf dem Dachauer Volksfest ab, erzählt der Nürnberger: „Mich hat damals Volksfestreferent Franz Böck auf dem Nürnberger Frühlingsfest angesprochen, ob ich die Kanone auch nach Dachau mitbringen will.“ Und prompt sagte Schacht zu.

Die einstige Guatl-Kanone hatte übrigens sein Vater vor 50 Jahren bauen lassen, er war ebenfalls Schausteller, und: „Er hatte als Fahrgeschäft unter anderem ein Skilift-Karussell.“ Robbin Schacht ist in seine Fußstapfen getreten: „Ich bin jedes Jahr auf circa zehn Volksfesten“, das Moderieren an seinem Stand verlange ihm viel ab, denn: „Da drückt man nicht nur auf ein Knöpfchen und dann kommt die Ansage – bei uns ist das alles echt.“ Aber: „Jetzt will ich dann ein bisschen langsamer machen“, erzählte der Schausteller mit blauem Comic-Hemd und grauen Haaren.

An seiner Seite neben „Robbin’s Bon-Bon Kanone“ steht seit rund 20 Jahren Ernst Eckl, er hat eine Süßwaren-Theke nahe des Franziskaner-Zeltes und sagt: „Wir machen das hier alles ehrenamtlich – den Kindern zuliebe.“ Und Schacht fügte hinzu: „Außerdem ist es ja eine gute Werbung für uns.“

Kuscheltiere und Fahrchips spendiert die Stadt, erzählte Volksfestreferent Robert Gasteiger: „Das dürften zwischen 500 und 600 Freifahrten sein.“

Die Guatl werden in die Menge geworfen, die Chips hat Robbin Schacht in Papierkugeln eingewickelt. Ernst Eckl stopfte sie in die Kanonenöffnung. Anschließend nahm Schacht einen Block aus Schwarzpulver und setzte ihn in die Kanone: „Da musste ich extra einen Schwarzpulver-Schein machen, damit ich das darf.“ Und ab ging der Schuss, die Kinder hielten die Hände in die Höhe und hüpften sogar, um die Chips zu ergattern – und dann rauchte es gewaltig aus der Kanonenöffnung.

Ob sich das Kindertag-Highlight im nächsten Jahr wiederholen wird, ist noch unklar, sagte Schacht: „Man muss sich ja jedes Jahr aufs Neue als Schausteller bei der Stadt bewerben.“ Außerdem koste ihm seine Arbeit oft Nerven: „Vor allem mit den Betrunkenen ist es oft anstrengend, weil die dann nicht zahlen oder gleich den Hauptgewinn wollen, wenn sie einen Eimer getroffen haben“, lacht er.

Aber das Schausteller-Leben wird ihn wohl noch weiter begleiten: „Meine Frau hat einen Imbisswagen, von daher werde ich da später aushelfen.“

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