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Wieder mit allen Stationen voll in Betrieb: das Klinikum, Dachau.

Die Verantwortlichen stellen sich drei Tage nach der Schließung bei einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit

Klinik will künftig auf Nummer sicher gehen

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Drei Tage, nachdem die Dachauer Helios Amper-Klinik wegen gehäufter Coronainfektionen hatte geschlossen werden müssen, stellten sich die Verantwortlichen gestern der Öffentlichkeit.

Dachau –Demnach hatte der Schlaganfall-Patient, der aus einer Klinik im Landkreis Starnberg nach Dachau verlegt worden war, bei seiner Aufnahmeuntersuchung „keinerlei Symptome für eine Covid-19-Erkrankung gezeigt; erst viereinhalb Tage nach seiner Einlieferung sei er krank geworden. Diese Zeitspanne läge, so erklärte der Ärztliche Direktor des Klinikums Prof. Dr. Hjalmar Hagedorn, „außerhalb der doppelten Empfehlungsbreite des Robert-Koch-Instituts“.

Nach der Diagnose habe man in der Klinik laut Geschäftsführer Florian Aschbrenner aber „sehr sehr transparent“ und „sehr sehr professionell“ ein Konzept erarbeitet, wie man die Lage – also eine möglicherweise massenhafte Verbreitung des Coronavirus in der Klinik – in den Griff bekommt.

Zu diesem Konzept gehörte eine Reihentestung aller Mitarbeiter und Patienten, die – Stand gestern – lediglich einen Corona-positiven Patienten sowie elf positive Mitarbeiter ergab. Diese überraschend niedrige Zahl spreche laut Hagedorn dafür, dass man am Dachauer Klinikum alle Sicherheitsstandards des Robert-Koch-Institus (RKI) „mehr als erfüllt habe“.

Die Patienten, die möglicherweise mit dem Covid-Patienten oder dessen Pfleger in Kontakt kamen, aber bereits vor Freitag entlassen wurden, werden derzeit vom Gesundheitsamt – je nach ihrer Nähe zum Infektionsherd – aufgesucht beziehungsweise ebenfalls getestet.

Da das Klinikum Hagedorn zufolge schon heute wieder mit „allen Stationen voll in Betrieb geht“, sollen strengste Sicherheitsvorkehrungen gelten. Demnach würden alle Mitarbeiter „regelmäßig abgestrichen“ und auch sämtliche Patienten bei ihrer Aufnahme auf Covid-19 getestet. Da die Tests aber nur den „Ist-Zustand“ wiedergeben – sprich ein Träger des Virus den Test vor Ausbruch der ersten Symptome durchaus noch als Corona-negativ bestehen kann –, werden alle Neuankömmlinge erst einmal in Einzelzimmer eingewiesen. Alle Mitarbeiter tragen derweil Kittel und Handschuhe sowie Mundschutz nach dem besonders hohen FFP2-Standard. All dies, hob Landrat Stefan Löwl hervor, sei „überobligatorisch“ und nicht vom RKI vorgeschrieben.

Die Geburtsklinik wird zudem zu einer „Klinik in der Klinik“: mit separatem Eingang und über Trockenwände vom Rest des Krankenhauses getrennt. Bei planbaren Entbindungen müssen sich die Schwangeren fünf Tage vor Geburtstermin einem Vovid-19-Test unterziehen.  zip

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