Kreisausschuss Dachau

Gut unterwegs im MVV-Bereich

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Der Kreisausschuss hat die Umsetzung der MVV-Tarifstruktur-Reform zum 15. Dezember 2019 gebilligt. Die Novelle bringt „mit aller Vorsicht“, so CSU-Fraktionschef Wolfgang Offenbeck, „Verbesserungen für die Landkreisbürger“.

Landkreis – Die Billigung muss freilich noch durch den Kreistag und gilt vorbehaltlich der Zustimmung der Landeshauptstadt München sowie aller Verbundkreise und des Freistaats Bayern.

Durchforstet man die Anlage zur MVV-Reform, die den Landkreis Dachau betrifft und die in Kürze auf der Homepage des Landratsamtes (www.landratsamt-dachau.de) einsehbar ist, dann bleibt festzuhalten, dass für die Bürger so mancher Tarif günstiger wird.

Hierzu einige Beispiele:  So muss eine Familie aus Indersdorf, die nach München will (ein Elternteil arbeitet Vollzeit, der andere fährt gelegentlich, das Kind geht in München zur Schule), monatlich im Durchschnitt nur noch 210,40 Euro statt bisher 227,90 Euro für MVV-Tickets hinlegen.  Die Monats-Isarcard kostet einen Dachauer ab 2019 nur noch 88,90 statt 103,70 Euro. Apropos Monats-Isarcard: Sie kostet (Tarifzone M) 55,20 Euro und ist damit die mit Abstand günstigste Monatskarte von allen deutschen Großstädten. Für vergleichbare Tickets blättern die Berliner 81 Euro hin, Kölner 95,30 Euro und die Hamburger gar 106,40 Euro.

   Die Preise anderer Fahrkarten bleiben stabil. Dazu gehören die Isarcard 9 Uhr, die Gruppen-Tageskarte, die Kinderpreisregelung (Sechs- bis 14-Jährige) mit einem Streifen bzw. einer Preisstufe für alle Fahrten sowie die Fahrradtageskarte.

   Teurer wird in der Hauptsache die Tageskarte für die Hinterlandbewohner nach Dachau (bis zu 33 Prozent).

Schließlich wird mit der Tarifreform auch ein verbundweites Sozialticket für Empfänger von Transferleistungen eingeführt. Das erfordert einen erhöhten Verwaltungsaufwand. Dem trug der Kreisausschuss Rechnung, in dem er eine zusätzliche Vollzeitstelle für die Ausstellung des so genannten Landkreispasses beschloss.

Dass die Reform nicht für lau zu haben ist, leuchtet ein. Das Gesamtvolumen des MVV beträgt etwa 900 Millionen Euro. Nach den Berechnungen der Gutachter vermindern sich wegen der Reform die Einnahmen um bis zu 70 Millionen Euro.

Diese Kosten müssen von der Landeshauptstadt sowie den neun Verbundlandkreisen aufgefangen werden. Auf den Landkreis Dachau entfallen im schlimmsten Fall 662 000 Euro im Jahr. Steigen die Fahrgastzahlen hingegen, dann fallen auch diese Kosten dementsprechend geringer aus.

Klar ist auch, dass die 70 Millionen Euro, die wegen der billigeren Tickets zusätzlich aufgewendet werden müssen, gut für die Verbesserung der Infrastruktur (Streckennetz, Züge etc.) hätten hergenommen werden können – so die Kritik mancher Politiker. Dazu passend sagte Wolfgang Offenbeck: „Wir müssen das System krisensicherer und robuster machen“ und schielte auf die ständigen Pannen bei der S-Bahn. Wird die Mahnung des CSU-Kreisrats erhört und nimmt man noch die steigenden allgemeinen Betriebskosten hinzu, dann ist noch etwas klar: Die neuen Preise werden sich in absehbarer Zeit schon wieder erhöhen. THOMAS ZIMMERLY

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