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Ganz ohne Ansteckungsgefahr können Kunstinteressierte auf der Internetseite der Galerie Lochner in die Kunst von Antoni Tapies eintauchen.

Die Kunst steht in Dachau nicht still

Kunst trotz(t) Corona

Kulturschaffende in Dachau haben sich in Zeiten der Corona-Krise etwas einfallen lassen. Beliebt sind virtuelle Rundgänge.

Dachau – Die Gastronomie, Hotels, Modegeschäfte oder Blumenläden – sie alle leiden ganz offensichtlich an den Schließungen. Denn wo Kunden fehlen, fehlt der Umsatz. Und auch das Kulturleben in der Stadt Dachau bleibt auf der Strecke. Keine Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen oder Kunstausstellungen. Doch zumindest die Galerien in der Stadt scheinen positiv in die Zukunft zu sehen. Einige haben sogar für die Gegenwart kreative Alternativen geschaffen.

Galerie Lochner

Die Galerie Lochner hat auf ihrer Webseite www.galerielochner.de/aktuelles einen Rundgang durch die aktuelle Ausstellung und einen Katalog aller Arbeiten verfügbar gemacht. „So können sich Kunstinteressierte zuhause in aller Ruhe und ohne Ansteckungsgefahr in die Kunst von Antoni Tapies vertiefen“, sagt Josef Lochner.

Wasserturm

Noch aufwändiger aufgezogen haben es die Künstler Gisela Oberbeck und Thomas Petresy: Unter dem Motto „Doppelspur“ wäre eigentlich ihre Ausstellung im Wasserturm zu sehen gewesen. Aufgrund der aktuellen Situation fand die Vernissage jedoch nie statt. Doch wegen der engagierten Initiative der beiden Künstler kann der Wasserturm-Verein einen virtuellen Ersatz bieten. Durch den Klick auf einen bestimmten Link taucht der interessierte Besucher in eine virtuelle Galerie ein, wobei er mit Daumen und Zeigefinger oder Mausklicks durch die Ausstellung „wandern“ kann. Ein Teil der Werke, die Besucher normalerweise im Wasserturm zu sehen bekommen hätten, hängt hier nun an digitalen Wänden. „Natürlich wäre es eine ganz andere Situation, die Arbeiten real zeigen zu können, im Besonderen, da der Wasserturm ein sehr schöner Ort ist, aber wir hoffen, das im nächsten Jahr nachholen zu können“, sagt die Künstlerin Oberbeck. So sind die Holzschnitte und Gemälde vielleicht ja im nächsten Jahr live im echten Wasserturm zu sehen. Der Link heißt https://artspaces.kunstmatrix.com/de/exhibition/458078/doppelspur-raum-1.

KVD

Auch die Galerie der KVD in der Dachauer Altstadt ist derzeit leer. Die Vernissage am 23. April wurde abgesagt. „Es wäre nicht möglich gewesen, sie zum jetzigen Zeitpunkt mit Künstlern aus Polen gemeinsam zu organisieren. Zumal es fraglich ist, ob die Galerie dann wieder offen sein kann. Sollte das der Fall sein, werden wir auf alle Fälle eine spontane Ausstellung mit Dachauer Künstlern auf die Beine stellen“, gibt KVD-Chef Johannes Karl in Aussicht. Sonst sind die KVD-Mitglieder im Moment verstärkt auf dem Instagram-Profil des Vereins unter dem Motto „KuenstlerVonDahoam-aus“ tätig. Es gibt dort fast jeden Tag Arbeiten zu sehen oder kleine Einblicke in die Ateliers der Künstler.

Dachauer Museen und Galerien

Auch die Dachauer Galerien und Museen gehen mit der Situation gelassen um und blicken einfach weiter in die Zukunft. Die Eröffnung im Bezirksmuseum, die am 2. April stattgefunden hätte, musste zwar abgesagt werden, die Mitarbeiter des Museums arbeiten trotzdem weiter. „Nach bislang geltender Regelung dürften wir die Ausstellung dann ab den 21. April für das Publikum öffnen. Selbstverständlich öffnen wir wieder, sobald wir dürfen“, versichert Sprecherin Jutta Mannes. Sollte sich die Situation länger hinziehen, wird bereits über eine Online-Präsentation der Ausstellung nachgedacht.

In der Gemäldegalerie gibt es derzeit ohnehin keine Sonderausstellung. „Hinter den Kulissen wird die Ausstellung Tier-Bilder vorbereitet, die, wenn alles nach Plan läuft, am 8. Mai für alle zu sehen ist“, kündigt Mannes an. Von einer Pause kann hier also nicht die Rede sein.

„Wer nicht gerade eine Ausstellung aufbaut, bereitet die nächste vor“, erzählt Jutta Mannes. Die Kunst steht also auch während der Corona-Krise nicht still.

mik

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