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Johannes Karl, Vorsitzender der KVD. 

Videos statt Vernissagen

KVD bilanziert und blickt positiv nach vorne

Das vergangene Jahr war für die KVD nicht besonders prickelnd. Doch heuer schaut der Vorsitzende Johannes Karl positiv in die Zukunft.

Dachau – Von sieben geplanten Ausstellungen mussten zwei entfallen und drei früher abgebaut werden – das ist die Bilanz der Künstlervereinigung Dachau zum Corona-Jahr 2020. Doch mit konkreten Planungen für den Sommer schaut der Verein positiv nach vorne. Die nun möglichen Öffnungen im März schenken trotz der Beschränkungen für die Künstler einen Hoffnungsschimmer. „Nur eine Ausstellung konnte im vergangenen Jahr unter Normalbedingungen stattfinden“, erzählt KVD-Vorsitzender Johannes Karl. Die Ausstellung von Margot Krottenthaler im Januar. Dann kam Corona. Darum musste die Neumitgliederausstellung mit Denise Hachinger und Ulrike Kleine-Behnke im März schon kurz nach Eröffnung wieder schließen. Die Jubiläums-Ausstellung zur Künstlerfreundschaft nach Oswiecim musste entfallen, soll aber nachgeholt werden. Heinz Eder wollte ursprünglich zu seinem 75. Geburtstag Bilder präsentieren, was er ebenfalls absagte.

In der Zeit der Lockerungen fanden schließlich vier Ausstellungen unter Hygienemaßnahmen statt: Die Künstler Andreas Kreutzkam, Bodo Rott, Karin Schuff mit Inge Jakobsen sowie Maria Wallenstal-Schoenberg und Barbara Trommeter zeigten ihre Werke in der KVD-Galerie. Wobei Trommeters Ausstellung aufgrund des zweiten Lockdowns zwei Wochen früher schließen musste. Statt Vernissagen gab es Videos über die Künstler und ihre Arbeiten. „Diese sind nach wie vor auf Youtube anzuschauen“, sagt Karl.

Auch die Mitgliederausstellung im Dezember hat es getroffen, nach zwei Wochen ging es in den harten Lockdown. „Das war sehr schade, haben wir doch guten Zuspruch bekommen“, sagt der Vorsitzende. Die Werke waren überwiegend im ersten Lockdown entstanden, genau wie die Fotoserie von Wolfgang Feik, der Künstler in ihren Ateliers ablichtete.

Die Ausstellung von Margot Krottenthaler.

Dieses Jahr startete ebenso mit Verschiebungen und Unsicherheiten. Die Ausstellung der Neu-Mitglieder Michael Braun, Margarita Platis, Marian Wiesner, Christian Engelmann und Kristina Seeholzer im Februar wurde auf 2022 verschoben. „Dabei geht es darum, sich näher kennenzulernen und gemeinsam die Ausstellung zu organisieren, das hätte unter den Umständen niemanden Freude bereitet“, sagt Karl.

Die Ausstellung von Gabriele Middelmann hat die KVD auf Mitte März geschoben. Mittlerweile ist klar: Auch die kann nicht unter normalen Umständen stattfinden. „Sie hat aber bisher so viel Zeit und Arbeit reingesteckt, dass sie die Ausstellung auf irgendeine Weise durchziehen möchte“, sagt Karl. Laut dem Bund-Länder-Beschluss am Mittwoch wäre die Ausstellung in der Galerie mit Terminvergabe und strengem Hygienekonzept möglich. Wie es in der Galerie weitergeht, hat der Vorstand erst gestern Abend besprochen. Sicher ist: „Über Middelmann wird es ein Video geben, dass wir auf unsere Internetseite stellen“, kündigt Johannes Karl an. Unter www.kavaude.de gibt es aktuelle Infos.

Nach der Ausstellung von Mindelmann geht es erst wieder nach Ostern mit Trami Nguyen weiter – dann hoffentlich wieder mit Vernissage. „Wir stecken gerade intensiv in den Planungen zur großen Schloss-Ausstellung im Sommer“, sagt Johannes Karl. Unter dem Titel „Alienpolka“ soll es um zeitgenössische Druckgrafiken gehen. „33 Künstler aus der KVD, aber auch einige Gastaussteller werden hier mitmachen.“ Das benötige eine gewisse Vorlaufzeit. Wenn Corona keinen Strich durch die Rechnung macht, verspricht Karl Druckgrafiken in den ungewöhnlichsten Formaten. „Wir haben das Glück, trotz Lockdown arbeiten zu können. Doch die Treffen und der Austausch fehlen.“ Auch die Mitgliederversammlung fand nicht statt, „eigentlich stehen Neuwahlen an“, sagt Karl. Doch auch hier stirbt die Hoffnung auf eine Präsenzveranstaltung zuletzt.

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