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Mann soll Lebensgefährtin mehrfach verletzt haben

Zu viele Widersprüche im Prozess – Richter lädt neue Zeugen

Ein Mann soll seine Lebensgefährtin mehrmals verletzt haben. Im Prozess gestaltete sich die Beweisführung als schwierig.

Dachau – Ob sich dieser Fall zugunsten des Angeklagten oder des Opfers auswirkt, ist noch offen. Fest steht: Beide Seiten haben sich vor dem Dachauer Amtsgericht in widersprüchliche Aussagen verwickelt.

Ein in Olching lebender Serbe war wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Er soll seine damalige Lebensgefährtin Monika H. (alle Namen geändert) angegriffen haben. Mehrmals.

Laut Staatsanwältin habe Milo K. im Juni 2018 Monika H. so geschubst, dass sie auf den Boden stürzte. Obwohl sie am Boden lag, soll er gegen ihre rechte Schläfe sowie ihr Ohr getreten haben. Im zweiten Fall trafen sich die beiden im September 2018 bei der „Langen Tafel“ in Dachau. Zu diesem Zeitpunkt waren sie bereits kein Paar mehr. Nach einer verbalen Auseinandersetzung soll Monika H. Milo K. geohrfeigt haben. Obwohl die in Schwabhausen lebende Frau zu keinerlei weiteren Handlungen gegen ihren Ex-Freund angesetzt habe, soll ihr der Angeklagte mit der Faust gegen den Kiefer geschlagen haben – so die Anklage.

In ihren Aussagen unterschieden sich Milo K. und Monika H. aber massiv. Beim ersten Vorfall besuchte das Paar zusammen mit den beiden acht- und zwölfjährigen Kindern von H. einen Cousin des Angeklagten. Es gab Streit, weil Milo H. nochmal wegfahren wollte. Laut Milo K. sei seine damalige Freundin zu diesem Zeitpunkt schon stark betrunken gewesen, weshalb sie ihn laut anschrie. Monika H. sagte hingegen, dass sie nicht alkoholisiert gewesen sei. Laut Milo K. sei seine Ex über eine Kante gestolpert und mit dem seitlichen Teil des Kopfes zu Boden gestürzt. Sie hingegen beteuerte vor Gericht, dass er sie geschubst und ihr dann mit dem Schuh gegen den Kopf getreten habe. Sein Cousin sei mit den Worten „Hör auf, Du bringst sie noch um“ dazwischen gegangen. „Das werde ich immer in meinem Kopf haben“, sagte Monika H.

Trotzdem ging die Frau damals nicht zum Arzt. Auf die Frage von Richter Bauer, warum sie denn bei K. geblieben sei, obwohl er sie so schlug, antwortete Monika H. aufgebracht: „Na, weil ich ihn geliebt habe!“

Erst im August 2018 trennte sich Monika H. schließlich von Milo K. Einen Monat später verabredeten die beiden auf der „Langen Tafel“ in Dachau. Doch bei diesem Treffen gerieten die beiden wieder aneinander. Laut Milo K. soll seine Ex versucht haben, ihn zu küssen. Das habe er abgelehnt. Daraufhin gab sie ihm laut K. eine leichte Ohrfeige. Sie habe versucht, ihn wieder zu küssen, er habe sie deshalb mit einem Stoß gegen die Brust auf Distanz gehalten. „Dann schlug sie ein zweites Mal zu“, zu diesem Zeitpunkt sei sie schon alkoholisiert gewesen, wie Milo K. sagte.

Monika H. hingegen sagte aus, dass sie ihn geschubst habe und er deshalb mit der Faust zuschlug. Viele Menschen sollen die Situation beobachtet haben, doch keiner habe eingegriffen und sie sei weggelaufen. Am selben Abend ging sie zur Polizei und zeigte ihren Ex-Freund an. Dort wurden Fotos von ihrem Gesicht gemacht, doch Richter Bauer sagte, dass auf diesen Fotos „keine offenkundigen Verletzungen zu sehen sind“.

Nach den widersprüchlichen Aussagen beider Beteiligten konnten nicht genügend Beweise zur Wahrheitsfindung gesammelt werden, sodass Richter Tobias Bauer einen zweiten Verhandlungstag einberaumte. Zu diesem werden noch der Cousin des Angeklagten und eine Arbeitskollegin von Monika H. geladen, die Klarheit bringen sollen. 

Leyla Yildiz

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