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Ein „gelungenes Wohnquartier“ will die Deutsche Wohnen auf dem Gelände der ehemaligen MD-Papierfabrik bauen. Weniger Wohnungen wollen ÜB, FDP und Bündnis. 

Bebauungsplan im Dachauer Stadtrat

MD-Gelände vor allem Gewerbegebiet?

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Bebauungsplan für Dachauer MD-Gelände - Diskussion wegen Verhältnis Wohn- und Gewerbegebiet - - Isaria jetzt gefragt

Dachau – Der Bebauungsplan für das ehemalige MD-Gelände wird, nachdem der Stadtrat im Februar einen ersten Entwurf abgelehnt hatte, derzeit überarbeitet. Auch am sogenannten städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor Isaria Wohnbau AG wird weiter gewerkelt. Die Stadtratsfraktionen haben diese Wartezeit genutzt, um sich grundsätzliche Gedanken über die Nutzung des künftigen Stadtviertels zu machen. Das Ergebnis: ÜB, FDP und Bündnis für Dachau wollen das seit Jahren geplante Aufteilungsverhältnis zwischen Wohnen und Gewerbe umdrehen.

Sieht der aktuelle Bebauungsplanentwurf – der auf Beschlüssen des Stadtrats beruht – ein Verhältnis von 60 Prozent Wohn- und 40 Prozent Gewerbefläche vor, soll nach dem Wunsch von ÜB und FDP der Anteil für Gewerbe an den bebaubaren Flächen von 40 auf 60 Prozent angehoben werden. Damit, so begründen die Stadträte Ingrid Sedlbauer, Peter Gampenrieder und Jürgen Seidl ihren Vorstoß, ließen sich „die mittel- und langfristigen Folgekosten von Wachstum“, beispielsweise im schon heute defizitären Betrieb der Kindertagesstätten, reduzieren und gleichzeitig die „Stellplatzproblematik entschärfen“.

Zur Erinnerung: Im Februar hatte vor allem die CSU-Fraktion die Pläne der Stadt kritisiert, für den neuen Stadtteil einen reduzierten Stellplatzschlüssel vorzuschreiben; die Folge aus Sicht der Christsozialen wäre wildes Parken in den umliegenden Straßen. Wenn man nun weniger Wohnungen baue, reduziere sich gleichzeitig auch der Bedarf an Parkplätzen, findet die ÜB. Zudem könnten durch die Vergrößerung der Gewerbeflächen in dem neuen Stadtteil auch die dringend benötigten Gewerbesteuereinnahmen erhöht werden – zumal die Stadt ohnehin „sehr begrenztes Potenzial bei der Ausweisung neuer Gewerbeflächen hat“.  

Das Bündnis für Dachau erklärte jetzt, den ÜB/FDP-Antrag „vollumfänglich zu unterstützen“ und „noch einen Schritt weiter zu gehen“: Demnach brauche es in dem Gelände mehr Grünflächen. In den bisherigen Entwürfen und Planungen seien nämlich „die Ergebnisse vieler Bürgerbeteiligungsprojekte (und deren Forderung nach mehr Gewerbe und mehr Grün) so gut wie gar nicht berücksichtigt worden“.

Zudem fürchtet auch das Bündnis, dass „übermäßige Wohnbebauung auf dem MD-Gelände die zukünftige Haushaltslage der Stadt Dachau verschärft“. Schon heute würden „die Folgekosten des starken Zuzugs der Vergangenheit den Haushalt massiv belasten“.

Die SPD stellt die alten Beschlüsse und damit das Verhältnis 60 Prozent Wohnen zu 40 Prozent Gewerbe zwar nicht in Frage, bringt sich aber dennoch in die Debatte ein. In einem Antrag an Oberbürgermeister Florian Hartmann heißt es, dass vor allem auf die Qualität des anzusiedelnden Gewerbes geachtet werden müsse – egal in welchem Verhältnis Wohn- zu Geschäftsflächen stehen.

Hierfür solle eine gemeinsam von Stadt und Isaria gegründete Gewerbeentwicklungsgesellschaft Sorge tragen. Die Gesellschaft solle dabei so gestaltet werden, dass die Stadt „die Gewerbeansiedlung aktiv mitgestalten“ könne. Statt über Flächenquoten zu diskutieren, sollten daher lieber Konzepte entwickelt werden, die der Stadt langfristig gute Gewerbesteuerzahler auf dem früheren MD-Gelände garantieren.

Inwieweit sich die Isaria, der riesige Areal gehört und die erst vor wenigen Wochen von der Deutschen Wohnen übernommen wurde, darauf einlässt, ist allerdings fraglich. Im Interview mit der Heimatzeitung hatte Deutsche-Wohnen-Chef Henrik Thomsen im April erklärt, zu den „bislang getroffenen Vereinbarungen mit der Stadt zu stehen“. Als zweitgrößter Wohnungsbestandshalter in Deutschland hat Thomsen das vorrangige Ziel seines Unternehmens jedoch deutlich formuliert: Er wolle ein „gelungenes Wohnquartier“ bauen. Das Wort „Gewerbe“ erwähnte Thomson im Interview dagegen kein einziges Mal...   Stefanie Zipfer

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