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Wird es in Dachau nicht geben: Recup-Becher. foto: schwarz

Kein Recup-System in Dachau

Idee der Kaffee-Pfandbecher scheitert an Cafés und Bäckereien 

  • Anna Schwarz
    vonAnna Schwarz
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In der Stadt Dachau wird es kein Mehrwegsystem für Kaffeebecher geben. Die Idee einer Geschäftsfrau fiel im Umweltausschuss knapp durch. 

Dachau – Aufstehen, beim Bäcker einen Coffee-to-go kaufen und ab in die Arbeit: So sieht für viele ein normaler Arbeitstag aus. Es muss schnell gehen, da ist nur ein Kaffee im Einwegbecher drin. Was das für die Umwelt bedeutet? Plastikberge. 

Kirsten Hermes, Geschäftsfrau in der Münchner Straße, wollte etwas dagegen tun: Sie schlug der Stadt vor, ein Mehrwegpfandsystem in Dachauer Bäckereien, Cafés und Tankstellen einzuführen.

Becher kann bis zu 500 Mal wiederverwendet werden

Die Idee hinter dem „Recup-System“: Der Verbraucher bekommt statt einem Wegwerfbecher einen Mehrwegpfandbecher, den Recup – für einen Euro Pfand. Der Becher besteht aus dem Kunststoff Polypropylen, er kann daher öfter verwendet und mit weniger Energieaufwand recycelt werden als andere Kunststoffe. 

Wenn der Becher leer ist, kann der Kunde ihn im gleichen Geschäft oder bei einem Recup-Partner in der Nähe abgeben: Dort wird der Becher gereinigt und kann bis zu 500 Mal wiederverwendet werden, verspricht die Firma aus München. Doch in Dachau gibt es ein Problem mit dem System.

Kaum Interesse bei Geschäftsinhabern

Die Stadt hat bereits 65 Kaffeeanbieter angeschrieben, aber nur vier von ihnen hatten Interesse an dem Mehrwegpfandsystem für den Kaffeebecher. Die Stadt müsste aber erst in Vorschuss gehen: 3000 Euro für 4000 Becher, die sie dann den Geschäftsinhabern zur Verfügung stellt. Die Kosten fallen für den Druck, das Design und die Verwaltung an. Zudem kostet ein Becher ein Euro pro Stück. 

„Ich sehe es auch als Werbemaßnahme“, sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann. Denn die Becher könnten zum Beispiel mit dem Logo der Stadt bedruckt werden.

Auch Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) und Luise Krispenz (Grüne) wollten der Plastikflut und den Müllbergen in Bäckereien und Cafés den Kampf ansagen. Ihre Kollegen sahen das anders, da sich bisher nur vier Kaffeeanbieter bereit erklärten, das System einzuführen. Nu

Jürgen Seidl (FDP): „Die Bereitschaft seitens des Einzelhandels muss schon vorhanden sein.“ Elisabeth Zimmermann (CSU), kritisierte, dass die Pfandabgabe bisher nur in München möglich sei: „Ich will aber meinen Kaffee da trinken, wo ich will.“ Auch Edgar Forster (Freie Wähler) sah es nicht als Aufgabe der Stadt, Produkte, in diesem Fall den Mehrwegbecher, zu verkaufen. Die Grüne Luise Krispenz kritisierte: „Ich sehe es schon als Aufgabe der Stadt, dass die Umwelt nicht weiter belastet wird.“

Schließlich entschied sich der Ausschuss mit sieben zu acht Stimmen gegen die Einführung des Recup-Pfandsystems im Dachau-Design. Dagegen stimmten die Mitglieder der CSU, Horst Ullmann (Bürger für Dachau) Edgar Forster und Jürgen Seidl. 

Lesen Sie auch: Im Würmtal ist der Pfand-Becher ein Renner.

Anna Schwarz

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