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Eine kleine Statue der Justitia und Akten
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Vor dem Dachauer Amtsgericht hat sich eine 21-Jährige verantworten müssen. Ihr wurde Sachbeschädigung am Auto ihres Ex-Liebhabers vorgeworfen.

„Wie eine Nutte behandelt“

Weil er das Liebesspiel filmte: Frau (21) zerkratzt Mercedes AMG ihres Ex

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Weil ihr Ex-Freund das gemeinsame Liebesspiel gefilmt haben soll, hat eine Frau (21) in Karlsfeld Rache genommen. Sie zerkratzte den Mercedes AMG des Mannes.

  • Eine 20-jährige Karlsfelderin hat den Mercedes AMG ihres Ex-Freundes zerkratzt.
  • Dafür kam die junge Frau vor Gericht.
  • Der Auftritt des Mannes löste beim Richter Mitgefühl aus - für die Angeklagte.

Dachau – Eine große Liebe war es wohl eher nicht, die im vergangenen Winter eine damals noch 20-jährige Karlsfelderin und einen 21-jährigen Dachauer verband. „Es war nicht schlecht, es war okay, wir hatten halt was miteinander“, umschrieb der junge Mann gestern vor Amtsrichter Christian Calame das Verhältnis der beiden. So kam es, dass sich das Paar am Abend des 20. Februar in einem Hotel in Dachau-Ost traf – „zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr“, wie es in der Anklageschrift hieß.

Beim Liebesspiel gefilmt: Frau (21) zerkratzt Mercedes AMG ihres Ex-Freunds

Was nach diesem Akt geschah, darüber aber gingen die Aussagen weit auseinander. Sie behauptete, er habe sie beim Geschlechtsverkehr gefilmt, weshalb es zum Streit gekommen sei und sie das Hotel verlassen hätte. Ein Kumpel habe sie dann abgeholt und sie seien ziellos durch die Nacht gefahren.

Er dagegen erklärte, er habe sie absolut nicht gefilmt, stattdessen sei sie „abgefuckt gewesen“, weil er direkt nach dem Liebesspiel nach Hause wollte. Daraufhin sei sie, gemeinsam mit ihrem Kumpel, zur Allguth-Tankstelle nach Karlsfeld gefahren und habe seinen dort, im unbeleuchteten Hinterhof, geparkten Mercedes AMG zerkratzt. Schaden: 6901,87 Euro.

„Wie eine Nutte behandelt“: Frau gesteht zerkratzen des Mercedes in Handy-Nachricht

Das Problem: Das angeblich gedrehte Video existiert nicht (mehr). Aber es gibt das Video einer Überwachungskamera, die das Auto des Kumpels der jungen Frau beim Ein- und Ausfahren der Tankstelle filmte. Zudem gibt es eine Handy-Unterhaltung der beiden, in der er schrieb: „Ey Mann, warum hast du mein Auto zerkratzt?“ und sie antwortete: „Weil du mich wie eine Nutte behandelt hast!“

Vor Gericht aber bestritt die 21-Jährige jegliche Schuld. Sie sei absolut nicht wütend gewesen wegen des Videos, „eher so im traurigen Modus“. Außerdem sei sie schon öfter gefilmt worden: „Da müsste ich ja jedes Mal ein Auto zerkratzen!“ Sie sei daher lediglich nach dem Hotel-Stelldichein mit einem alten Freund, einem 24-jährigen Dachauer, durch die Gegend gefahren, bis sie ihm dann – nach drei Wodka-Lemon-Dosen – gestand, dass sie sich wieder die Arme „geritzt“ habe.

Auto des Ex-Freunds zerkratzt: Beweise gegen Frau aus Karlsfeld erdrückend

Der Freund, ebenfalls im Zeugenstand, bestätigte diese Version und erklärte außerdem, dass er sich diese Verletzung sofort am nächstbesten Ort habe anschauen wollen. Und das war dann – was für ein Zufall – ausgerechnet die Allguth-Tankstelle in Karlsfeld, in deren Hinterhof der AMG geparkt war.

Wieso er nicht an der beleuchteten Straße oder an den Zapfsäulen geparkt habe, sondern – mit ausgeschaltetem Licht – hinter in den finsteren Hof gefahren sei, wollte der Staatsanwalt wissen. Die Antwort darauf fiel dürftig aus: „An der Straße wollte ich halt nicht parken.“

Dachau: Erdrückende Beweislast gegen 21-Jährige - jedoch mildes Urteil

Klar, der Auftritt des 21-jährigen Mercedes-AMG-Besitzer ließ bei Richter und Staatsanwalt fast schon Mitgefühl für die Angeklagte aufkommen. Wie er mit seinen Louis-Vuitton-Turnschuhen im Zeugenstand saß und erklärte, dass „sie nicht die Einzige ist, mit der ich ins Hotel geh“. Oder wie ihn der Staatsanwalt fragte: „Streiten Sie eigentlich oft mit Frauen?“ und er mit einer Gegenfrage antwortete: „Haben Sie eine Frau? Mit Frauen streitet man halt, Mann.“

Richter Calame nannte es jedenfalls „eine Riesen-Sauerei, das geht gar nicht“, seine Partnerin beim Geschlechtsverkehr gegen deren Willen zu filmen. Gerade deswegen aber sei es umso plausibler, dass die junge Frau in einem „simplen, vielleicht gerechtfertigten Racheakt“ das Auto ihres Ex-Partners zerkratzte. Die Indizien dafür, fand der Richter am Ende, seien erdrückend: „Sie hatten ein Motiv, Sie waren alkoholbedingt enthemmt und Sie wussten, wo sein Auto steht.“ Wegen des „extrem hohen Schadens“ müsste er eigentlich eine Jugendarreststrafe verhängen. Für „erzieherisch erforderlich, aber auch ausreichend“ hielt er es jedoch, die junge Karlsfelderin zum Ableisten von 48 Sozialstunden zu verurteilen.

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