Stolz auf seinen „Killer“: Auf seiner Instagramseite postet der 17-Jährige regelmäßig Fotos seines Rottweilers. Die Bilder kommentiert er dann mit Beschreibungen wie „Killer“ (siehe Bild oben), „gefährlich“ oder „Beast“. Tatsächlich hat der Hund am vergangenen Wochenende ein Mädchen angegriffen und schwer verletzt.

Verängstigte Nachbarn warnten

Nach Beiß-Attacke auf 17-Jährige: Behörden wussten von „Killer“-Rottweiler

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Der Rottweiler, der vergangenen Sonntag in Dachau-Ost eine 17-Jährige angefallen hat, war schon vorher auffällig. Verängstigte Nachbarn hatten in einem Brief an die Stadt vor dem Tier gewarnt: Der 17-jährige Besitzer habe den Rottweiler „nicht ansatzweise unter Kontrolle“.

Dachau – Auf Instagram gibt der junge Mann sich cool. „Yo Digga“, „Bruder, was geht“ – der 17-Jährige aus Dachau-Ost hat das Macho-Gehabe Berliner Rap-Musiker richtig drauf. Flankierend zu seinem Ghetto-Sprech postet der Jugendliche immer wieder auch Bilder von sich und seinem Hund: einem Rottweiler, den er abwechselnd als „Beast“, „gefährlich“ oder „Killer“ bezeichnet.

Doch nicht nur im Internet prahlt der Jugendliche mit seinem Hund: Nachbarn gegenüber bezeichnete er ihn als „Waffe“ und warnte: Andere Hunde sollten sich von seinem fernhalten, dieser würde andere Hunde nämlich „töten“. Zudem sei er „scharf erzogen“ worden.

Das traurige Ergebnis dieser „scharfen“ Erziehung musste eine 17-jährige Schülerin aus Karlsfeld nun am vergangenen Sonntag schmerzhaft erfahren: Der Rottweiler riss sich von der Leine los, fiel das Mädchen an und verletzte es schwer (wir berichteten).

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Für die Nachbarn war der Vorfall leider vorhersehbar – und vermeidbar. In einem Schreiben an die Stadt vom 17. Oktober, das der Heimatzeitung vorliegt, hatten sie vor der Gefährlichkeit des Vierbeiners gewarnt. Nur zwei Tage später, am 19. Oktober, hatte es außerdem einen Polizeieinsatz gegeben – der Rottweiler hatte einen anderen Hund angegriffen. Polizei-Sprecher Stefan Reichenbächer bestätigt, dass der Vorfall aufgenommen und an die Hundestaffel in Bruck sowie das Ordnungsamt der Stadt Dachau gemeldet worden sei. „Sofortmaßnahmen“, so Reichenbächer seien allerdings nicht ergriffen worden; diese, so der Polizeioberkommissar, seien in dem Fall nicht für notwendig erachtet worden.

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Doch auch die Stadt griff nicht durch. Laut Josef Hermann, dem zuständigen Abteilungsleiter im Rathaus, seien der 17-Jährige und seine aus dem Irak stammende Familie erst vor kurzem nach Dachau-Ost gezogen. Als Halter des Rottweilers sei der ältere Bruder des 17-Jährigen angegeben, der Bruder laut Hermann „aber nicht auffindbar“. Dass es in der Familie noch einen Staffordshire-Terrier geben soll, werde derzeit geprüft; zudem warte man noch die Einschätzung der Polizei zu dem Fall ab. Grundsätzlich, fasst Hermann zusammen, „verschaffen wir uns gerade ein Bild, damit wir eine Entscheidungsgrundlage haben“. Anfang nächster Woche solle entschieden werden, wie es weitergehe. Aber, das ist Hermann wichtig zu betonen: „Wir wollen die Bevölkerung natürlich schützen!“

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Die Nachbarn haben daran allerdings Zweifel: Bereits am 17. Oktober hatten sie der Stadt geschrieben, dass die Tiere „teilweise von Minderjährigen ausgeführt werden und sich nicht ansatzweise in deren Kontrolle befinden“. In ihrem Leben fühlen sie sich daher „äußerst eingeschränkt“ und seien auch „ängstlich geworden“. Kein Wunder: Jessica Kolinger etwa berichtet gegenüber der Heimatzeitung, dass der Rottweiler sie im Treppenhaus „angeknurrt“ habe. Mit ihrem eigenen Hund sei sie dem 17-Jährigen und dessen Familie weiträumig aus dem Weg gegangen. Denn auch ohne Hunde machten ihr die Nachbarn einen „außerordentlich kämpferischen und dominanten Eindruck“.

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In ihrer Not hatten die Nachbarn sogar einen Experten um Hilfe gebeten, den Tierschützer und Vorsitzenden der „Rottweiler-Freunde Deutschland“, Dirk Schäfer. Der findet den Vorfall bedauerlich – vor allem für das Tier. „Der Hund ist der Leidtragende. Und 99 Prozent aller vernünftigen Rottweiler-Halter, die wegen dieser Geschichte in Verruf geraten!“ Doch auch die Schuldfrage ist für Schäfer eindeutig zu beantworten: Spätestens nach dem Vorfall am 19. Oktober hätte die Stadt reagieren müssen. Denn trotz des bestandenen Wesenstests hätte allen Beteiligten klar sein müssen: „Der Hund war in falschen Händen, ohne Wenn und Aber.“

Unsere wichtigsten Geschichten aus diesem teil Oberbayerns posten wir auch auf der Facebook-Seite „Dachauer Nachrichten“

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