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Dieser Umgriff von Dachau-Ost war auf eine mögliche Anwohnerparkzone untersucht worden.

Eine von Grünen und Bündnis für Dachau befürwortete Bewohnerparkzone wird es nicht geben

Dachau-Ost bleibt Parkzonen-frei

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Eine von Grünen und Bündnis für Dachau befürwortete Bewohnerparkzone Dachau-Ost – es wäre die vierte im Dachauer Stadtgebiet – wird es vorerst nicht geben. Grund: Trotz Dauerparkern, Kleinlastern und Anhängern gibt es dort noch immer genügend Parkplätze.

Dachau – Der 22. Juni 2021 war ein „klassischer Erhebungstag“, wie Dr.-Ing. Friedrich Maier vom Verkehrsberatungsunternehmen Commea dem Umwelt- und Verkehrsausschuss am Dienstag erklärte. Der Tag sei „freundlich“ gewesen, ein Wochentag außerhalb der Ferien. Okay, abends sei bei einem Gewitter „Wolfratshausen abgesoffen“, aber die Große Kreisstadt habe von den Ausläufern des Gewitters praktisch nichts mitbekommen. Das, was Maier am 22. Juni bei seiner Untersuchung der Parkraumsituation im Bereich zwischen Polln-, Sudetenland-, Würm- und Schleißheimer Straße geboten bekam, war also ein ganz normaler Tag in Dachau-Ost.

Nach Feierabend wird es voll in Teilen von Dachau-Ost (Bild: Liegnitzer Straße). Nicht-Bewohner von Dachau-Ost verschlägt es aber selten in das Wohngebiet.

Und der stellte sich so dar: Untertags, das heißt bis zirka 18 Uhr, waren die Wohnstraßen zwischen 60 und 90 Prozent zugeparkt. Erst nach Feierabend dann, sprich ab 18 Uhr, wurde es voller. Vor allem im westlichen Bereich von Dachau-Ost, also zwischen Polln- und Theodor-Heuss-Straße, herrschte „erheblicher Parkdruck“ mit einer Auslastung der Parkflächen jenseits der 100 Prozent, wie Maier ausführte. Seine Empfehlung an den Ausschuss lautete daher: Eine wie vom Bündnis für Dachau beantragte und von den Grünen unterstützte Anwohnerparkzone für den gesamten Untersuchungsbereich – in dem es insgesamt 1798 Parkplätze gibt – ist nicht nötig. Lediglich im Westteil, also zwischen Polln- und Theodor-Heuss-Straße, solle man tätig werden, indem man dort kostenpflichtige Bewohnerparkvorrechte schafft; alle Nicht-Anlieger sollten dagegen montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr zum Anbringen einer Parkscheibe mit Höchstparkdauer von drei Stunden verpflichtet werden.

Abgesehen von den drei Grünen- beziehungsweise Bündnis-Stadträten wollten die Stadträte diesem Vorschlag nicht folgen. Peter Gampenrieder (ÜB) warf seinem Grünen Stadtratskollegen Thomas Kreß einen „Kreuzzug gegen das Auto“ vor, die CSU sprach von Gängelung und unnötiger Bürokratie. Kreß wiederum betonte, dass „wir doch alle eine lebenswerte Stadt wollen, und stattdessen haben wir zugeparkte Straßen und leere Garagen“! Ihm scheine die Diskussion „ideologisch aufgeladen zu sein“.

Am Ende mühte sich Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) um eine Versachlichung. Historisch sei es gut erklärbar, dass der Parkdruck im Westen von Dachau-Ost größer sei: Der Teil sei älter, „die Straßen sind damals noch nicht für das Auto gebaut worden. Da gab’s ja maximal den VW Käfer“. Für den neuen Stadtteil im Osten habe man dann schon Garagen mitgeplant. Wegen der allabendlichen Parkplatznot in einigen Straßen nun aber eine Beschilderung sowie Automaten kaufen zu müssen und die Anwohner zum Kauf eines Parkausweises zu verpflichten, stehe dann doch nicht im Verhältnis.

Zumal: Die Parkscheibenregelung würde ja um 18 Uhr enden – zu einer Zeit also, wo noch gar kein Parkplatzmangel herrscht. Verkehrsberater Maier erklärte diese, in den Augen von Stadtrat Norbert Winter (CSU) völlig widersinnige Regelung damit, dass die städtischen Knöllchenschreiber ja nur untertags zur Verfügung stünden. Aber immerhin könnte man auf diesem Weg vielleicht zumindest die abgestellten Dauerparker mit ihren Wohnmobilen oder Anhängern vergraulen. So hätte man abends statt einer Parkplatzbelegung von 108 Prozent nur noch 98 Prozent?

Am Ende war sich das Gremium mehrheitlich einig, die Situation weiter zu beobachten, aber den Bewohnern in Dachau-Ost vorerst keine Anwohnerparkzone aufs Auge zu drücken. Dieses Instrument nämlich, betonte Peter Strauch (CSU), sei bisher stets benutzt worden, um die Anwohner vor Fremdparkern zu schützen – wie etwa am Klinikum oder rund um den Bahnhof. In Dachau-Ost allerdings gebe es diese Fremdparker nicht. Mit einer Parkzone würde man daher nur „ohne Not Parkplätze für Anwohner kostenpflichtig machen. Und das wäre nicht gut“.

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