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Gaststätte geschlossen, Wirte verschwunden: Das Pheas gibt es seit Mitte August nicht mehr.

Betreiber sind abgetaucht

Griechische Gastwirte des „Pheas“ spurlos verschwunden

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Eine wahrlich griechische Tragödie hat sich zuletzt an der Schleißheimer Straße 12 in Dachau abgespielt. Die Betreiber des Lokals „Pheas“ sind abgetaucht. Im Gepäck haben sie: Schulden und Teile der Einrichtung ihrer Gaststätte.

Dachau – „Es war schon dunkel“, sang Udo Jürgens in seinem berühmten Lied, als er „durch die Vorstadtstraßen ging. Da war ein Wirtshaus, aus dem das Licht noch auf den Gehsteig schien. Ich hatte Zeit und mir war kalt, drum trat ich ein“. Und dann trank Udo Jürgens griechischen Wein.

Aus dem „Pheas“ an der Schleißheimer Straße 12 aber scheint kein Licht mehr. Und griechischen Wein gibt es dort schon gar nicht mehr. Irgendwann Mitte August haben die Betreiber der Gaststätte, die Brüder Lambros und Michael Mitsakos, das „Pheas“ geschlossen. Den Mitarbeitern gegenüber begründeten sie dies mit angeblichen Unstimmigkeiten mit dem Verpächter. Wenige Tage später waren die Brüder dann selbst verschwunden. Alles, was sie zurückließen, waren Schulden – und ein halb leer geräumtes Lokal.

Wolfgang Kaiser, Besitzer der Immobilie an der Schleißheimer Straße, bedauert die Angelegenheit. 13 Jahre, betont er, habe er mit den Brüdern gut zusammengearbeitet: „Es hat immer funktioniert!“

Tatsächlich hatten die Mitsakos’ jahrelang das „Seven“ beziehungsweise zuvor das „Seven Days“ betrieben. Seit vergangenem Oktober firmierte das Lokal unter dem Namen „Pheas“; Laut Lambros Mitsakos, der mit der Heimatzeitung damals über sein neues Lokal gesprochen hatte, sollten die Besucher dort das Flair einer „griechischen Taverne mit einer bohemien Inspiration in einer normalen Preisklasse“ genießen können.

„Pheas“ in Dachau: Seit dem Frühjahr wurde keine Pacht mehr bezahlt

Zu Beginn, berichtet Verpächter Kaiser, habe dieses Konzept auch funktioniert, das „Pheas“ sei „sehr gut gelaufen“. Doch seit Anfang des Jahres seien die Gäste dann ausgeblieben, die Betreiber in finanzielle Schwierigkeiten geraten, und ab dem Frühjahr schließlich habe er keine Pacht mehr erhalten, so Kaiser. Die Folge, klar: „Wir haben ihnen gekündigt.“

Der letzte Akt dieser griechischen Tragödie aber sollte erst noch folgen. Am 27. Juli hatten die „Pheas“-Betreiber noch via Facebook angekündigt, dass sie von 10. bis 19. August täglich „After-Volksfest-Partys“ veranstalten würden. Ab 25. August wollten sie aber „wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten“ für ihre Besucher da sein. Dazu aber kam es nicht mehr. „Über Nacht“, so Kaiser, seien die Brüder Mitsakos dann „abgehauen“. Nachbarn beobachteten einen griechischen Lkw, der vor dem Lokal geparkt habe. Kein Wunder: Laut Kaiser nahmen die Mitsakos auch Teile der Küche mit – die ihm gehört habe! Dass er sein Geld je wiederbekommen wird, damit rechnet der Verpächter nicht mehr – auch wenn er Anzeige erstattet und einen Anwalt eingeschaltet habe. Sein Hauptziel sei nun, bis Jahresende einen neuen Pächter für das Lokal zu finden.

Die Brüder Mitsakos selbst wollen sich zu der Sache nicht äußern. Im Gegenteil! Als ihn die Dachauer Nachrichtenam Dienstag auf dem Handy erreichten, reagierte Lambros Mitsakos gereizt. Sollte ein Artikel über diese Angelegenheit geschrieben werden, so drohte er, werde er die Zeitung verklagen. Dafür müsste er aber bei Gericht seine Adresse verraten ...

Jetzt ist klar, wie es in der Schleißheimer Straße 12 weitergeht: Nach „Seven“, dann „Pheas“ öffnet im März 2019 „Rind & Rebe“.

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