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Dachau sagt Christkindlmarkt ab

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Von: Stefanie Zipfer

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Bereit für die Besucher: der Dachauer Christkindlmarkt, der nun doch ausfällt.
Bereit für die Besucher: der Dachauer Christkindlmarkt, der nun doch ausfällt. © hab

Es hatte sich abgezeichnet, seit gestern Nachmittag ist es fix: Auch im Jahr 2021 wird es in Dachau keinen Christkindlmarkt geben. Besonders bitter ist die Absage für den Christkindlmarktverein: Der hatte in die Planung bereits 450 Arbeitsstunden und 20 000 Euro investiert.

Dachau – Gestern um 15 Uhr kam es zum entscheidenden Gespräch im Rathaus. Wie das ausgehen sollte, hatte Christian Naumann als Vorsitzender der Dachauer Christkindlmarktvereins aber schon vorher geahnt: Angesichts der dramatischen Situation im Dachauer Krankenhaus und den weiter steil steigenden Infektionszahlen im Landkreis dürfte die Stadt ihre Zustimmung zum Markt wohl zurückziehen.

Und so kam es. Man habe ihm mitgeteilt, dass der Markt unter den aktuellen Bedingungen „nicht durchführbar“ sei, berichtet Naumann. Die bereits gezahlten Stellplatzgebühren der Standlbetreiber müssen nun zurückerstattet werden. Wer für die Auslagen aufkommt, die der Christkindlmarktverein in den vergangenen Wochen unter anderem in Werbung, Elektrik oder Bäume investiert hatte, weiß Naumann nicht. Hinzu kämen ja noch zirka 450 ehrenamtlich geleistete Aufbaustunden.

Christian Naumann betont, dass der Stadt angesichts der aktuellen Lage „die Hände gebunden“ waren. Er selbst war von der „Dynamik der Entwicklung überrascht“, wie er zugibt. Wie berichtet, war der Markt noch Ende Oktober angekündigt worden als für alle offene Veranstaltung ohne G-Regeln.

Dann wurde in der vergangenen Woche doch auf 2G umgestellt, das heißt nur noch Geimpfte und Getestete hätten kommen dürfen. Die zur Durchsetzung dieser Regelung notwendigen Sicherheitskräfte hätte zur Hälfte die Stadt bezahlt. Als dann kurz darauf der verkaufsoffene Adventsmarkt am Sonntag, 21. November, von der Stadt gecancelled wurde – parallel dazu hätte ja der Christkindlmarkt starten sollen – dürfte auch dem Letzten klar gewesen sein, dass es schon ein Weihnachtswunder braucht, um den Markt noch stattfinden zu lassen.

Christian Naumann ist aber nicht sauer auf die Stadt, wie er betont. Was ihn ärgere, sei die „große Politik“. Denn eigentlich, so der Christkindmarktsvereins-Chef, „war doch auch im August schon klar, dass die Pandemie nicht weg ist und der nächste Winter kommt“. Stattdessen hätte man aus München noch vor vier Wochen Briefe erhalten, wie sehr ein Christkindlmarkt gewünscht wäre. „Wir sind von der Regierung behandelt worden wie dumme, kleine Kinder.“ Da brauche man sich nicht wundern, wenn sich – siehe Impfgegner – manche heutzutage tatsächlich „wie dumme kleine Kinder aufführen“.

Grundsätzlich, so Naumann, hätten ihm die vergangenen Wochen eine „blöde Arbeit“ gemacht, die am Ende nicht nur umsonst gewesen sei, sondern den Verein auch noch Geld gekostet habe. „Das mach i nimmer“, kündigt der Dachauer daher schon mal mit Blick auf 2022 an. Nächstes Jahr wolle er bis Oktober eine Ansage, ob der Markt stattfindet oder nicht.

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