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Hier wird trotz Coronakrise ab Herbst gebaut: in der Schleißheimer Straße. Geplant sind: Flüsterasphalt, Querungshilfe und Radschutzstreifen. 

Schleißheimer Straße wird saniert

Mehr Platz für die schnellen Radler

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Angesichts drohender Mindereinnahmen wegen der Corona-Pandemie hat die Stadt sämtliche größeren Straßenbaumaßnahmen auf den Prüfstand gestellt. Ergebnis: Der Umbau der Schleißheimer Straße soll trotz hoher Kosten vorangetrieben werden. Die Sanierung der Brucker Straße dagegen muss warten.

Dachau – Im Umwelt- und Verkehrsausschuss ging es zuletzt viel um das Thema Verantwortungsbewusstsein. CSU-Sprecher Peter Strauch etwa fand es verantwortungsbewusst, wenn man sich als Stadtrat frage: „Was können wir uns noch leisten und was nicht?“ Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) hielt es aber für ebenso verantwortungsbewusst, wenn die öffentliche Hand – trotz knapper Kassen – investiere: „Die Firmen müssen doch auch weiter arbeiten können. Die Kommunen können nicht alles einstellen!“ Oberbürgermeister Florian Hartmann sah es ähnlich: Die Stadt könne nicht einfach „gar nix mehr machen“. Beim Thema Straßenbau sei zudem noch zu beachten, dass man durch ewiges Aufschieben von Sanierungen manche Schäden sogar noch größer mache. Im Bereich Straßen, so Hartmann, sei in Dachau ohnehin jahrzehntelang „wenig passiert. Da schieben wir einen Berg vor uns her. Und der holt uns jetzt ein“.

Abgesehen von den vier CSU-Räten und dem AfD-Vertreter stimmte das Gremium daher mehrheitlich für den Kompromissvorschlag der Verwaltung: Der Umbau der Schleißheimer Straße wird durchgezogen, der Flüsterasphalt auf der Brucker Straße – Höhe Mitterfeldweg bis Landratsamt – wird aufgeschoben.

Auf der Schleißheimer Straße im Bereich zwischen Theodor-Heuss- und Würmstraße ist bis Jahresende damit nun folgendes geplant: So soll die Verkehrsverbindung ab Herbst mit einem lärmmindernden Fahrbahnbelag ausgestattet werden; die geschätzten Kosten hierfür liegen bei rund 450 000 Euro. Auf Höhe der Hausnummer 84 soll außerdem eine Mittelinsel eingebaut werden – als „Querungshilfe und Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger“, wie es seitens der Verwaltung heißt; Kostenpunkt: 30 000 Euro.

Die für die Nutzer der Schleißheimer Straße aber weitreichendste und auf knapp 40 000 Euro Gesamtkosten veranschlagte Maßnahme ist eine Neuaufteilung des 9,40 Meter breiten Fahrbahnquerschnitts: So werden beidseitig je 1,85 Meter breite Radschutzstreifen markiert; die Hauptfahrbahn ist damit nur noch 5,70 Meter breit. Dies, so schreibt die Verwaltung, sei ausreichend für den Begegnungsverkehr bei Tempo 50. Sollten sich tatsächlich zwei sehr breite Fahrzeuge entgegen kommen, dürfe aber die gesamte Fahrbahnbreite inklusive der Radschutzstreifen benutzt werden – natürlich sofern dort gerade kein Radler unterwegs ist.

Während auf dem Schutzstreifen laut Verkehrsreferent Koch die „ambitionierten“ Radler, die beispielsweise in die Arbeit müssen, unterwegs sein sollen, bleiben die Gehwege jedoch weiterhin mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ versehen. Dort könnten dann ja die langsameren Pedalisten unterwegs sein, „in Schrittgeschwindigkeit“ versteht sich.

Allerdings: Mit der Einführung der Fahrradschutzstreifen hat das „geduldete Parken“ auf der stadteinwärts führenden Fahrspur ein Ende. Laut Bauverwaltung werden dort 28 bis 30 Stellplätze entfallen. Die Anwohner, berichtete Oberbürgermeister Florian Hartmann, seien bereits bei einem Vor-Ort-Gespräch nach ihrer Meinung zu der Maßnahme befragt worden. Und, „wie so oft im Leben, gab es welche, die es gut fanden, und welche, die es nicht so gut fanden, es hält sich fast die Waage“. Hartmann zufolge seien viele Anlieger froh, dass durch das künftige Parkverbot der „Buchbinder-Showroom verschwindet“ und sie aus ihren Einfahrten nun leichter ausfahren könnten. Andere dagegen hätten befürchtet, dass die Lkw nun in die Nebenstraßen ausweichen würden.

Ein Grund, so Hartmann, warum die Stadt außerdem die Arbeiten an der Schleißheimer Straße denen an der Brucker Straße vorgezogen habe, sei auch die Tatsache, dass in diesem Jahr die zum neuen Gewerbegebiet führende Emmy-Noether-Straße gebaut wird. Deren Kreuzung mit der Schleißheimer und der Erasmus-Reismüller-Straße werde mit Ampeln sowie weiteren Radschutzstreifen ausgestattet. Wenn man nun alle Maßnahmen zusammenfasse, würden sich in den Augen der Stadtverwaltung „Synergieeffekte im Hinblick auf Kosten und eine kürzere Belastungsdauer der Anwohner“ ergeben. Referent Koch lobte dies als „sinnvoll. Weil die Kreuzung müssen wir bauen. Da können wir den Rest gleich mitmachen“.

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