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Ehemalige Kollegen? Bernhard Seidenath (l.), der das Direktmandat holte, und Martin Güll, der vermutlich abgewählt wurde.

Landtagswahlen im Stimmkreis Dachau

Seidenath wiedergewählt - mit neuen Konkurrenten

  • Nikola Obermeier
    VonNikola Obermeier
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Einer ist drin, ein paar bangen: Bernhard Seidenath (CSU) erhält wieder das Direktmandat im Stimmkreis Dachau. Auf das Ergebnis der Zweitstimmen warten Thomas Kreß (Grüne), Martina Purkhardt (FW), und Christoph Steier (AfD). Martin Güll (SPD) dagegen hat sich schon in den Ruhestand verabschiedet.

Dachau – Bedrückte Gesichter und ratloses Achselzucken auf der einen Seite, breites Grinsen und Jubel auf der anderen: Thomas Kreß (Bündnis 90/Die Grünen) und Martina Purkhardt (Freie Wähler) sammelten die meisten Erststimmen nach Bernhard Seidenath (CSU), der das Direktmandat für den Stimmkreis Dachau holt. Martin Güll und seine SPD sind die Wahlverlierer.

Natürlich stürzte Seidenath mit der CSU ab: Sein persönliches Spitzenergebnis von 2013 – 47,3 Prozent – liegt in weiter Ferne: 34,2 Prozent der Bürger im Landkreis Dachau wählten ihn. „Ich bin trotzdem zufrieden“, sagt er sachlich. Seidenath liegt in guter alter Tradition weiterhin unter dem Ergebnis der Parteistimmen, die im Landkreis bei 37,3 Prozent liegt – ganz im Bayerntrend.

Güll konnte traditionsgemäß mehr Stimmen für seine Person sammeln als seine Partei – allerdings bedeutet das dennoch ein Debakel: Er holte mehr als zehn Prozent weniger Stimmen als vor fünf Jahren: 12,66 Prozent. Ob Güll über die Oberbayern-Liste in den Landtag einziehen kann wie in den vergangenen Jahren, ist nach dem schlechten Ergebnis der Bayern-SPD fraglich.

Grund zu jubeln hatte Thomas Kreß, der vom Erfolg der Bayern-Grünen profitierte: Im ersten Anlauf als Landtagskandidat holte er im Stimmkreis Dachau 15,93 Prozent, gefolgt von Martina Purkhardt, einer weiteren Wahl-Gewinnerin: Sie holte für die Freien Wähler 13,75 Prozent. Die Ergebnisse der Zweitstimmen sind bei beiden für ein mögliches Landtagsmandat entscheidend, sie standen zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Christoph Steier (AfD) liegt mit 9,19 Prozent knapp unter dem Landesschnitt der AfD, die bayernweit 10,4 Prozent erreichte. Ob er in den Landtag einziehen wird, ist ebenfalls abhängig von der Anzahl der Zweitstimmen.

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