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Schutzstreifen soll es nach dem Vorschlag der Expertin auf der Fahrbahn geben (Symbolbild).

Dachau beschließt Radverkehrskonzept

Ansätze für einen guten Radverkehr

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Geht es nach dem Stadtrat, dann sollen in absehbarer Zukunft zehn Prozent der Dachauer innerstädtisch aufs Rad umsteigen. Deswegen hat die Kommune ein entsprechendes Radverkehrskonzept beschlossen.

Dachau – Wie soll Radfahren in der Stadt sein? „Einfach, sicher, und es soll Spaß machen“, meinte Heike Prahlow. Damit die Dachauer an diese drei Dinge denken, wenn sie durch die Straßen strampeln, hatte die Stadt im Mai beschlossen, ein Radverkehrskonzept entwickeln lassen. Die Expertise liegt jetzt vor. Es ist zunächst lediglich als ein strategisches Handlungskonzept gedacht, das als Basis für einen noch zu erarbeitenden Verkehrsentwicklungsplan 2030 dient. Sprich: Konkrete Maßnahmen sind noch nicht geplant. Ingenieurin Prahlow brachte als Angestellte des Planungsbüros Alrutz dem Verkehrsausschuss die Eckpunkte näher.

Das Dachauer Radverkehrsnetz hat eine Länge von 115 Kilometern auf 65 Haupt- sowie 37 Nebenstraßen. Prahlow setzte sich zunächst selbst aufs Rad, wie sie sagte, und fuhr durch die Kreisstadt. Als sie wieder in ihrem Büro war, tippte sie folgenden Satz in ihren Computer: „Es gibt viele gute Ansätze einer attraktiven Radverkehrsförderung.“ Aber sie stellte auch fest: Es bedürfe einiger Verbesserungsvorschläge.

Da ist einmal die sogenannte Führungsform. Nach Möglichkeit soll Radfahren in der Stadt „in erster Reihe“ stattfinden. Das heißt auf der Fahrbahn gemeinsam mit Autos, Motorrädern etc. Dabei soll es Schutzstreifen oder Radfahrstreifen auf der Fahrbahn geben. Erstere ist eine in der Regel 1,50 Meter breite Fläche, die von anderen Fahrzeugen nur bei Bedarf und ohne Gefährdung des Radverkehrs befahren werden darf. Radfahrstreifen sind im Idealfall sogar 1,85 Meter breit. Sie sind mit einer durchgezogenen Linie gekennzeichnet und von der Fahrbahn für Kraftfahrzeuge abgetrennt. Wenn es die Gegebenheiten erfordern oder erlauben, sind natürlich auch abgetrennte Radwege neben der Fahrbahn erwünscht oder das Fahren abseits der Straße, etwa abgetrennt durch Grünstreifen etc.

Der zweite Vorschlag der Expertin: Die Stadt soll mehr Geld für den Radverkehr in die Hand nehmen, etwa für „Kleinmaßnahmen“ und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch für Personal wie einen „Radverkehrsbeauftragten“ oder „Mobilitätsmanager“.

Vorschlag Nummer drei: Die Stadt soll der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern, kurz AGFK-Bayern, beitreten. Darin vereint sind derzeit 60 Städte, darunter beispielsweise Augsburg, Fürstenfeldbruck oder die Landeshauptstadt München. Innerhalb dieses Netzwerkes können Erfahrungen mit anderen Kommunen ausgetauscht sowie Synergien genutzt werden. Allerdings: Ein hauptamtlicher Radverkehrsbeauftragter oder Mobilitätsmanager ist Voraussetzung für einen Beitritt zur AGFK-Bayern.

OB Florian Hartmann bezeichnete das Radverkehrskonzept als „gutes Werkzeug, um das Radfahren weiterzuentwickeln“. Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) formulierte ein Ziel, das sich daraus ergebe: „Wenn innerstädtisch zehn Prozent der Autofahrer aufs Rad umsteigen würden, wäre das schön.“ Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) hat ausgerechnet, dass 70 Prozent aller Wege innerhalb der Stadt unter zwei Kilometer betragen würden.

Peter Strauch (CSU) findet das Konzept hingegen „sehr allgemeingültig“. „Uns“, und damit meinte er seine Partei, „fehlt die Tiefe“. Aber, so fügte er noch an, das Radverkehrskonzept sei ja noch kein „Handlungskonzept“. Nun gelte es bei Einzelmaßnahmen innerhalb des Stadtrats „auf einen grünen Zweig zu kommen“.

Eisenmann befürchtet hierzu „dicke Diskussionen“ und verwies auf die anstehende, viel zitierte Nagelprobe, die für die Stadt anstehe. Entscheidend, so Eisenmann, sei: „Wie viel Geld stellen wir im Herbst in den Haushalt ein?“

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