Laptop an einem Tisch
+
Dachau schafft 114 „Lehrerdienstgeräte an. Der Freistaat zahlt.

Dachau: Lehrer-Laptops und CO2-Messgeräte

Stadt muss für den Staat einkaufen gehen

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
    schließen

Aus einem vom Kultusministerium bereitgestellten „Sonderbudget Lehrerdienstgeräte“ bekommt die Stadt 114 000 Euro zugeteilt. Glücklich ist man mit der Förderung im Rathaus dennoch nicht. Der Einbau von CO2-Sensoren in den Dachauer Klassenzimmern geht voran.

Dachau – In den Dachauer Klassenzimmern piept und pfeift es neuerdings. Grund dafür sind die neuen CO2-Sensoren, die sich melden, wenn die Luft in den Räumen zu stickig und es Zeit zum Lüften wird.

Die rund 160 Sensoren, so klärte Oberbürgermeister Florian Hartmann am vergangenen Mittwoch den in Vertretung des Stadtrats tagenden Ferienausschuss auf, seien relativ „klein, wie Temperaturmessgeräte“. Nach Rücksprache mit den Grund- und Mittelschulen der Stadt habe man sich bewusst für diese Gerätevariante entschieden, da nach der Erfahrung der Lehrkräfte blinkend-bunte CO2-Ampeln, die die Luftqualität zwar ebenso gut erfassen können, die Kinder nur nervös machen würden. „Da schauen ja alle nur noch auf die Ampeln“, so die Befürchtung der Lehrkräfte.

Der zweite Vorteil der Messgeräte: Sie sind nicht nur von der Bauart kleiner als die – beispielsweise im Landkreis Dachau – eingesetzten CO2-Ampeln, sondern auch günstiger. Während die Ampeln zum Stückpreis von 200 Euro eingekauft werden mussten, gibt es die kleinen Sensoren schon für den halben Preis.

Freude über Förderung hält sich in Grenzen

Viel Geld spart sich die Stadt aber auch, was die Anschaffung sogenannter Lehrerdienstgeräte betrifft. 114 Stück Dienst-Laptops/Tablets kann die Verwaltung davon nun anschaffen, dank einer Förderung des Freistaats in Höhe von 114 000 Euro. Dennoch will sich die große Freude darüber nicht einstellen bei den Verantwortlichen. Wie der zuständige Amtsleiter im Rathaus, Markus Haberl, nämlich im Ferienausschuss ausführte, decke der Zuschuss bei weitem nicht den Bedarf: Die sechs im Zuständigkeitsbereich der Stadt stehenden Schulen hatten 178 Geräte angemeldet, wobei selbst diese Zahl in den kommenden Jahren – bei steigender Schülerzahl, neu zu bauenden Schulen sowie neu einzustellenden Voll- oder Teilzeit-Lehrern – bei weitem nicht reichen dürfte.

Außerdem gehe die Förderung des Ministeriums „völlig an der Realität vorbei“. Bislang sei nämlich nur geklärt, dass die Träger der Schulen die Geräte kaufen und der Freistaat sie zahlen muss. Wer sich jedoch um den Support oder etwaige Reparaturen beziehungsweise Ersatzbeschaffungen kümmern wird, sei nirgendwo festgeschrieben.

Überhaupt, so OB Hartmann, seien die Lehrer ja eigentlich Beschäftigte des Freistaats, die Stadt als sogenannter Sachaufwandsträger der Schulen für deren Ausrüstung eigentlich gar nicht zuständig. Der Bayerische Städtetag appellierte daher bereits in einem Rundschreiben eindringlich, „keine Geräte über die Förderung hinaus zu beschaffen, weil dies Aufgabe des Freistaats ist“. In Summe, so fand auch die Verwaltung, handle es sich bei dem „Sonderbudget“ um einen „kurzfristigen Schnellschuss“ des Kultusministeriums.

Den Stadträten blieb am Ende dennoch nichts anderes, als die sofortige Bestellung der 114 Geräte à 1000 Euro abzunicken. Zudem wird die Verwaltung versuchen, aus dem Sonderbudget vielleicht doch noch etwas mehr Geld herauszuschlagen, um die maximale Anzahl von 178 Geräten kaufen zu können.

Aus eigenen Mitteln, das steht dagegen schon heute fest, wird die Stadt die zusätzlichen Computer nicht kaufen können: Aufgrund ihrer schwierigen Haushaltslage darf die Stadt nur noch Geld für Pflichtaufgaben ausgeben: Anschaffungen, die eigentlich in die Zuständigkeit des Staats fallen, gehören nicht zu diesen Aufgaben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare