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Die Stadt wächst - und braucht mindestens eine neue Grundschule.

Stadt Dachau wird in 15 Jahren auf 60000 Einwohner anwachsen

Angst vor der Mega-Grundschule

  • Stefanie Zipfer
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Laut der jüngsten Bevölkerungsprognose wird die Stadt Dachau in 15 Jahren auf 60 000 Einwohner anwachsen. Das bedeutet schon heute: Es braucht enorme Investitionen in die Kinderbetreuung und mindestens eine neue Grundschule.

Dachau – Die offizielle Vorstellung sollte zwar erst kommenden Dienstag im Bau- und Planungsausschuss erfolgen. Da die gestrige aber die letzte Sitzung des Familien- und Sozialausschusses vor der Sommerpause war, griff Oberbürgermeister Florian Hartmann vor: Zu wichtig sei das Ergebnis der „lang ersehnten“ Bevölkerungsprognose für Dachau, dessen Auswirkungen „uns die nächsten 20 Jahre beschäftigen werden“.

Tatsächlich wird der Großen Kreisstadt in dem Demografiebericht ein Wachstum auf 60 000 Einwohner bis 2035 prognostiziert. Für die Kinderbetreuung bedeutet dies laut den mit der Erstellung der Prognose beauftragten Sozialforschern, dass sich dadurch der Bedarf an Krippenplätzen verdoppeln und der Bedarf an Kindergartenplätzen gar um 60 Prozent erhöhen dürfte.

Für die Grundschulen ergibt sich laut der Studie ebenfalls enormer Handlungsbedarf: Demnach werden bis 2038 bis zu 38 zusätzliche Klassen benötigt, was bedeutet, dass die Große Kreisstadt mindestens eine weitere Grundschule bauen und die bestehenden dringend erweitern sollte.

Auch wenn die Zahlen lediglich „ein Blick in die Glaskugel“ seien und es die Stadt durch die Ausweisung von Baugebieten zumindest ein bisschen in der Hand hätte, dem Trend gegenzusteuern, musste Hartmann einräumen: „Auf vier Fünftel des prognostizierten Wachstums hat die Stadt keinen Einfluss.“ Und: Im Rathaus habe man die Zahlen anfangs „gar nicht glauben können“.

Denn sollte sich die Prognose bewahrheiten, dann, so Hartmann, stehe die Stadt vor gleich mehreren Problemen: Wo bekommt die Stadt die Grundstücke für einen oder mehrere Schul- und Kitabauten her? Wo bekommt die Stadt das Geld dafür her? Und die laut Hartmann drängendste Frage: „Wo kriegen wir das Personal für die Kinderbetreuung her?“

Da vor allem Schulbauten hierzulande lange Planungs-Vorlaufzeiten haben, waren sich die Stadträte einig, den Bau einer fünften Grundschule bei der Schulaufsicht so schnell wie möglich zu beantragen, damit die Inbetriebnahme der Einrichtung mit dem Schuljahr 2027/2028 erfolgen könne.

Bei den Details dazu aber kam es doch zu einer, laut Hartmann, „engagierten Diskussion“. Die Stadträtinnen und Lehrerinnen Katja Graßl (CSU) und Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) störten sich an den Ausführungen der Verwaltung, die den Neubau einer „sechs- bis achtzügigen Grundschule im Schnittpunkt möglichst vieler Sprengelgebiete“ sowie die Erweiterung der Grundschule Dachau-Ost auf sieben Züge empfahl. „Wir wollen eine gleichmäßige Verteilung der Kinder“, so Graßl, und auf keinen Fall „eine Mega-Grundschule. Bei sechs bis acht Zügen wären da 800 Zwergerl unterwegs!“ Auch Geißler betonte, dass ihr angesichts der Prognosen „ganz schwindlig“ werde und „eine ideale Grundschule aus pädagogischer Sicht“ über maximal fünf Züge verfüge. Auch für sie ist eine „Mega-Grundschule nicht vorstellbar“. Horst Ullmann (Bürger für Dachau) unterstützte die Damen, indem er wetterte, dass die frisch erweiterte Grundschule Augustenfeld aussehe „wie eine Bundeswehrkaserne. Das ist ein wahnsinniger Komplex“.

OB Hartmann bat sein Gremium daraufhin, „in sich zu gehen“. Die Diskussion nämlich verlaufe, „als ob wir kleinstädtisch-dörflich wären“. Ihm gefalle die Entwicklung auch nicht, „aber ob wir wollen oder nicht: Wir werden eine immer größere Stadt“. Eine Diskussion über die genaue Größe der neuen Grundschule beziehungsweise die Dimensionen der erweiterten bestehenden Schulen erübrige sich: „Der schwierigste Teil kommt doch erst noch, wir müssen Grundstücke finden, die wir finanzieren können!“

Auch wenn es Anke Drexler (SPD) „sinnfrei“ fand, setzte eine knappe Mehrheit am Ende durch, sich schon heute auf eine „erstrebenswerte Obergrenze“ von maximal sechs Zügen festzulegen. Größere Grundschulen, speziell in Dachau-Ost, wären laut Florian Schiller (CSU) schlicht „nicht händelbar“.

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