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Stadt will mit Karlsfeld und München über Seilbahn sprechen

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Von: Stefanie Zipfer

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Staufrei unterwegs: So könnte die Seilbahn über dem Frankfurter Ring aussehen. © Grafik: MM

Im Verkehrs- und Umweltausschuss des Stadtrats ging es mal wieder um das Thema Seilbahn. Eines wurde dabei sehr deutlich: Das Vorzeigeprojekt kostet richtig viel Geld.

Dachau – Seit über einem Jahr träumt man im Dachauer Stadtrat von einer Seilbahn, die geräuschlos und schadstoffarm Tausende Pendler von der Großen Kreisstadt in Richtung München transportiert. Eine eigens dafür in Auftrag gegebene und am Mittwoch im Verkehrs- und Umweltausschuss des Stadtrats vorgestellte „Potenzialanalyse Seilbahn“ erbrachte nun auch das erwünschte Ergebnis. Eine 12,9 Kilometer lange Trasse zwischen Dachau über Karlsfeld und MAN/MTU bis nach Moosach-Bahnhof ließe sich wohl wirtschaftlich betreiben.

24 000 mögliche Fahrgäste sah die von der PTV Group erarbeitete Potenzialanalyse, die reine Fahrzeit würde 21 Minuten betragen. Einziges Problem: Das Vorzeigeprojekt kostet richtig viel Geld, laut Analyse müssten in jeden Kilometer Seilbahn 30 Millionen Euro investiert werden. Diese Ansätze würden sich „aus der baulichen Enge im städtischen Raum wie Dachau ergeben, welche eine entsprechende aufwändigere Ausbauform der Seilbahn erforderlich macht. Dazu gehören zum Beispiel auch die Nutzung von größeren Kabinen, eine Ausstattung mit Klimaanlage oder ein barrierefreier Einstieg“.

Peter Strauch (CSU) merkte zudem an, dass es „keine Trasse gibt, die nicht über Privathäuser geht. Das wird einen Aufschrei geben“! Peter Gampenrieder (ÜB) bat daher darum, „schon auch mal realistisch zu bleiben. Wir sprechen hier von einer Investitionssumme von 390 Millionen Euro!“ Klar, jeder wolle die Bahn haben, „aber wir können uns das jetzt nicht leisten und auch in fünf Jahren nicht“.

Auch Oberbürgermeister Florian Hartmann gab zu, dass das Projekt von der Stadt Dachau allein nicht zu stemmen sei. „Aber wir müssen halt jetzt mal darüber reden, ob es ein sinnvolles Thema ist oder nicht.“ Seine Ansprechpartner: die Gemeinde Karlsfeld, die Landeshauptstadt München und der Landkreis Dachau. Sollte er dort auf Interesse stoßen, solle der Seilbahnbau „unter Einbindung des Freistaats“ weitergeführt werden. Der Ausschuss gab ihm für diese Gespräche mehrheitlich grünes Licht. Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD), grundsätzlich ein Verfechter des Seilbahn-Projekts, fand angesichts des wohl Jahrzehnte dauernden Planungshorizonts ohnehin: „Die Sache wird sicher dauern. Aber wenn wir es jetzt nicht angehen, wann dann?“

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