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Beliebt bei den Bürgern: der Dachauer Stadtkeller. Allerdings muss das rund 90 Jahre alte Haus grundsaniert und dafür eine Zeit lang geschlossen werden.

Dachauer Gaststätte muss dringend saniert werden

Mittelgroße Lösung für den Stadtkeller

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Der Stadtkeller muss dringend saniert werden. In welchem Rahmen dies erfolgen soll – entweder in einer großen Lösung mit einem Millionen teuren Neubau oder als Minimalmaßnahme, bei der man nur das Nötigste richtet – hat der Finanzausschuss nun diskutieren müssen. Fest steht: Während der Bauarbeiten wird die Gaststätte schließen müssen.

Dachau – Viele Biergärten gibt es nicht mehr im Stadtgebiet Dachau. Eine dieser Raritäten ist der Stadtkeller in der Brunngartenstraße. Bei Dachauern wie Touristen ist das Lokal beliebt für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, im Internet finden sich Bewertungen von Menschen aus aller Welt, die den „best biergarden with excellent schnitzels“ loben.

Das Problem: Die Gaststätte, die der Stadt gehört, ist marode und muss von Grund auf saniert werden. Auf der Maßnahmen-Liste steht, unter anderem, die Küchentechnik, die Lüftung, die Wand- und Bodenbeläge, die Wasser-, Abwasser- und Elektroinstallationen. Hinzu kommt, dass der Keller feucht ist, und auch der Brandschutz längst nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entspricht. Wenn überhaupt, so schreibt das Bauamt, sei eine Sanierung des in den 1930er-Jahren errichteten Gebäudes „nur mit erheblichem wirtschaftlichem Aufwand“ möglich.

In Zeiten knapper Kassen legte die Stadtverwaltung den Mitgliedern des Finanz- und Hauptausschusses im Stadtrat daher drei mögliche Varianten vor, wie mit dem Stadtkeller weiter verfahren werden soll. Denn, so viel war von vorn herein klar: Das Lokal soll erhalten werden.

Variante 1 ist in diesem Zusammenhang die „kleine Lösung“, sprich: Das Gebäude wird so weit ertüchtigt, dass es den staatlichen Auflagen zum Betrieb von Gaststätten genügt. Laut Planer würde man mit dieser Lösung „erst in fünf bis zehn Jahren wieder Hand an das Gebäude anlegen“ müssen.

Die mittlere Variante 2 – Kostenpunkt mindestens 1,55 Millionen Euro – würde neben den notwendigen Sanierungen auch eine Veränderung des Grundrisses bedeuten. Konkret sollten „die inneren Verkehrswege deutlich besser“ und der Innenraum der Gaststätte vergrößert werden.

Für die dritte Variante, die große Lösung, gibt es noch nicht einmal eine Kostenschätzung. Damit einher ginge ein Abbruch des alten Gebäudes samt Neubau – für den man sich laut Oberbürgermeister Florian Hartmann aber erst einmal grundsätzliche Gedanken über die Nutzung machen sollte.

Das Gremium entschied sich am Ende dann aber für eine neue, vierte Variante. Und zwar eine Sanierung für einen Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren. Hartmann: „Wir müssen was machen, damit wir da mal Ruhe haben.“ Sonst werde das eine unendliche Geschichte.

Was diese Lösung kosten könnte und vor allem welche Maßnahmen dafür nötig sein werden, soll die Verwaltung nun durchrechnen. „Wir hätten gerne eine andere, große Lösung“, bedauerte Christa Keimerl (SPD), aber Corona-bedingt sei derzeit eben nicht mehr möglich.

Auf den Pächter des Stadtkellers kommen damit schwierige Monate zu. Denn, so Kämmerer Thomas Ernst: „Klar ist, dass der Betrieb einer Gaststätte nicht möglich ist, wenn umgebaut wird.“ Klar sei aber auch: „Ohne Investitionen muss eine Schließung der Gaststätte in Betracht gezogen werden.“

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